Sammelkalender
Der Sammelkalender zeigt dir, welche Wildpflanzen du gerade in der Natur finden und ernten kannst. Statt fester Kalenderwochen richtet sich unser Kalender nach den zehn phänologischen Jahreszeiten — also nach dem, was die Natur tatsächlich macht, nicht nach dem Datum.
Die phänologischen Jahreszeiten verschieben sich jedes Jahr etwas und unterscheiden sich regional: In milden Weinbaugebieten beginnt der Vorfrühling oft schon im Februar, in höheren Lagen erst Mitte März. Orientiere dich an den sogenannten Zeigerpflanzen — wenn die Hasel blüht, ist Vorfrühling; wenn der Apfel blüht, Vollfrühling. So triffst du den richtigen Sammelzeitpunkt besser als mit jedem Kalender.
Wähle eine Jahreszeit und entdecke, welche Blätter, Blüten, Wurzeln, Samen und Früchte du jetzt sammeln kannst. Jede Pflanze zeigt dir auch, ob sie roh essbar ist, nur gekocht gegessen werden sollte oder als Heilpflanze verwendet wird.
Häufige Fragen zum Sammeln
Wann kann ich Bärlauch sammeln?
Bärlauch wächst von März bis Mai und wird am besten vor der Blüte geerntet, wenn die Blätter am aromatischsten sind. Er bevorzugt feuchte, schattige Laubwälder. Wichtig: Bärlauch kann mit dem giftigen Maiglöckchen oder der Herbstzeitlose verwechselt werden — reibe immer ein Blatt zwischen den Fingern und prüfe, ob es deutlich nach Knoblauch riecht.
Was sind phänologische Jahreszeiten?
Im Gegensatz zu den vier astronomischen Jahreszeiten teilt die Phänologie das Jahr in zehn Abschnitte ein, die sich am tatsächlichen Entwicklungsstand der Natur orientieren. Der Vorfrühling beginnt beispielsweise mit der Blüte von Schneeglöckchen und Hasel — das kann je nach Region und Jahr im Februar oder erst im März sein. Für Sammler sind phänologische Jahreszeiten deutlich nützlicher als Kalenderwochen, weil sie zeigen, was tatsächlich gerade wächst.
Worauf muss ich beim Wildpflanzen-Sammeln achten?
Sammle nur Pflanzen, die du sicher bestimmen kannst — im Zweifel lieber stehen lassen. Meide Standorte an Straßen, konventionellen Äckern, Hundewegen und in Naturschutzgebieten. Nimm pro Standort höchstens ein Drittel des Bestands mit und schneide Pflanzenteile sauber ab, statt sie auszureißen. Wasche deine Ernte gründlich, besonders wenn du in Fuchsbandwurm-Gebieten sammelst.
Was sind Zeigerpflanzen?
Zeigerpflanzen markieren den Beginn einer phänologischen Jahreszeit. Die Haselblüte zeigt den Vorfrühling an, die Forsythienblüte den Erstfrühling, die Apfelblüte den Vollfrühling. Für Sammler sind sie ein verlässliches Signal: Wenn die Forsythien blühen, sprießen auch Bärlauch und Scharbockskraut. Wenn der Holunder blüht, beginnt die Frühsommerzeit mit Lindenblüten und Mädesüß.