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Lungauer Balsampappel | Populus trichocarpa 'Lungau'

Lungauer Balsampappel

Botanischer Name: 
Populus trichocarpa 'Lungau'
andere Namen: 
Westliche Balsampappel 'Lungau'
Gattung: /
Art: Populus trichocarpa 'Lungau' / Lungauer Balsampappel
Kommt in Mitteleuropa wild bzw. ausgewildert vor: JA!
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DIE LUNGAUER BALSAMPAPPEL

enthält in Rinde, Knospen, Blättern und Triebspitzen Substanzen, die effektiv entzündungshemmend, abschwellend, schmerzstillend, harntreibend, fiebersenkend und hautpflegend wirken.

Aus ihren Knospen wird bereits seit Jahrhunderten die berühmte Pappelsalbe gemacht.

 

AUSSEHEN

Laut Literatur wird die Lungauer Balsampappel sowohl der Westlichen Balsampappel ("Haarfrüchtige Pappel", Populus trichocarpa) als auch der Balsampappel (Populus balsamifera) zugeordnet. Die gentechnische Bestimmung steht anscheinend noch aus und nimmt weiß, wie sie in den Lungau (Land Salzburg, Österreich) gekommen ist, wo sie schon seit Menschgedenken als Hausbaum gepflanzt und genutzt wird.

Die Lungauer Balsampappel ist ein Laubbaum, der selbst im rauen Klima des Lungaus bis zu 15 m hoch werden kann. Sie bildet dabei eine kegelförmige Krone aus. 

Durch Schnitt kann sie auf akzeptabler Größe gehalten werden. Geschnitten wird sie vor ihrem Austrieb, der bereits Anfang April beginnt. - Die aufspringenden Knospen duften balsamisch, was dem Baum seinen Namen „Balsampappel“ eintrug. - Nach 3 bis 7 Jahren Stand kann sie wie die Westliche Balsampappel auf Stock gesetzt, d.h. auf 40 cm Stammhöhe umgeschnitten werden. Die Stümpfe treiben wieder aus.

Die Lungauer Balsampappel blüht vor ihrem Blattaustrieb. Wie fast alle anderen Pappelarten ist sie zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch), d.h. auf einer Lungauer Balsampappel gibt es entweder nur männliche, 7 cm lange, karminrote Blütenkätzchen oder nur kürzere, grünliche weibliche Blütenkätzchen. Bereits im Mai lassen die weiblichen Bäume ihre weißwolligen, watteähnlichen Samen mit dem Wind durch die Luft fliegen lassen.

Die Laubblätter der Lungauer Balsampappel sind bis zu 20 cm lang und länglich eiförmig. Ihre Oberseite ist dunkelgrün mit leichtem Glanz, die Unterseite heller. Am Rand sind sie fein gekerbt.

Die Lungauer Balsampappel ist ein Flachwurzler mit einem großen Wurzelsystem, das auf seiner Suche nach Wasser, Mauern und Leitungen schaden kann. Deshalb bei einer Pflanzung genügend Abstand zu Gebäuden halten, denn die Wurzeln reichen über den Kronenumfang hinaus!

 

VERMEHRUNG

Vermehrt wird die Lungauer Balsampappel wie andere Pappeln und ihre Verwandten, die Weiden, durch  Steckhölzer.

 

STANDORT

Was den Standort betriftt, ist die Lungauer Balsampappel nicht wählerisch. Zu trocken oder sauer sollte er allerdings nicht sein. Winterkälte und Wind machen ihr nichts aus, zählt doch der Lungau mit Wintertemperaturen bis zu -30° und einer durchschnittlichen Schneebedeckung von 4 Monaten zu den Kältepolen Österreichs. 

 

ZUR HEILENDEN WIRKUNG VON LUNGAUER BALSAMPAPPEL, ZITTERPAPPEL UND SCHWARZPAPPEL

Die heilende Wirkung der Pappel in Form von Aufgüssen ist dem Menschen nachweislich seit der Antike bekannt. Plinius d. Ä., Offizier, Wissenschaftler und Schriftsteller beschrieb sie in seiner  "Historia Naturalis". In der mittelalterlichen Klostermedizin und bei Hieronymus Bock wird sie erwähnt.
Seit der kaiserliche Leibarzt P. A. Matthiolus in seinem „New Kreuterbuch“ die Pappelknospen als medizinisch wirkende Zutat für Salben bei Entzündungen und Verbrennungen der Haut empfahl, trat sie ihren Siegeszug bis in unsere Zeit an.

 

Welche Pflanzenteile werden wann und wofür gesammelt?

  • Anfang April sammelt man die harzenden, aromatischen Knospen und zwar dann, wenn sie sich eben zu öffnen beginnen. Nur die harzigen Knospen enthalten das desinfizierende, entzündungshemmende Propolis! Auch die Bienen wissen das und holen es.
    • Pappelknospen werden am besten frisch verarbeitet, können aber auch bei 35° unter mehrfachem Wenden sorgfältig getrocknet werden. Sie riechen angenehm würzig-balsamisch, schmecken bitter. Medizinisch verwendet werden sie in Form von duftendem Pappelöl,  Pappelsalbe und, wie die Rinde auch, als Tinktur.
    • Eine kulinarische und gesundheitliche Delikatesse: "Pappelmilch" - Dazu werden einige Knospen in Milch bis zu 45° erwärmt, 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und nach Wunsch süßen.
       
  • Im Erstfrühling wird die Rinde junger Zweige gesammelt und als Tinktur angesetzt. Man kann auch Knospen dazugeben.  An bereits gefällten (Windwurf) Bäumen erntet man Rinde, wenn man sie für Speisezwecke verwenden möchte: Die Innenrinde kann geschnitten und gekocht oder getrocknet und vermahlen (Mehlersatz) verspeist werden.
     
  • Im Vollfrühling und Frühsommer schmecken die bitter-aromatischen Blätter roh oder gekocht Mensch und Tier.
     
  • Im Hochsommer werden die Blätter für medizinische Zwecke, vor allem für die Teezubereitung, gesammelt und getrocknet. Getrocknet und vermahlen dienen sie auch als Mehlersatz.

Inhaltsstoffe und Anwendungsgebiete:

Inhaltsstoffe: Phenylglykoside - Populin, Salicin, Salicortin, Tremulacin - , Flavonoide, Gerbstoffe (Tannin), ätherische Öle, Harz, Triterpene, Zimtsäure, Benzoesäure, Zucker

Die amtliche Kommission E betätigte den schulmedizinischen Nutzen von Pappelknospen (Populi gemmae) bei

  • Oberflächlichen Hautverletzungen
  • Äußeren Hämorrhoiden
  • Sonnenbrand
  • Frostbeulen.

 

Die traditionelle Erfahrungsmedizin nutzt die Heilkäfte der Pappel,

äußerlich angewendet als  Pappelöl, Salbe und Tinktur, zusätzlich zu den schulmedizinischen Anwendungsgebieten bei

  • Entzündungen der Haut und Schleimhaut, Hämorrhoiden, bei juckenden Hautausschlägen, Abszessen, Furunkeln, Juckreiz, Fieberblasen
  • Verbrennungen
  • Oberflächlichen Verletzungen,  Knochenbrüchen, Wundheilung, Narbenpflege
  • Gicht
  • Rheumatischen Beschwerden

Innerlich in Form von Tee oder Tinktur bei

  • Gicht
  • Rheumatischen Beschwerden
  • Blasenentzündung
  • Prostataleiden
  • Bronchitis
  • Grippalen Infekten

Wobei für den kurmäßig anzuwendenden Tee neben den klebrigen Knospen auch Blätter und junge Rinde genommen werden. Der Tee wirkt harntreibend,  entzündungshemmend, abschwellend, schmerzstillend. Er schmeckt nicht ganz so herb wie der Weidentee und kann deshalb in geringerer Dosierung auch Kindern verabreicht werden. Im weiteren Vergleich zur Weide kann gesagt werden, dass die Pappel milder wirkt. Ein zusätzlicher Pluspunkt  ist ihre ausgesprochen positive Wirkung auf die Haut!

Innerlich in Form von Kohle

Bei Magenbeschwerden (Blähungen, Sodbrennen, Übelkeit) 3 - 5 Teelöffel pulverisierter (gemixter) Pappelkohle vor oder nach dem Essen einnehmen.

In der Homöopathie

werden primär die frische innere Rinde der jungen Zweige und Blätter der Zitterpappel zur Herstellung herangezogen. Anwendungsgebiete sind Erkrankungen des Urogenitaltraktes einschließlich Prostataleiden.

Tiermedizin

Zubereitungen aus Pappelknospen werden in der Tiermedizin als pflanzliche Entzündungssalbe („Grüne Salbe“) oft und gerne verwendet.

 

Medizinische Pappelprodukte können als Tee, Tinktur, Öl, Salbe, Creme, Globuli, Gel und Suppositorien gekauft werden. Manche davon selbst zu machen tut besonders gut – auf mehreren Ebenen! :)

Hier finden die Wildfind-Rezepte für

Anwendungsbeschränkungen
Erkundigen Sie sich bitte vor der Anwendung von Pappelmedizin bei Ihrem Arzt oder Apotheker, insbesonders wenn Sie bereits andere Medikamente einnehmen.
Wenn Sie an einer Allergie gegen Salicylate (z.B. gegen Aspirin), Propolis oder Perubalsam leiden, sollten Sie auf die Anwendung verzichten.
Gelegentlich verursacht die äußere Anwendung von Pappelknospenprodukten allergische Hautreaktionen

 

TIPPS:

Auf WILDFIND finden Sie auch die Pflanzenportraits von Zitterpappel und Schwarzpappel.

Wer sich mit dem Thema "Speiselaub" auseinandersetzen möchte, dem sei das Buch "Nahrhafte Landschaft" von Dipl. Ing. Dr. Michael Machatschek empfohlen.

Aussehen

Blütenfarbe

  • grün
    grün
  • braun
    braun
Kultivierung
Häusigkeit
  • zweihäusig
Befruchtung
  • Fremdbefruchtung (Insekten)
  • Fremdbefruchtung (Wind)
Häusigkeit
  • zweihäusig
Vermehrung
  • Stecklinge
Lichtanspruch
  • Halbschattig
  • Sonnig
Bevorzugte Erde
  • gut durchfeuchtet
  • kommt auch mit ungünstigeren Bedingungen zurecht
  • humos
  • durchlässig
Winterhärte
  • -34°C
Lebenszyklus
  • ausdauernd
Kultivierungseigenschaft
  • unkompliziert
  • laufend zu beernten
  • kaum Befall mit Schädlingen
Pflegeanforderungen
  • einfache Pflege
Wann Lungauer Balsampappel pflanzen oder säen?
Hier finden Sie einen praktischen Pflanzkalender mit den richtigen Terminen und Pflegeanweisungen.

Erstfrühling / April

Knospen ernten Anfang April
Rinde ernten
Jungpflanzen setzen

Hochsommer / dritte Juni Woche bis Anfang August

Blätter ernten

Vollherbst / Ende September bis Mitte Oktober

Jungpflanzen setzen