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Schwarzpappel | Populus nigra

Schwarzpappel

Botanischer Name: 
Populus nigra
andere Namen: 
Saarbaum
Anwendungsbeschränkungen beachten!
Gattung: /
Art: Populus nigra / Schwarzpappel
Kommt in Mitteleuropa wild bzw. ausgewildert vor: JA!
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Bildmitte: Schwarzpappel am Inn bei Mötz, April.

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Pappeln säumen einen Donauarm bei Aggstein, Niederösterreich.

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Blattwerk einer Schwarz-Pappel an der Drau in Osttirol, Österreich.

Bild 1: Blattaustrieb einer Schwarz-Pappel am Bodensee, Dtld.
Bild 2: Bildmitte: Schwarzpappel am Inn bei Mötz, April.
Bild 3: Pappeln säumen einen Donauarm bei Aggstein, Niederösterreich.
Bild 4: Blattwerk einer Schwarz-Pappel an der Drau in Osttirol, Österreich.
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Bild 5: Blätter, Knospen, Blüten und Samen der Schwarzpappel. Bildquelle: L. Klein "Waldbäume u. Sträucher"
Bild 6: Eine Schwarzpappel im Erstfrühling.
Bild 7: Eine Pappelknospe in der Bildmitte, rechts im Hintergrund eine Schwarzpappel. Im Erstfrühling sammelt man Pappelknospen für medizinische Zwecke.
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    Eine Schwarzpappel in Venedig, Italien.

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    Scharzpappel im Garten von Piazza Dante in Trient, Italien.

 

ZUR HEILENDEN WIRKUNG VON PAPPELN

 

Schwarzpappeln, Zitterpappeln und Balsampappeln

enthalten in Rinde, Knospen, Blättern und Triebspitzen Substanzen, die effektiv entzündungshemmend, abschwellend, schmerzstillend,harntreibend und fiebersenkend wirken. Im Vergleich mit ihrer Schwester, der Weide, kann gesagt werden, dass die Pappel milder wirkt. Ein zusätzlicher Pluspunkt ist ihre ausgesprochen positive Wirkung auf die Haut!

Die heilende Wirkung der Pappel in Form von Aufgüssen und Abkochungen ist dem Menschen nachweislich seit der Antike bekannt. Plinius d. Ä., Offizier, Wissenschaftler und Schriftsteller, beschrieb bereits damals die Silber-Pappel als auch die Schwarz- und Zitter-Pappel in seiner  "Historia Naturalis".

In der mittelalterlichen Klostermedizin und bei Hieronymus Bock wird die Pappel erwähnt.

Seit aber der kaiserliche Leibarzt P. A. Matthiolus in seinem „New Kreuterbuch“ die Pappelknospen als medizinisch wirkende Zutat für Salben bei Entzündungen und Verbrennungen der Haut empfahl, trat sie ihren Siegeszug bis in unsere Zeit an, und aus ihren Knospen wird seitdem die entzündungshemmende und schmerzstillende Pappelsalbe gemacht.

 

  • Für medizinische Zwecke eignen sich Knospen, aber auch Blätter und Rinde junger Zweige folgender europäischer Pappeln: 

Zitterpappel 

Schwarzpappel 

Lungauer Balsampappel

 

  • Vom Beernten der Pappeln

Im Vorfrühling sammelt man die harzenden, aromatischen Knospen und zwar bevor sie sich öffnen. Nur die harzigen Knospen enthalten das desinfizierende, entzündungshemmende Propolis! Auch die Bienen wissen das und holen es. 

Pappelknospen werden am besten frisch verarbeitet, können aber auch bei 35° unter mehrfachem Wenden sorgfältig getrocknet werden. Sie riechen angenehm würzig-balsamisch, schmecken bitter. 

Eine kulinarische und gesundheitliche Delikatesse: "Pappelmilch" - Dazu werden einige Knospen in Milch bis zu 45° erwärmt, 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und nach Wunsch süßen. 

 

Im Erstfrühling wird die Rinde junger Zweige gesammelt.
Achtung: Die Schwarzpappel zählt vielerorts zu den geschützten Pflanzen. An bereits gefällten (Windwurf) Bäumen ernten.

Die Innenrinde kann geschnitten und gekocht oder getrocknet und vermahlen (Mehlersatz) verspeist werden. 

 

Im Vollfrühling und Frühsommer sammelt man die Blätter für Speisezwecke.

Die bitter-aromatischen Blätter schmecken roh oder gekocht Mensch und Tier. 

Buchtipp: Wer sich mit dem Thema "Speiselaub" auseinandersetzen möchte, dem sei das Buch "Nahrhafte Landschaft" von Dipl. Ing. Dr. Michael Machatschek empfohlen.

 

Im Hochsommer sammelt man die Blätter

für medizinische Zwecke und trocknet sie.

Getrocknet und vermahlen dienen sie auch als Mehlersatz

 

Die amtliche Kommission E betätigte den schulmedizinischen Nutzen von Pappelknospen (Populi gemmae) bei

  • Oberflächlichen Hautverletzungen
  • Äußeren Hämorrhoiden
  • Sonnenbrand
  • Frostbeulen.

Die traditionelle Erfahrungsmedizin

nutzt die Heilkäfte der Pappel zusätzlich zu den genannten schulmedizinischen Anwendungsgebieten 

äußerlich angewendet als Salbe und Tinktur bei

  • Entzündungen der Haut und Schleimhaut, bei juckenden Hautausschlägen, Abszessen, Furunkeln, Juckreiz, Fieberblasen
  • Verbrennungen
  • Oberflächlichen Verletzungen,  Knochenbrüchen, Wundheilung, Narbenpflege
  • Gicht
  • Rheumatischen Beschwerden

innerlich in Form von Tee oder Tinktur bei

  • Gicht
  • Rheumatischen Beschwerden
  • Blasenentzündung
  • Prostataleiden
  • Bronchitis
  • Grippalen Infekten

Wobei für den kurmäßig anzuwendenden Arzneitee neben den klebrigen Knospen auch Blätter und junge Rinde genommen werden.

Der Tee wirkt harntreibend,  entzündungshemmend, abschwellend, schmerzstillend.

Zubereitet wird er gleich wie der Weidentee. Er schmeckt nicht ganz so herb wie Weidentee und kann deshalb in geringerer Dosierung auch Kindern verabreicht werden. 

 

In der Homöopathie 

werden primär die frische innere Rinde der jungen Zweige und Blätter der Zitterpappel zur Herstellung herangezogen. Anwendungsgebiete sind Erkrankungen des Urogenitaltraktes einschließlich Prostataleiden.

 

Tiermedizin

Zubereitungen aus Pappelknospen werden in der Tiermedizin als pflanzliche Entzündungssalbe („Grüne Salbe“) oft und gerne verwendet.

 

Anwendungsbeschränkungen 

Erkundigen Sie sich bitte vor der Anwendung von Pappelmedizin bei Ihrem Arzt oder Apotheker, insbesonders wenn Sie bereits andere Medikamente einnehmen.

Wenn Sie an einer Allergie gegen Salicylate (z.B. gegen Aspirin), Propolis oder Perubalsam leiden, sollten Sie auf die Anwendung verzichten.

Gelegentlich verursacht die äußere Anwendung von Pappelknospenprodukten allergische Hautreaktionen.

 

 

Empfohlener Artikel zur Pflanze
Essbare Pflanzenteile:
Innenrinde essbar
Essbare Pflanzenteile:
Baumsaft
Essbare Pflanzenteile:
Blätter
Essbare Pflanzenteile:
Knospen
Essbare Pflanzenteile:
Rinde
Geschmack:
bitter aromatisch
Geschmack:
bitter leicht
Geschmack:
bittermandelartig
Sättigungswert:
Mittel
Aussehen

Blütenfarbe

  • grün
    grün

Wuchshöhe

  • bis 30m
VERWECHSUNGSMÖGLICHKEIT MIT GIFTIGER PFLANZE
VERWECHSUNGSMÖGLICHKEIT MIT ESSBARER PFLANZE
Wann Schwarzpappel pflanzen oder säen?
Hier finden Sie einen praktischen Pflanzkalender mit den richtigen Terminen und Pflegeanweisungen.
Vorfrühling
März
  • Knospen, essbar, bittermandelartig

    Man sammelt die harzenden, aromatischen Knospen, und zwar bevor sie sich öffnen. Nur die harzigen Knospen enthalten zusätzlich das desinfizierende, entzündungshemmende Propolis! Auch die Bienen wissen das und holen es sich für den Bienenstock.

Erstfrühling
April
  • Rinde, gekocht essbar, bitter leicht, Nährwert: Mittel

    Die Wachstumsschicht zwischen der Splintholzzone und der Rinde wird für Speisezwecke verwendet: Kochen oder trocknen und mahlen (Mehlersatz). Die Rinde selbst dient Heilzwecken. Aber: Schwarzpappeln sind geschützt! Auf Windwürfe achten.

Vollfrühling
Mai
  • Blätter, essbar, bitter leicht, Nährwert: Mittel

    Können um diese Zeit roh oder gekocht verwendet werden, schmecken leicht bitter.

Hochsommer
Juli
  • Blätter, essbar, bitter aromatisch, Nährwert: Mittel

    Für medizinische Zwecke sammeln. Für Speisezwecke um diese Zeit trocknen und vermahlen als Mehlersatz verwenden.