Fava
Oft wird Fava mit Hummus verwechselt, denn beide sind optisch ähnliche Breie aus Hülsenfrüchten, die seit Urzeiten als Nahrung dienen, in Mitteleuropa zwischenzeitlich beinahe vergessen wurden, aber jetzt wieder ein wertschätzendes Comeback erleben: Linsen, Kichererbsen, Platterbsen und Puffbohnen. Im Urlaub in Ländern des östlichen und nordafrikanischen Mittelmeerraumes mit Genuss verspeist, erobert das ehemalige „Arme-Leute-Essen“ zurzeit als beliebte mediterrane Vorspeise oder als kleine Mahlzeit unsere ernährungsbewusste Küche, die auch gerne neue Geschmacksrichtungen kennenlernt.
Der Unterschied zwischen Hummus und Fava liegt im Geschmack:
- Hummus hat Kichererbsen als Basis und neben Olivenöl und Zitrone Tahini als würzende Zutat,
- während Fava kein Tahini enthält und aus den Kernen einiger Hülsenfrüchtearten gekocht werden kann. Dazu zählen gelbe Linsen, die Dicke Bohne (Getrocknet und bereits geschält gibt es sie als „Favabohnen“ im Handel) und einige, allerdings im Dauergenuss giftige Platterbsenarten , die als griechische Spezialität auf der Insel Santorin und auf der Peloponnes für Fava verwendet werden. Als Ersatz dafür kann man unverfänglich und lecker herkömmliche Schälerbsen (Spalterbsen) verwenden, die im Lebensmittelhandel leicht erhältlich sind. Sie sind – wie auch Linsen und Dicke Bohnen - neben Kohlenhydraten reich an Mineralstoffen und Protein.
Wie wird Fava zubereitet?
Das Prinzip ist einfach:
Gekochte Dicke Bohnen oder Platterbsen der Insel Santorin bzw. deren Alternativen, die gelben Schälerbsen und die gelben Linsen, werden zu einem Püree verrührt, das mit Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer gewürzt und mit ein wenig Olivenöl und rohen, roten Zwiebeln garniert wird, oft ergänzt mit Kapern und Kräutern und, wenn man Glück hat, mit knackigem Meerfenchel oder eingelegten Kapernblättern..
Doch der „Teufel“ steckt im Detail, nämlich in den harten, schwer verdaulichen Bohnenschalen! Um dem zu entkommen, gibt es mehrere Möglichkeiten:
- Junge, frische Kerne der Dicken Bohne mit zarter Schale aus dem Garten oder vom Markt verwenden, was in Griechenland im Frühling gerne praktiziert wird. Bei uns werden sie außerdem sowohl tiefgefroren als auch in Gläsern angeboten. Vor ihrer Zubereitung zu Fava müssen sie nicht eingeweicht werden und sind trotzdem schnell gar. Für Fava werden sie stückig gelassen. Siehe Foto der kretischen Parea!
- Ältere, große, frische oder getrocknete Bohnenkerne kochen und anschließend (zeitaufwendig) schälen.
- Clever: Geschälte, getrocknete Dicke Bohnen (= Favabohnen) kaufen und verwenden. Vor dem Kochen 1 bis 2 Stunden in reichlich Wasser einweichen, dann das Einweichwasser abschütten, in frischem Wasser weichkochen.
- Zuflucht zu getrockneten Schälerbsen (Spalterbsen) und gelben Linsen nehmen! Sie sind bereits geschält und im Handel problemlos erhältlich. Sie werden vor dem Kochen nicht eingeweicht, sind relativ schnell gar, wobei sie – für Fava ideal - sämig zerfallen.
Wie wird Fava verspeist?
Fava wird lauwarm bis zimmerwarm serviert. Traditionell reicht man Pitabrot oder dünnes Fladenbrot dazu, mit dem der fein-aromatische Brei aufgelöffelt wird.
Zutaten
- 200.00 g Favabohnen
- 600.00 ml Trinkwasser
- 2.00 Lorbeerblätter
- 80.00 ml Natives Olivenöl Extra
- 1.00 halber TL Zitronenzesten
- 2.00 EL Zitronensaft
- 3.00 EL Kochsud
- 1.00 Prise Pfeffer
- 1.00 Prise Salz
- 1.00 Knoblauchzehe
- 1.00 rote Zwiebel
- 2.00 EL Fenchelgrün
- 2.00 gestrichene EL Salzkapern
Zubereitung
- 200.00 g Favabohnen
- 600.00 ml Trinkwasser
- 2.00 Lorbeerblätter
- 80.00 ml Natives Olivenöl Extra — je nach Energiebedarf mehr oder weniger
- 1.00 halber TL Zitronenzesten — optionale Zutat
- 2.00 EL Zitronensaft
- 3.00 EL Kochsud
- 1.00 Prise Pfeffer
- 1.00 Prise Salz — die Menge selbst bestimmen
- 1.00 Knoblauchzehe — optionale Zutat
- 1.00 rote Zwiebel
- 2.00 EL Fenchelgrün — Alternativen: frischer Dill, Meerfenchel, Petersilie, eingelegte Kapernblätter, wenig Oregano, Thymian
- 2.00 gestrichene EL Salzkapern — Alternative: abgewaschene Essigkapern
Die Hülsenfrüchte auf Steinchen hin kontrollieren, in einem Sieb unter fließendem Wasser kurz reinigen, dann mit 600 ml Wasser, 2 EL Olivenöl und den beiden Lorbeerblättern bei schwacher Mittelhitze unter gelegentlichem Durchrühren, je nach Sorte, in 25 bis 45 Minuten sämig-weich kochen. Den Schaum, der sich meistens zu Beginn des Erhitzens an der Oberfläche des Wassers zeigt, abschöpfen, denn er würde schnell überkochen.
Die Lorbeerblätter entfernen, anschließend mit dem Großteil des restlichen Olivenöls, mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer mithilfe eines Schneebesens (Quirl) oder eines Stabmixers pürieren.
Fava soll nicht allzu dick sein. Deshalb einberechnen, dass Fava beim Abkühlen noch etwas dicker wird, was durch Unterrühren von warmem Wasser ausgeglichen werden kann.
Fava auf 4 Teller verteilen, mit kleingehackter roter Zwiebel, Kapern und passenden Kräutern garnieren, mit dem restlichen Olivenöl beträufeln.