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Kartoffel | Solanum tuberosum

Kartoffel

Botanischer Name: 
Solanum tuberosum
andere Namen: 
Erdapfel
andere Namen: 
Grundbirne
andere Namen: 
Tüffel
andere Namen: 
Potaken
andere Namen: 
Knulle
andere Namen: 
Mäusle
andere Namen: 
Kartofel (polnisch)
andere Namen: 
Kartowka (russisch)
solaninhältig

Kartoffelkraut, -blüten, -früchte, -schalen, ergrünte Knollen enthalten Solanin.

Gattung: /
Art: Solanum tuberosum / Kartoffel
Kommt in Mitteleuropa wild bzw. ausgewildert vor: NEIN!
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Angehäufelte Kartoffelpflanzen, Ende Juni

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Kartoffelanbau als Monokultur, 135 m ü. NN, Nordrhein-Westfalen, D

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Vor Rotwild geschützter Kartoffelacker, 1500 m ü. A., Tirol,

Tipp: Seit kurzem verkauft das Tiroler Schafwollzentrum Düngepellets (Langzeitwirkung!) aus Tiroler Schafwolle online. Ihre Düngewirkung ist vergleichbar mit Hornspänen, zusätzlich speichern sie Wasser. Aufwand: Im Gemüsebeet 150 g pro m², bei Kübelpflanzen ca. 10 g pro Liter Erde.

Bild 1: Da lacht das Herz! - Speisen aus Kartoffeln sind die Lieblingsspeisen vieler.
Bild 2: Angehäufelte Kartoffelpflanzen, Ende Juni
Bild 3: Kartoffelanbau als Monokultur, 135 m ü. NN, Nordrhein-Westfalen, D
Quelle Bild 3: Fotoquelle: TUBS
Bild 4: Vor Rotwild geschützter Kartoffelacker, 1500 m ü. A., Tirol, Tipp: Seit kurzem verkauft das Tiroler Schafwollzentrum Düngepellets (Langzeitwirkung!) aus Tiroler Schafwolle online. Ihre Düngewirkung ist vergleichbar mit Hornspänen, zusätzlich speichern sie Wasser. Aufwand: Im Gemüsebeet 150 g pro m², bei Kübelpflanzen ca. 10 g pro Liter Erde.
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Bild 5: So können Sie früher ernten: Kartoffeln 4 Wochen vor dem Pflanztermin zum Ankeimen auflegen, z.B. auf Eierkartons..
Bild 6: Diese Schönheit nennt sich ganz banal, aber schmackhaft - "Mehlige Mühlviertler".
Bild 7: Das erste Blatt ist da!
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    Marianne Weirather, Forchach, hat ihre Kartoffeln beispielhaft angehäufelt und gemulcht.

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    Ein kleiner, blühender Kartoffelacker in Tirol wird vor Tierfraß geschützt.

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    Kartoffeln blühen weiß oder rosa bzw. violett. Nicht alle Sorten blühen. Die essbaren Knollen entstehen auch ohne Blüten.

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    Kartoffel als Teil einer Kübelbepflanzung. Man ließ ihr genug Platz und darf eine ertragreiche Ernte erwarten.

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    Kartoffelpflanze mit Blüten, unreifen Samenbeeren, Knollen. Scan: Giftpflanzen, Dinand

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    Anmalblatt: Mutterknolle (schwarz) in der Erde mit dem von ihr ausgelösten Wachstum: Tochterknollen, Kartoffelstaude

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    Kartoffelernte in einem Garten im Sauerland.

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    Das sind die berühmten schwäbischen Mäusle! Aus als Drillinge bzw. Bratlinge bezeichnet.

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    "Der Boden auf Naxos ist für Kartoffeln ideal. Sie entwickeln hier den besten Geschmack, auch wenn die Pflanzkartoffeln aus Holland stammen. Naxiotische Frühkartoffeln sind in ganz Europa heißbegehrt." (Nikos)

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    Im Foto eines der zahlreichen Kartoffelfelder im österreichischen Waldviertel. Auch hier ist der Boden ideal für Kartoffeln!

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    Auch hier gedeihen sie prächtig, wie man sieht!

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    So schön wie die Tulpenfelder in Holland präsentieren sich die Kartoffeläcker anfangs Juli im Waldviertel, Österreich.

Viele unserer Lieblingsspeisen verdanken wir dieser kultivierten Südamerikanerin, die ihre Heimat in der Gebirgswelt der Anden hat. Als „pápa“ war sie bei den Inkas neben Mais und Quinoa das wichtigste Nahrungsmittel und stand unter dem Schutz von „Axomama“, der Tochter der  Erdgöttin. Bereits die Inkas züchteten sie in vielen Formen, die sich an Verwendungszweck und Geschmack orientierten, und verstanden sich auf verschiedene Zubereitungen der Kartoffel, so auch auf ihre Gefriertrocknung!

Zum NAMEN dieser nahrhaft Kultivierten: 
pápa hieß sie zu Hause in den Anden, in Spanien patata, in England potato. In Italien angekommen vermutete man in ihr eine neue Art der Trüffel und gab ihr den Namen tartufola. Als sich der Trüffelgeschmack denn doch nicht einstellte, besann man sich auf ihren Originalnamen und nannte sie fortan patata. Für die deutsche Bezeichnung zu spät! Tartufola war bereits angekommen und wurde eingedeutscht als Kartoffel, Polen und Russland schlossen sich, was die Bezeichnung der neuen Knolle betraf, bereitwillig an und nennen sie noch heute Kartofel bzw. Kartowka.
Das inzwischen kartoffelfreudige deutschsprechende Volk fand noch viele Kosenamen für die Erdgeborene: Erdapfel, Erpfel, Eachtling, Erdbirn, Erdpumer (aus frz. pommes de terre),  Grundbirn, Grumbiere, Erdschucke, Schocke, Herdäpfel, Kurtuffel, Tüffel, Tüffke, Potaken, Pantottern, Patätschen, Mäusle, Knulle …

 

KARTOFFELANBAU

 

Allgemeines: 

Die Kartoffel vermehrt sich einerseits langwierig über ihre Samen, anderseits einfach und ergiebig über ihre Knollen.  Gönnen Sie sich das Vergnügen einer herbstlichen Schatzsuche mit anschließendem Kartoffelfest am Küchentisch, denn die Kartoffel gedeiht sowohl in riesigen Monokulturen als auch im kleinen Acker bzw. im Gemüsebeet und in Kisten, Säcken (Pflanzkartoffelsäcke) und Töpfen auf dem Balkon, sofern sie ein Wasserabzugsloch und genügend Erde fassen.

Die wichtigste Voraussetzung für ihren Anbau ist, dass die Mutterknolle (Pflanzkartoffel) genug lockere Erde über, unter und um sich herum hat, um möglichst tolle Tochterknollen wachsen zu lassen. Natürlich werden die schön drall, wenn auch der Nährwert der Erde stimmt, allerdings lässt zu viel Dünger, vor allem zu hoher Stickstoffgehalt, die Pflanze „ins Kraut schießen“, d. h. ihre Grünmasse nimmt gewaltig zu, die Knollen aber bleiben klein, Krautfäule stellt sich ein.
Ein altes Sprichwort sagt „Der dümmste Bauer hat die größten Kartoffeln!“ Also werden auch wir den Kartoffelanbau schaffen, auch wenn wir uns dabei vorher einige Überlegungen durch den Kopf

 

  • Besonders gut gedeihen Kartoffeln in einem tief gelockerten, leicht sauren, humusreichen, gut wasserführenden Boden. Dazu gegebenenfalls im Jahr vor dem geplanten Anbau Bohnen anpflanzen oder eine Gründüngung aus Lupinen, Senf, Buchweizen säen. Im Herbst die Gründüngung abschneiden, auf dem Beet liegen lassen. Keinen Kalk. 
  • Die gleiche Kartoffelsorte darf nur alle vier Jahre auf dem gleichen Beet / Acker angebaut werden.
  • Mischkultur
    • ​Bei Frühkartoffeln:
      Frühkartoffeln werden nicht angehäufelt, sodass man SpinatDillFrühkohlrabi, Radieschen, Kresse und Kerbel zwischen die Reihen setzen kann. 
    • Bei Spätkartoffeln: 
      Tipp nach Gertrud Franck: Bei Spätkartoffeln mittig zwischen den Furchen eine Reihe Spinat säen. Er wächst schnell und lässt das Samenunkraut nicht keimen. Bevor man das zweite Mal anhäufelt, wird beliebig viel Spinat geerntet, der restliche wird beim Häufeln mit der Hacke mitgenommen und als Mulchdecke liegen gelassen. Sie hält den Boden locker und unkrautfrei. 
  • Gute Nachbarn, die am Rand angepflanzt werden, sind Puffbohnen, Weißkraut und Mais, Kümmel, Süßlupinen, Steinklee, niedere Kapuzinerkresse, Phacelia (= "Bienenfreund" ). Ringelblumen und Tagetes tragen zur Bodengesundung bei, indem sie Nematoden (winzige, wurzelzerstörende Fadenwürmer) vertreiben - und vielleicht auch den einen und anderen trüben Gedanken! ;) 
  • Kartoffelanbau auf kleinstem Raum (Terrasse, Balkon, Kleingarten) gelingt mit dieser tollen Kartoffel-Pyramide!

 

Kartoffelsorten

Ein und dieselbe Kartoffelsorte kann, sofern sie gesund ist und den Anforderungen der Küche entspricht, 3 Jahre hindurch gesetzt werden. Dann wird in der Regel, um Virosen vorzubeugen, durch Tausch oder Kauf die Sorte gewechselt. 

  • Beachten Sie bei der Sortenwahl die Kocheigenschaften der jeweiligen Sorten:
    • F e s t k o c h e n d e   eignen sich besonders gut für Kartoffelsalat und Bratkartoffel, aber auch für Salz- und Pellkartoffeln.
    • V o r w i e g e n d   f e s t k o c h e n d e   für Gratin, Kartoffelknödel, Kartoffelsuppe, Pommes frites, Salz- und Pellkartoffeln.
    • M e h l i g e für Kartoffelpüree und –puffer, -knödel 
  • Auch die gewünschte Reifezeit und Lagerfähigkeit sind zu bedenken:
    • F r ü h kartoffeln eignen sich nur für den Frischverzehr. 
    • M i t t e l s p ä t e  und S p ä t e  eignen sich für den Frischverzehr und, sofern sie unverletzt sind, für die Langzeitlagerung. 
  • Ästheten und Experimentierfreudige werfen ein Auge auf die Blütenfarbe (Weiß, rosa, rot, violett?) und auf die Farbe der Knollen: Rot, gelb, weiß, blau, violett?

Hier als Entscheidungshilfe eine Auswahl an Kartoffelsorten: 

Frühe Sorten 

Christa: Sehr früh, vorwiegend festkochend, rosa Blüte. 

Sieglinde: Frühkartoffel, oval, gelb, festkochend, weiße Blüte.

Rosara: Exzellente deutsche Frühsorte, vorwiegend festkochend.

Mittelfrühe Sorten:

Colleen: Festkochend, hohe Resistenz gegen Kraut- und Knollenfäule und gegen Kartoffelschorf,  weiße Blüte. 

Blaue St. Gallner: Blaue Sorte, Farbe bleibt beim Kochen erhalten, enthält besonders viele Anthocyane, vorwiegend festkochend, weiße Blüte.

Ditta: Gelb, festkochend, besonders guter Geschmack, robust, sehr gut lagerfähig, weiße Blüte.

Goldsegen: Oval, groß, gelb, vorwiegend festkochend, gut lagerfähig, hoher Ertrag, relativ resistent gegen Fäule,weiße Blüte.

Kestrel: Gesunde Sorte mit überdurchschnittlichem Aroma, festkochend.

Linda: Langoval, gelb, glatt, festkochend, besonders guter Geschmack, gut lagerfähig, weiße Blüte.

Linzer Rose: Rote Schale, gelbes Fleisch, vorwiegend festkochend, widerstandsfähig gegen Krautfäule und Schorf, gut lagerfähig, lila-rosa Blüte.

Nadine : Ertragreiche Sorte mit sehr guten Resistenzen, festkochend.

Orla: Neue irische Sorte mit hoher Resistenz gegen Kraut- und Knollenfäule und gegen Kartoffelschorf, mehlig kochend.

Sarpo Mira: Ungarische Sorte mit hoher Resistenz gegen Krautfäule, festkochend, weiße Blüte. 

Setanta : Rotschalige, ovale Knollen, gelbes Fleisch. Sehr widerstandfähig gegen Kraut- und Knollenfäule sowie gegen Schorf, mehligkochend. 

Mittelspäte Sorten 

Highland Burgundy Redauch „Red Cardinal“: Länglich-oval, rote Schale mit korkigen Einschlüssen; mehliges, auch nach dem Kochen rotes Fleisch, enthält besonders viele Anthocyane, in der Kultur etwas empfindlich, weiße Blüte.

Jelly: Rote Schale, vorwiegend festkochend, widerstandsfähig gegen Krautfäule, gut lagerfähig, weiße Blüte.

Späte Sorten

Cara: Gute Resistenz gegen Nematoden und Kraut-und Knollenfäule, mehligkochend, weiße Blüte. 

Lady Balfour: Hohe Resistenz gegen Mehltau und Schorf sowie gegen Kartoffelnematoden, ausgezeichnete Lagerkartoffel, festkochend.

Mehlige Mühlviertler: Alte, österreichische, gelbe, mehlig kochende Sorte mit kräftigem Geschmack, lila Blüte.

Piroschka: Robuste, österreichische Sorte, rosa Schale, gelbes Fleisch, festkochend, gut lagerbar.

Vitelotte: Lagerfähige, durch und durch dunkel-violett-blaue Urkartoffel bzw. „Trüffelkartoffel“, tiefliegende Augen, blau-weiß marmoriertes Fleisch, festkochend, delikater Geschmack, enthält besonders viele Anthocyane, weiße Blüte. 

Reichskanzler: Alte, robuste deutsche Sorte, rote Schale, weißer, mehliger Körper, lieblicher Geschmack, rote Blüte.

 

 

VORARBEITEN:

Bodenbearbeitung: Nach dem Winter den Boden mit einer Spatengabel (Grabegabel) tiefgründig lockern, dabei Unkrautwurzeln entfernen und je nach Bedarf verrotteten Rinderdung, reifen Kompost, Hornspäne und Gesteinsmehl einarbeiten, bei schwerem Lehmboden auch Sand, Kies. Keinen Kalk.

Pflanzkartoffeln herrichten: Als Pflanzkartoffeln werden am besten hühnereigroße, ganze Knollen mit mindestens 4 Augen verwendet. Sehr große Knollen werden geteilt. Die Schnittflächen mit Holzasche bestreuen, sofern man hat, denn sie desinfiziert, und ein bis zwei Tage trocknen lassen, sonst faulen sie im Boden.

Pflanzkartoffeln vorkeimen? Durch Vorkeimen können Sie die Ernte um zwei Wochen verfrühen:

  1. Legen Sie dazu die Pflanzkartoffeln vier Wochen vor dem Setzen nebeneinander, und zwar mit den meisten Augen nach oben, in eine flache Steige oder auf Eierkartons.
    • Stellen Sie sie möglichst hell, aber ohne direkte Sonnenbestrahlung, bei Temperaturen um 10° - 15° auf.
    • Es entwickeln sich aus den Augen kurze, dicke Triebe. Die Knolle vergrünt, was aber nichts ausmacht, denn im Erdboden löst sie sich ohnehin auf.
    • Einige Tage vor dem Legen der Knollen beginnt man sie abzuhärten, indem sie bei Plusgraden tagsüber in den windgeschützten, lichten Schatten gestellt und für die Nacht ins Haus geholt werden.
    • Beim Pflanzen darauf achten, dass die Keime nicht abgebrochen werden.
  2. Eine weitere Möglichkeit schildert der Gartentipp „Papiersäcke als Pflanztöpfe“!

 

 

JETZT  WIRD  GEPFLANZT !

Die Kartoffelknollen und ihr Blattwerk sind sehr frostempfindlich! Erst wenn eine Bodentemperatur von 8° erreicht wurde (wer möchte, legt zur Verfrühung Vlies auf), dürfen sie angebaut werden. Wann das (meistens) sein wird, verraten praktische Bauernweisheiten, an die sich früher jede/r, auch die Osterthor Mariedl, gehalten hat: „Setzt mi im April, kimm i, wann i will. Setzt mi im Mai, kimm i glei!“ - „Wenn sich naht der Stanislaus (7. Mai), rollen die Kartoffeln raus.“ - 

Weiters wird angeraten, einen Blick in den nächtlichen Himmel oder auf den Wildfind Mondkalender zu werfen: Damit sich die Chance einer reichen, gesunden Ernte erhöht, werden Kartoffeln auf nicht zu nassem Boden bei abnehmendem Mond im Tageszeichen der Zwillinge oder des Stieres angebaut.  

 

  • KARTOFFELANBAU - KURZanleitung:

Kartoffeln werden in einem Abstand von 1 guten Fußlänge (ca. 35 cm) in Furchen gelegt, vorerst mit 5 cm Erde bedeckt, bei 15 cm Pflanzenhöhe das erste Mal angehäufelt, Vorgang nach erneutem Wuchs noch 1 - 2mal wiederholen. Der Abstand zur nächsten Furche beträgt 2 Fußlängen.

 

  • KARTOFFELANBAU - AUSFÜHRLICHE Anleitung:

Für den Anbau der Kartoffeln, für ihre Pflege und ihre Ernte hat sich seit Jahrhunderten die Herzblatthacke (Haue) als Arbeitsgerät sehr bewährt:

  1. Ziehen Sie mit der Herzblatthacke 8 – 10 cm tiefe Furchen in einem Abstand von 2 guten Fußlängen (60 – 70 cm). Dieser große Abstand der Furchen ist  nötig, damit die Kartoffeln später gut angehäufelt werden können und sie genug Platz für die Knollenbildung haben.
  2. Wem es möglich ist, der kleide den Grund der Furche mit feiner Komposterde oder – ein bewährter Tipp aus Osttirol - mit ungewaschener Schafwolle  aus. 
  3. Kartoffeln legen / setzen / pflanzen:
    Die Pflanzkartoffeln werden mit den meisten Augen bzw. Keimen nach oben in einem Abstand von einer guten Fußlänge (ca. 35 cm) in die Furchen gelegt und dabei leicht in die Erde bzw. Wolle gedrückt. Anschließend zieht man mit der Hacke oder mit einem Rechen vorsichtig nur so viel Erde in die  Furche, dass die Kartoffeln in Knollenstärke davon bedeckt sind.
  4. Kartoffeln sind Hackfrüchte, das heißt auch, dass die Erde durch Hacken bis zu ihrem Blattschluss unkrautfrei gehalten werden muss. Dann ist ein Jäten nicht mehr notwendig, denn das Kartoffellaub erstickt das aufkeimende Unkraut.
  5. So wird gehäufelt:
    Sobald die Kartoffelpflanze 15 cm hoch ist, wird sie das erste Mal gehäufelt: Man zieht mit der Hacke links und rechts der Pflanzreihe Erde an die Pflanzen, ohne ihre Wurzeln zu verletzen, bis sie - bis auf die Spitze - mit Erde bedeckt und im entstandenen breiten Erdwall beinahe verschwunden sind.
    Nach Neuwuchs ein zweites und evtl. ein drittes Mal anhäufeln und darauf achten, dass keine Knolle dem Tageslicht ausgesetzt ist. Sie würde schnell vergrünen und giftig werden.

 

SCHÄDLINGSBEKÄMPFUNG:

Blattläuse müssen vernichtet werden, denn sie übertragen Virosen: Befallene Triebe mit Schmierseifenlösung besprühen, mit Gesteinsmehl bestäuben. Mit Stroh gemulchte Pflanzen bleiben von Blattläusen eher verschont!

Kartoffelkäfer, Nacktschnecken: Absammeln, Pflanzen mit Gesteinsmehl bestäuben; Tipp von Roland Wüst : Phacelia neben den Kartoffelreihen aussäen. Sie vertreibt effektiv die Kartoffelkäfer.

Wühlmäuse: Mischkultur mit Steinklee hält die Mäuse von den Knollen fern.

Virosen: Viruserkrankungen zeigen sich durch unterschiedliche Schadbilder: vergilbte, eingerollte, verkrüppelte Blätter, wenige und nur kleine Kartoffeln … Kartoffelkraut entfernen, Saatgut wechseln. Blattläuse bekämpfen, denn sie übertragen Virosen!
Schorf: Nur alle 4 Jahre auf der gleichen Fläche Kartoffeln anbauen, nicht kalken.

Kraut- und Knollenfäule: Sie zeigt sich zuerst an den Blättern als runde, gelb-braune Flecke, auf der Blattunterseite bildet sich ein silberweißer Pilzrasen. Das Kartoffelkraut muss sofort gezogen und vernichtet werden, denn der Pilz wandert über die Stängel in die Knollen. Sie werden ungenießbar.

  • Kraut- und Knollenfäule Vorbeugung:
    • Auf luftigen Stand achten, sodass das Kartoffelkraut nach dem Regen rasch abtrocknet 
    • Die Nähe von Tomaten meiden
    •  Mit Anti-Pilz-Tee gießen
    • Mindestens 2 wenig anfällige Kartoffelsorten pflanzen!

 

KARTOFFELERNTE

 
Kartoffeln benötigen bis zur Erntereife 3 – 4 Monate.

Frühkartoffeln werden bei grünem Laub geerntet, sobald sich ihre Schale nicht mehr von Hand abreiben lässt. An der Staude herausgezogen und mit der Hacke suchend ausgegraben ergeben sie eine lang ersehnte Mahlzeit!

Auch bei den Spätsorten kann man bereits im Hochsommer etwas Erde im Wurzelbereich wegschieben und einige größere Knollen für den Kochtopf finden, die restlichen wieder mit Erde gut bedecken.

  • Die Haupternte erfolgt 2 Wochen nach dem natürlichen Welken des Krautes:
    • Das Kartoffelkraut vorsichtshalber entsorgen, nicht zum Kompost geben.
    • Bei Schönwetter und abnehmendem Mond werden die Knollen entweder mit der Herzblatthacke oder mit einer Kartoffelhacke (Gartenkreiel) zur Gänze aus der Erde geschoben und für 1 – 2 Tage zum Trocknen liegen gelassen. 
    • Beschädigte Knollen gleich verwenden, die restlichen dunkel, trocken, kühl lagern. 
    • Rückblickend mag einem vielleicht durch den Kopf gehen: ’So dumm kann der Bauer mit den größten Kartoffeln denn doch nicht sein!?’ ;)

Lanzeitlagerung:

Ausgereifte Spätkartoffeln verfügen über eine zweimonatige Keimhemmung, die sich bei richtiger Lagerung verlängern lässt:

Dazu wählt man einen dunklen, trockenen Pflatz und füllt die trockenen Kartoffeln  in luftige Kisten, Holzstellagen oder Horden. Eventuell mit einer Decke gegen Licht und Frost schützen. Nicht gelagert werden dürfen Kartoffeln in Plastiksäcken! Sie beginnen schnell zu schwitzen und schimmeln!

Die ideale Raumtemperatur beträgt 5° - 6°. Darunter beginnen sie zu versüßen, was beim Braten und Frittieren zu einem erhöhten Acrylamid-Anteil führt. Darüber beginnen sie gleich nach der Keimruhe auszutreiben.

Mitgelagerte Äpfel fördern vorzeitiges Austreiben!

Mitgelagert werden ausgesuchte Pflanzkartoffel für das nächste Jahr.  

 

 

WIE  KAM  DIE TOLLE KNOLLE  ZU  UNS  NACH  MITTELEUROPA?

Nach Europa gelangte die Kartoffel – allerdings ohne liebevoll mitgereichte Kochanleitung - im Zuge der Eroberung Südamerikas. Sie verbreitete sich von Spanien und England aus. 

  1. Von Spanien aus:
    Pizarro brachte rotschalige Kartoffeln aus dem Inkareich mit nach Spanien an den Hof Philipps II.
    In der Folgezeit wurde die Kartoffel in kleinem Umfang angebaut. Sie wurde den Kranken als leichtverdauliche Kost verabreicht und auf Seefahrten mitgenommen, wo sie durch ihren Vitamin C Gehalt Skorbut verhinderte.
    Seeleute waren es auch, die das erste Fass Kartoffeln nach Antwerpen, das zu dieser Zeit zu den „Spanischen Niederlanden“ und später zu den „Österreichischen Niederlanden“ zählte, brachten und damit den Kartoffelanbau in diesen Ländern initiierten. 
  2. Von England aus:
    Der Sklavenhändler John Hawkins, der erste seines Gewerbes, brachte gelbschalige Kartoffeln aus Venezuela nach England (Quelle: U. Körber-Grohne) an den Hof Elisabeth I. .
    Sir Walter Raleigh, ein Günstling der Königin, ließ im Zuge der britischen Kolonialisierung Irlands auf seinem „erworbenen“ Gehöft die Kartoffeln als Feldversuch anpflanzen, betreut von irischen "Pächtern". Die irischen Bauern durften in dieser Zeit ihr auch ihr einstmals eigenes Land nur mehr als Pächter bearbeiten. Vieh und Getreide dienten als Pachtzahlung an die fremden Großgrundbesitzer. Die Kartoffel allerdings blieb als einziges Lebensmittel von der Pachtzahlung ausgenommen.
    Sie wurde von den Iren in den damals gebräuchlichen zwei Sorten angebaut. Da sie gut gedieh, entwickelte sie sich zum Grundnahrungsmittel der irischen Bevölkerung. Schon ein kleines Stück Land reichte aus, um eine Großfamilie mit Kartoffeln zu ernähren, … bis die große Katastrophe eintrat: Die Kartoffelfäule erreichte Irland und vernichtete Jahre hindurch die gesamte Kartoffelernte, da die beiden Sorten höchst anfällig für den eingeschleppten Pilz waren!
  • Verzweifelt erlebten die Iren, dass große Mengen an Nahrungsmitteln als Pachtzahlung von Irland nach England gebracht werden mussten, obwohl die Menschen in Irland hungerten und verhungerten. Während dieser fünfjährigen Hungerszeit (1845-1849) wanderten viele Iren nach Amerika aus. Die einseitige Ernährungsgrundlage wurde überdacht und die bis heute andauernde Suche nach pilzresistenten Kartoffelsorten begann.

In den übrigen Ländern Europas verbreitete sich die Kartoffel nur langsam:

Am Anfang war sie als Rarität aus Übersee ein begehrtes Objekt für Fürsten, Ärzte und Apotheker, zu deren Prestige ein Botanischer Garten bzw. Apothekergarten gehörte. So hielt sie auch Camerarius, ein Nürnberger, in seinem Kräutergarten und Carolus Clusius fertigte das erste Aquarell dieser Pflanze an. Man bewunderte die Blüten, mit denen man / frau sich die Perücken schmückte, kostete widerwillig die üblen Samenstände und fand die Knollen von kratzigem Geschmack. Es gab auch Ausnahmen: 1580 schenkte der Landgraf Wilhelm von Hessen seinem Kollegen in Sachsen einige Knollen „Taratouphli“, wie er sie nanntet, mit der Bemerkung, dass "Dießelbige wenn sie gekocht werdenn, seindt sie gar anmuthig zu eßenn." (Textquelle) Es war die richtige Zubereitung, die das giftige Solanin aus der Knolle entfernte und sie „anmuthig eßenn“ ließ!

Erst gut 100 Jahre später gelang der tollen Knolle, unterstützt durch die Autorität besorgter kaiserlich-königlicher Majestäten, der Durchbruch in ganz Europa:

  • Zar Peter I. lernte in den Niederlanden nicht nur den Schiffsbau, sondern auch die nahrhafte, gut zu lagernde Kartoffel kennen. Im Kampf gegen die Hungernöte verordnete er nach seinem Amtsantritt ihren Anbau in Russland. Gegen den Willen des Adels, der in ihr eine Pöbelfrucht sah, und gegen den Willen der Altgläubigen, die sie für ein Werk des Teufels hielten.
  • Im deutschsprachigen Raum erkannten der preußische König Friedrich II. und die österreichische Kaiserin Maria Theresia den Wert der Kartoffel für ihre von Hungersnöten geplagten Untertanen. Doch die blieben skeptisch, obwohl hier auch Vertreter der ökonomischen Aufklärung und der Kirche („Knollenprediger“) dafür warben. Die kaiserlich-königlichen Herrschaften mussten Druck ausüben: Sie verordneten die Anpflanzung der Kartoffel per Dekret und - per Pädagogik. So ließ der Alte Fritz seine brandenburgischen Kartoffeläcker untertags von Soldaten bewachen, um den Kartoffeln den Nimbus des Wertvollen zu geben. Daraufhin griff er - gleich wie seine Feindin Maria Theresia - zu Gratis-Verteilung von Pflanzkartoffeln samt mündlicher Anbau- und Kochanleitung durch Dorfboten!
Essbare Pflanzenteile:
Knolle
Geschmack:
herzhaft nussig
Sättigungswert:
Gut
Aussehen

Blütenfarbe

  • weiß
    weiß
  • rosa
    rosa
  • violett
    violett
  • purpur
    purpur

Form der einzelnen Blüte

  • Blütenblätter glockenförmig verwachsen

Blütenstand

  • Trugdolde

Wuchshöhe

  • bis 1,2 m

Blütenduft

  • ohne

Blattansatz am Stängel

  • gestielt

Stängel

  • aufsteigend niederliegend
  • kantig
  • grün

Unterirdische Pflanzenteile

  • Flachwurzler
  • Sprossknollen

Frucht

  • Beere

Blattform

  • unpaarig gefiedert (imparipinnat)
    unpaarig gefiedert (imparipinnat)

Konsistenz des Blattes

  • behaart
  • weich

Blattrand

  • ganzrandig
VERWECHSUNGSMÖGLICHKEIT MIT GIFTIGER PFLANZE
VERWECHSUNGSMÖGLICHKEIT MIT ESSBARER PFLANZE
Kultivierung
Lichtanspruch
  • Sonnig
Wasserbedarf
  • Kommt mit Durststrecken gut zurecht.
Bevorzugte Erde
  • kalkarm
  • leicht
  • nahrhaft
  • durchlässig
  • steinig, kiesig
Winterhärte
  • +4°C
Reihenabstand
  • 50 cm
Pflanztiefe
  • 8 cm
Zehrer
  • Mittelzehrer
Lebenszyklus
  • einjährig
Erste Ernte nach
  • 12 Wochen
  • 16 Wochen
Anbaupause
  • 3 Jahre
Gesundheit
Wirkung

laut Volksheilkunde:

, Knolle
gekocht
, Knolle
gekocht
, Samen
gekocht
, Knolle
Roher Kartoffelsaft
Anwendungsgebiete

laut Volksheilkunde:

Gekochte Kartoffeln ohne jegliche Zutaten

Gekochte Kartoffeln ohne jegliche Zutaten

Mischung zum Auftragen: roher Kartoffelsaft (Kartoffel fein reiben und auspressen) + gleich viel Wasser, das mit Zitronensaft versetzt wurde.

Warme Pellkartoffel in Küchenpapier packen und leicht niederdrücken. Die Packung auf das Genick binden.

Bei Krämpfen, aber nicht bei Entzündung!! Warme Pellkartoffel in Küchenpapier packen und leicht niederdrücken. Die Packung auf den Unterbauch legen, so lange sie als angenehm empfunden wird. Anschließend Warm-up-Creme oder   Johanniskrautsalbe  oder Johanniskrautöl auftragen.

 .

Bei Krämpfen, aber nicht bei Entzündung!!  - Warme Pellkartoffeln in Küchenpapier packen und leicht niederdrücken. Die Packung auf den rechten Oberbauch legen, so lange sie als angenehm empfunden wird .

Warme Pellkartoffeln in Küchenpapier packen und leicht niederdrücken. Die Packung auf die schmerzende Stelle legen, so lange sie als angenehm empfunden wird. Anschließend entweder Heilbalsam der Rosa oder Johanniskrautsalbe oder Warm-up-Creme auftragen.

Warme Pellkartoffeln in Küchenpapier packen und leicht niederdrücken. Die Packung auf die schmerzende Stelle legen, so lange sie als angenehm empfunden wird. Anschließend entweder Heilbalsam der Rosa oder Johanniskrautsalbe oder Warm-up-Creme auftragen.

Wann Kartoffel pflanzen oder säen?
Hier finden Sie einen praktischen Pflanzkalender mit den richtigen Terminen und Pflegeanweisungen.

Erstfrühling / April

Knolle vorkeimen Pflanzkartoffeln am Fenster bei 10° - 15°vorkeimen
Boden lockern Dabei organischen Dünger einbringen.

Vollfrühling / Mai

Knolle legen
8 cm tief, Abstand 30 cm. Reihenabstand: 50 cm

Frühsommer / Anfang Juni bis dritte Juni Woche

Jungpflanzen anhäufeln
Erde als Wall an die Pflanzen ziehen.

Hochsommer / dritte Juni Woche bis Anfang August

Ungeeignete Beikräuter entfernen
durch Hacken; fördert auch die Wasserführung.

Frühherbst / Ende August bis Ende September

Knolle ernten
Einige Stunden im Freien trocknen lassen, dann dunkel, kühl lagern.

Vollherbst / Ende September bis Mitte Oktober

Knolle ernten
Einige Stunden im Freien trocknen lassen, dann dunkel, kühl lagern.