Backen

Pottasche selber machen und verwenden

ERGIBT ca. 30 g Pottasche. Die Mengen können vervielfacht werden.
Portionen
30
Kochmodus
foto: rofu · Pottasche selber machen und verwenden

Pottasche wird fachsprachlich als Kaliumcarbonat bezeichnet. Der Name „Pottasche“ weist auf die in Europa ursprüngliche Herstellungsweise mittels (Holz)Asche und Pötten (= Töpfe ;) hin.

Neben ihrer industriellen Verwendung wurde und wird Pottasche im Privathaushalt immer noch als Backtriebmittel für Lebkuchen und zur Herstellung von Seife verwendet. - Übrigens rührten laut Plinius d. Ä. bereits die Gallier und Germanen aus Fett und Pottasche Seife! Sie verwendeten sie auch heilend bzw. als Emulgator, wie im dritten Baslerrezept (8. Jh.) und im Neunkräutersegen (11. Jh.) vermerkt worden ist.

Pottasche (= Kaliumcarbonat) kann man nicht nur in der Backabteilung eines Supermarktes, im Reformhaus, Drogeriemarkt und in der Apotheke kaufen, sondern man kann sie selber machen, was früher allgemein üblich war, aber heute ein einfaches, spannendes Experiment verspricht! Pottasche erhält man durch Auslaugen von Pflanzenasche chemisch unbehandelter Pflanzen mit reinem Wasser. Als Pflanzenasche wird meistens Holzasche von Laub- und Nadelbäumen genommen, die beim Heizen mit natürlichem Holz anfällt. Holzasche enthält zu 14 % - 19 % Pottasche!

  • Solange in Städten wie Wien mit Holz geheizt wurde (bis in das 19. Jahrhundert), gab es den Beruf des Aschenmannes, ein Beruf der Ärmsten der Armen: Mit dem Ruf "(K)ein' Aschen" machten sie in dem ihnen zugewiesenen Stadtgebiet auf sich aufmerksam und wurden bei Bedarf ins Haus geholt, um mit Aschenkrücke die Holzasche aus den Öfen zu schaben und in der Butte wegzutragen. Sie verkauften die Holzasche als billigen Rohstoff an Seifensieder und Leinwandbleicher.

Für die Herstellung von Pottasche (Kaliumcarbonat) eignet sich neben Holzasche auch Asche von Bohnenstängeln, Disteln, Farn, Kartoffelkraut, Maisstängeln, Schilf, Seetang und Weinreben.

Zutaten
ca. 30 g Pottasche. Die Mengen können vervielfacht werden.
  • Asche 200.00 g
  • Wasser 2.00 Liter

Zubereitung

01
So wird Pottasche gemacht:
Zutaten

Holzasche in einem Topf („Pott“) mit Wasser gut mischen.

12 Stunden stehen lassen.

Nochmals kräftig durchrühren.

Man könnte bereits jetzt abfiltern, beispielsweise mittels Kaffeefilter, und dabei die Flüssigkeit auffangen, denn sie enthält schon Pottasche. Die Ausbeute erhöht sich allerdings, wenn man den Wasser-Asche-Ansatz vor dem Abfiltern kurz zum Kochen bringt.

Die abgefilterte, klare Flüssigkeit unter gelegentlichem Durchrühren kochen lassen, bis das Wasser verdunstet ist und nur mehr ein feines weißes Pulver, die Pottasche (Kaliumcarbonat), übrigbleibt.

Zur Verwendung löst sich die gewonnene Pottasche erneut leicht in Wasser.

Möchte man Pottasche lagern, muss sie unbedingt trocken und verschlossen gelagert werden, denn sie zieht Luftfeuchtigkeit an und verflüssigt sich dann. So erklärt sich, dass fertige Lebkuchen, die mit Pottasche gebacken wurden, weich werden, wenn man sie in einer Dose zusammen mit einem Apfel lagert.

02
Wie wird Pottasche als Backtriebmittel verwendet?

Die Pottasche ist, sofern für ihre Herstellung unbelastetes Pflanzenmaterial verwendet worden ist, ungiftig und als Lebensmittelzusatzstoff Nr. E501 ohne Höchstmengenbeschränkung zugelassen. Pottasche bewirkt als Triebmittel eine Teiglockerung, lässt den Teig aber eher auseinanderlaufen und ist somit für flaches Gebäckgeeignet. Außerdem gibt sie dem Gebäck einen leichten typischen Zusatzgeschmack, den wir von Lebkuchen her kennen.

Zutaten

Pottasche wird, je nach Rezept, in wenig Wasser, Milch oder Eiklar (Eiweiß) aufgelöst und gleichmäßig im Teig verteilt.

Es ist ratsam, als Backtriebmittel Pottasche und eine Prise Hirschhornsalz zu verwenden. Die beiden ergänzen sich in der Art des Lockerns: Hirschhornsalz treibt besonders stark nach oben und verhindert dabei das breite Auseinanderlaufen des Gebäcks, das die Pottasche bei alleiniger Verwendung bewirken würde. 

  • Doch in ihrer Anwendung gilt zu beachten: Obwohl beide, Pottasche und Hirschhornsalz, vor dem Einarbeiten in den Teig in wenig Wasser, Milch oder Eiklar aufgelöst werden müssen, dürfen sie nicht gemeinsam aufgelöst werden, sondern jeder getrennt für sich! - Werden sie gemeinsam aufgelöst, verlieren beide ihre Triebkraft.
  • In den Teig wird dann zuerst die gelöste Pottasche eingearbeitet, dann das gelöste Hirschhornsalz.
    • Hirschhornsalz entwickelt während des Backvorgangs normalerweise unangenehm riechendes und schmeckendes Ammoniak, das aber aus dem Flachgebäck entweicht.

Pflanzen in diesem Rezept

#Cormoran Verlag
FAQ 9 Fragen
Was ist Pottasche?
Pottasche ist der alte Name für Kaliumcarbonat (K₂CO₃), ein weißes, wasserlösliches Salz. Der Name stammt von der ursprünglichen Gewinnung: Pflanzen- bzw. Holzasche wurde in Pötten (Töpfen) mit Wasser ausgelaugt und eingedampft. In der Küche dient sie als Backtriebmittel (Zusatzstoff E 501).
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Wie wird Pottasche hergestellt?
Man laugt reine Holz- oder Pflanzenasche mit Wasser aus, filtert die Lauge ab und dampft sie ein — zurück bleibt die Pottasche. Nur Asche von unbehandeltem, naturbelassenem Holz verwenden. Holzasche enthält etwa 14–19 % Pottasche.
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Wofür verwendet man Pottasche?
Vor allem als Backtriebmittel für flache, dunkle Lebkuchen und zur Seifenherstellung. Beim Backen lässt Pottasche den Teig eher in die Breite gehen und macht ihn locker — ideal für Gebäck, das vor dem Backen lange ruht.
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Woher kommt der Name „Pottasche"?
Von der Herstellung: „Pott-Asche" = die in Töpfen (Pötten) aus Asche gewonnene Substanz. Neben Holz eignen sich auch Asche von Farn, Distel, Kartoffelkraut, Schilf, Weinreben oder Seetang.
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Was ist der Unterschied zwischen Pottasche und Natron?
Natron (Natriumhydrogencarbonat, E 500) treibt schnell und wirkt sofort beim Backen. Pottasche wirkt langsamer und braucht Feuchtigkeit, etwas Säure und Ruhezeit — daher der Klassiker für lange gelagerte Lebkuchenteige. Die beiden sind nicht 1:1 austauschbar.
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Pottasche oder Hirschhornsalz — was macht was?
Traditionelle Lebkuchen nutzen oft beides: Pottasche für die Breite und Lockerung, Hirschhornsalz für den Trieb nach oben bei flachem Gebäck. Sie ergänzen sich, ersetzen einander aber nicht.
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Womit kann man Pottasche ersetzen?
Ganz ohne ist die typische Lebkuchen-Textur schwer zu erreichen. Als Notbehelf dient etwas Backpulver, das aber Krume und Geschmack verändert. Für ein authentisches Ergebnis lohnt echte Pottasche — oder man stellt sie selbst her.
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Wo kann man Pottasche kaufen?
In der Apotheke, im Drogeriemarkt/Reformhaus, in der Backabteilung mancher Supermärkte und online. Wer es ursprünglich mag, macht sie aus Holzasche selbst.
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Ist Pottasche unbedenklich?
Als Lebensmittelzusatzstoff E 501 ist Pottasche in den kleinen Backmengen unbedenklich und im Gebäck geschmacklich neutral. Pur ist sie alkalisch — also nicht roh verzehren und beim Ansetzen der Lauge nicht in die Augen bringen.
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