Brei
geschrotetes Getreide

Gerstenbrei ernährte ganze Völker, angefangen von den Steinzeitmenschen, über die Antike, das Mittelalter hindurch bis zu den Bergbauern im 20. Jahrhundert: Sättigender Gerstenbrei stand täglich auf dem Speisezettel, um den Hunger zu stillen. Einerseits verlangte der bäuerliche Mensch nach gewohnter Zubereitung („Wos da Baua nit kennt, frissta nit.“), anderseits schlug sich die fehlende Kreativität bei der Zubereitung des Breis auf die Gemüter vieler Esser, sodass es in besseren Zeiten gleich hieß: "Mit’r Gerscht kust mi vajogn!"
Auf der Strecke blieb die Gerste mit ihren wertvollen Inhaltsstoffen.

  • Heutzutage findet eine Rückbesinnung auf das Wertvolle statt, und es heißt: Ran an den Brei! Zuhause oder in der Wildnis! Das Grundrezept ist einfach, seine Zubereitung bei milder Feuersglut auch im Hordenkessel möglich!

Zutaten und Zubereitung für Brei

1
Tasse
geschrotet
4
Tassen
  1. Geschrotete Gerste in einem Kochtopf mit 4 Tassen Wasser unter mehrmaligem Durchrühren langsam zum Kochen bringen.
  2. Nun ist Kreativität gefragt: Wollen wir den Brei pikant oder süß?? Kalorienreich oder kalorienarm?? (Von Natur aus ist er ja kalorienarm :) Magen und Darm heilend mild oder schön üppig??
    1. Pikant:
      1. Es kommen in den entstehenden Brei zusätzlich hinein: Salz, Pfeffer, Zwiebel-, Karotten-, Wiesenbärenklau- und Selleriestückchen,  Wacholderbeeren, Quendel, Majoran und Liebstöckl... und ein klitzekleines (?) Stück Butter … und Walnüsse … und … 
        durchrühren, Deckel drauf, dünsten lassen. Das würde - schön vegetarisch - schon mal schmecken!
      2. Nicht genug! Deckel runter, fertige Fleischstückchen (auch Wurst, Schinkenstücke …) und geschnittenen Bärlauch hinein, Muskat darauf, … für heute: Fertig!
    2. Süß:
      Für diese Variation kommt nach Punkt 1 in den Topf hinein: 1 Tasse süßer Rahm (Sahne), ein paar Anissamen, ein Stückchen Vanilleschote oder einige Kardamomkörner, etwas Birkenzucker … und ganze Haselnüsse … und …
      durchrühren, Deckel drauf, dünsten lassen, dabei dann und wann durchrühren.
      Mit Beeren oder / und Obststückchen bestreut servieren… Nein, die Schoko-Haselnuss-Creme lassen wir heute weggesteckt! ;)

Bemerkungen: 

  • Die Wikinger hielten es ja mehr mit dem Hafer als mit der Gerste. Warum? Nein, nicht weil der Hafer die Pferde und deren BetreuerInnen so munter macht, sondern schlicht und einfach, weil er auch so anspruchslos und nahrhaft ist wie die Gerste, aber zum Gedeihen weniger Sonnenlicht benötigt als diese! 
  • Brei / Grütze kann auch aus Hafer, Weizen oder Buchweizen auf die gleiche Art wie Gerstengrütze gekocht werden. Was aber nicht heißt, dass jeder jede Sorte essen durfte, wie ein irischer Gesetzestext aus dem 8. Jhd.n.Chr., der über die Ernährung von Kindern Auskunft gibt, die in Pflege gegeben werden mussten, dokumentiert:
    • „Die Kinder der unteren Schichten bekommen gerade ausreichend viel Brei aus Hafermehl und Buttermilch oder Wasser, zu dem alte Butter gegeben wird.
    • Die Söhne der Oberschicht bekommen Brei satt, aus Getreidemehl und frischer Milch, dazu frische Butter.
    • Die Söhne von Königen bekommen Brei aus Weizenmehl und frischer Milch, dazu Honig." (Quelle: Paczensky, Dünnebier in ”Kulturgeschichte des Essens und Trinkens”, S. 32)

Pflanzen in diesem Rezept und ihre bedeutungsvollen Inhaltsstoffe

Anis
Bärlauch
Haselnuss
Kardamom
Liebstöckel
Quendel
Wacholder
Wiesenbärenklau

Kommentar hinzufügen

Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben

Unsere Buchempfehlungen