„Mögen wir niemals wieder wilde Gemüse und wilden Kerbel essen müssen!“, rief Andokides, Spross einer der angesehensten Athener Familien, um seine Mitbürger zu einem Friedenabkommen mit den Spartanern zu bewegen, was ihm mit diesem Wunsch bzw. dieser Drohung auch gelang.
Das Essen von Wildpflanzen war immer verknüpft mit dem Bewusstsein von Notzeiten und / oder der eigenen materiellen Armut, und man schob es, sobald man sich auch die Arztkosten leisten konnte, weit von sich.
Erst jetzt, da durch Forschungsarbeiten die gesundheitliche Bedeutung der Wildpflanzen in vollem Ausmaß bestätigt wird, und Zeit, diese Pflanzen zu finden und zuzubereiten, sehr kostbar ist, findet ein Paradigmenwechsel statt. Es wird chic, Wildpflanzen zu essen …
Wobei aber gerade für uns, die wir in übersatten, sozial gesicherten, aber stressigen Ländern leben, andere Aspekte der Wildpflanzen viel wichtiger sind: Das Betrachten der Pflanzen, ihres Werdens – Vergehens – Wiederkommens, das respektvolle Sammeln dieser Schätze, sie selbst zuzubereiten und in entspannter Gemeinschaft überrascht ob ihrer Aromen und Bekömmlichkeit zu genießen. Für diese Intentionen steht diese Seite, möchte Ihnen zu diesen Genüssen verhelfen …
Aber Achtung, nicht alles ist essbar: Manches ist nur für die Augen, die Gedanken und - in richtiger Dosis - für die Schulmedizin bestimmt. Man muss wissen, welche Pflanzen giftig bzw. sehr giftig sind und welche Allergien hervorrufen können. Auch darin möchte Ihnen diese Seite Sicherheit vermitteln und stellt deswegen die wichtigsten Giftpflanzen zum Kennenlernen gleich an den Anfang. Auch in der Beschreibung der jeweiligen essbaren Pflanze wird auf giftige Verwechslungsmöglichkeiten hingewiesen.
Die überwältigende Mehrzahl der Wildpflanzen ist essbar, ein Großteil davon mit Genuss, alle essbaren Pflanzen zumindest als Überlebensmahlzeit für eine bestimmte Zeitspanne, für länger benötigt es zusätzlich vor allem die Makronährstoffe Fett (Öl) und Eiweiß.
Auch heute noch gilt, was bereits Konfuzius wusste:
„Was du mir sagst, das vergesse ich.
Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich.
Was du mich tun lässt, das verstehe ich.“
Darum bemüht sich diese Seite neben dem Sagen auch das Zeigen einzubauen und zwar durch viele Fotos, die Erkennungsmerkmale von Pflanzen und Arbeitstechniken zeigen und die uns manchmal einladen einzutauchen, Gedanken aufsteigen zu lassen, Phantasiereisen zu unternehmen, sich im Alltagsgetriebe zu entspannen. Denn der „Regenbogen wartet nicht, bis du mit deiner Arbeit fertig bist!"
Für mich als „Bildseherin“ jedenfalls war das Fotografieren der Pflanzen jedes Mal ein beglückendes, konzentriertes Ereignis, das mich voll und ganz durchströmte, entspannte, stärkte und mir das Herz weitete.
Möge doch ein Funke davon auch woanders Feuer fangen!











