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Färberwaid | Isatis tinctoria

Färberwaid

Botanischer Name: 
Isatis tinctoria
andere Namen: 
Pastel
andere Namen: 
Deutsche Indigo
Gattung: /
Art: Isatis tinctoria / Färberwaid
1

Aus Vorderasien („Westasien“) stammend wurde der Färberwaid in Europa bereits im Altertum kultiviert und als Färberpflanze verwendet. Erst an der Luft oxidiert der aus der geschlossenen Blattrosette Farbstoff zu Indigo, einem Blauviolett, das auch ins Grünliche gehen kann.
Man verwendete diese Farbe für Malereien, für Holzanstriche, aber hauptsächlich, um Stoffe (Leinen!) und Wolle damit zu färben. Die wilden Britannier hingegen hatten einen weiteren Verwendungszweck für sie: „Alle Britannier hingegen färben sich mit Waid blaugrün, wodurch sie in den Schlachten um so furchtbar aussehen.“ (Caesar in „De bello Gallico“ 5,14,2)  
Ab dem 16. Jahrhundert ging der Waidanbau in Europa immer mehr zurück, da man Indigo aus der indischen Indigopflanze bevorzugte. Mit der kommerziellen Herstellung synthetischen Indigos seit 1897 verschwand auch der natürliche Indigo vom Markt.

 

Anbau

Angebaut wurde der Färberwaid, eine zweijährige Pflanze, im nördlichen Europa bis auf die Höhe des norwegischen Nordfjordes, in Mitteleuropa besonders in Thüringen, in der Lausitz und in Brandenburg, von wo er auch auswilderte und auch heute noch, auch in Mittel- und Süddeutschland, an Wegrändern und Rainen anzutreffen ist.

Indigo aus Waid erlebt sogar zurzeit ein Comeback in kleinem Rahmen. Wer diese – ähnlich wie Raps – gelb blühende, winterharte Pflanze bei sich im Garten haben möchte,

  • suche für sie einen sonnigen Standort mit feinkrümeliger, kalkhaltiger Erde, die einen guten Wasserabzug aufweist.
  • Gesät wird der Färberwaid entweder im zeitigen Frühjahr (anfangs März) oder Ende Oktober 2 cm tief in eine Reihe oder breitwürflig. Die Pflanzen werden auf einen Abstand von 30 cm vereinzelt.
  • Im ersten Jahr bildet jede eine Rosette aus bis zu 30 cm langen Blättern,
  • im zweiten Standjahr vergilbt die Rosette, während ein bis zu 120 cm hoher Blütenschaft, der ab August seine einsamigen Flügelflieger-Früchte fliegen lässt, aus ihrer Mitte wächst.

Verwendung von Färberwaid in der Volksmedizin

Der Waid wird nicht nur als Färbepflanze, sondern auch zur Herstellung eines Kräuterbitters aus seiner Wurzel verwendet.

Weiters berichtet Marzell berichtet 1923 in seinem Kräuterbuch:

“Den Blätterabsud (20 g auf einen ahlben Liter Wasser) gebrauchte man im Volk gegen Milzerkrankungen, auch zu Umschlägen für Geschwülste und Wunden.“

In China wird der Färberwaid unter der Bezeichnung "Banlangen" zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten wie Mumps, Masern, Grippe, SARS, Hepatitis, Scharlach, Diphterie, Hauterkrankungen, Syphilis und Windbocken angewendet.

Status
Essbare Pflanzenteile:
Blätter
Essbare Pflanzenteile:
Wurzel
Geschmack:
bitter aromatisch
Aussehen

Blütenfarbe

  • gelb
    gelb

Wuchshöhe

  • bis 1,2 m

Unterirdische Pflanzenteile

  • Pflahlwurzler
Kultivierung
Befruchtung
  • Fremdbefruchtung (Insekten)
Vermehrung
  • Samen
  • Ausläufer / Stolonen
Lichtanspruch
  • Sonnig
Bevorzugte Erde
  • humusreich
  • sandig
  • nahrhaft
  • leicht kalkhaltig
  • durchlässig
Winterhärte
  • -23°C
Reihenabstand
  • 30 cm
Saattiefe
  • 2 cm

Lebenszyklus
  • zweijährig
Gesundheit
Wirkung

laut Volksheilkunde:

, Blätter
, Wurzel
, Blätter

laut TCM:

Wann Färberwaid pflanzen oder säen?
Hier finden Sie einen praktischen Pflanzkalender mit den richtigen Terminen und Pflegeanweisungen.

Erstfrühling / April

Aussaat im Freien 2 cm tief, später auf 30 cm vereinzeln. Kühlkeimer.

Spätherbst / Mitte Oktober bis Ende November

Aussaat im Freien
2 cm tief, nach dem Winter auf 30 cm vereinzeln. Kühlkeimer.
Frühsommer
Juni
  • Blätter
Frühherbst
September
  • Blätter
Vollherbst
Oktober
  • Wurzel, ungiftig, bitter aromatisch

    Im Rosettenstadium im Herbst graben.

Spätherbst
November
  • Wurzel, ungiftig, bitter aromatisch

    Im Rosettenstadium im Herbst graben.