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Conrad Gesner
Conrad Gesner

Conrad Gesner

Conrad Gesner, 1516 – 1565, Schweiz

  • Naturforscher, Arzt, Altphilologe, Botaniker, Graphiker, Pest-Toter
  • Namensgeber sowohl der Pflanzenfamilie der Gesneriengewächse und als auch der Gartentulpe: Tulipa gesneriana
  • „Vater der Botanik“: Er versuchte eine Systematik der Pflanzen zu entwickeln, dazu legte er auch Versuchsgärten an. Auf Gesners Arbeiten konnte Linnè aufbauen.

Gessner (sein Namen wird unterschiedlich geschrieben) gilt als einer der berühmtesten und wichtigsten Naturforscher und Gelehrten der Schweiz.

Seine Bedeutung beruht unter anderem darauf, dass er sich nicht ausschließlich auf die tradierten Erkenntnisse der Antike und des Mittelalters verließ, sondern seine eigenen Naturbeobachtungen höher wertete. Sein überdurchschnittliches Zeichentalent unterschied ihn von seinen Fachkollegen. Er illustrierte seine Pflanzenbeschreibungen in hoher Qualität selbst. 

Das bekannteste Werk Gesners ist seine Historia animalium, das 1565, im Jahr seines Todes, als «Thierbuch» veröffentlicht wurde. Bei der Gliederung orientierte sich Gesner an den Vorgaben der Tierbücher des Aristoteles und Albertus Magnus.

Eine Originalseite aus diesem Buch, die in dem entzückenden Buchdruckmuseum in Strada , Schweiz, ausgestellt ist, darf Wildfind zeigen. Es zeigt und beschreibt einen Vogel, der auch heute noch – mit etwas Glück - als „fliegender Edelstein“ an den Ufern des unverbauten Tiroler Lech beobachtet werden kann. 

Gesner erforschte Pflanzen in den verschiedenen bürgerlichen und herrschaftlichen Gärten der Schweiz und legte selbst Versuchsgärten an, aus denen sich der Alte Botanische Garten Zürich entwickelte.
Bei seiner Besteigung des Pilatus im Jahr 1555 fertigte er Beschreibungen von ca. 40 Pflanzen an, darunter Enzianarten, einige Steinbrechgewächse, Weißer Germer und Silberdistel. Auch stellte er generell fest, dass sich die Pflanzen der Berge in ihrem Habitus von jenen der Ebene unterscheiden.

Gesners Abbildung und Beschreibung einer der ersten Tulpen in Europa (1561) veranlasste rund 100 Jahre später Carl von Linné, diese Pflanzen nach ihm zu benennen: Tulipa gesneriana, die Gartentulpen als Kulturform der Wildtulpen.

 

In seinem letzten Lebensjahrzehnt begann Conrad Gesner eine umfangreiche botanische Enzyklopädie, die „Historia Plantarum“, zu erstellen. Ihre besondere Bedeutung liegt in den ungewöhnlich sorgfältigen Darstellungen. Gesner konzentrierte sich in seinen Zeichnungen auf eine detaillierte Darstellung des Habitus einzelner Pflanzen, bei denen er einzelne, besonders charakteristische Teile mitunter stark vergrößerte. Die Zeichnungen ergänzte er mit ausführlichen Randnotizen und wissenschaftlichen Anmerkungen. Dabei ging er auf die spezifische Wuchsform der einzelnen Pflanze ein, beschrieb den Fundort und wies auf Details in Struktur und Form hin.
1500 Blätter hatte er bereits geschaffen, als die Pest ihn dahinraffte, die 1565 in Zürich, wo er als Stadtphysikus u. a. den Reformator Heinrich Bullinger, der an die Pest-Epidemie seine Ehefrau und drei Töchter verloren hatte, pflegte.

Gesner starb als weltbekannter und geachteter Gelehrter..

Doch sein Werk lebte weiter: Sein Nürnberger Kollege Joachim Camerarius der Jüngere kaufte Gesners Nachlass  und vervollständigte damit 1586 die zweite deutsche Neuauflage des Kräuterbuches des Pietro Andrea Mattioli „Neuw Kreütterbuch“. - Das Buch war ein sehr großer Erfolg, da in ihm die medizinischen Schriften Mattiolis mit den revolutionären Pflanzendarstellungen Gesners gekonnt verbunden wurden. 

Gesners umfangreiches Pflanzenwerk wurde 1972 bis 1991 unter dem Titel «Conradi Gesneri Historia Plantarum» erneut herausgegeben.