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Hekates Kräutergarten - ein Hexengarten
Hekates Kräutergarten - ein Hexengarten

Hekates Kräutergarten - ein Hexengarten

Hekates Kräutergarten - ein Hexengarten

Hekate hatte in Kolchis (= Georgien) am Fluss Phasis neben dem Palast des mythischen Königs Aietes, laut Diodor der Vater ihrer beiden Töchter Medea und Circe, einen großen Garten. Dieser war umgeben von einer 9 Klafter (~ 16 m ) hohen, unüberwindlichen Mauer und zusätzlich geschützt durch 7 Basteien und 3 ehernen Toren, die von der Göttin Artemis als Torhüterin und von flammenäugigen Hunden bewacht wurden. Nähern konnte man sich ihm nur durch Erbringen von Weihe- und Reinigungsopfern, wie Wacholderrauch und mit Kräutern gefüllten, rein-schwarzen Hündchen. 

Warum der ganze Aufwand? - In diesem geschützten Garten zog Hekate in einer Art Permakultur die ihr wichtigen Pflanzen, die ihr bei Geburten, Erotik, Vergiftungen, Entgiftungen, zur  Bewusstseinserweiterung, zur Heilung bei Frauenleiden und Verletzungen dienten und: Die Mitte des Gartens barg auf dem Ast der heiligen Eiche hängend einen großen Schatz, nämlich das von den Argonauten heißbegehrte Goldene Vlies, das zusätzlich bewacht wurde von einem schiffsgroßen, fürchterlichen Drachen. Hier wähnte es sein Besitzer, König Aietes, sicher. Nur Medea und Circe und deren Kusine Artemis, als deren Priesterin Medea fungierte,  hatten ungehinderten Zugang zu Hekates Garten, den ersten Apothekergarten!

  • Wer Hekates duftenden, bunten Kräutergarten nachgestalten möchte, dem seien hier auf wildfind seine Pflanzen aufgezählt, die in interessanter, aber doch mühsamer Arbeit (Gartenarbeit eben ;) eruiert werden konnten.

    Fündig wurden wir beim Lesen der Argonautensage in „Hesiods Werke und Orfeus der Argonaut“,  Übersetzung J. H. Voss, 1817, S. 192 unten ff . Orfeus schildert darin den Diebstahl des Goldenen Vlieses, das ja streng bewacht im Zentrum von Hekates Garten glänzte und gleiste … Die Argonauten sind in Kolchis gelandet und betreten den Garten der Hekate:   

"Hierauf folgt ein Hain im innersten Teil des Verschlosses,
Wo viel frisches Holz aufsteigt mit schattigen Wipfeln,
Lorbeerbäum und Kornellen und schlank erhabene Platanen.
Dort sind auch viel Kräuter, gewölbt um die niederen Wurzeln:
Klymenos, sammt dem edlen Asfodelos, und Adiantos,
Aristeron, zart von Gewächs, und Kypeiron mit Thyron,
Kyklamis, gleich der Viol’, und Erysimon, sammt Horminon,
Stöchas, Paeonia dann, vom Busch Polyknemon umwuchert,
Polion dann, Mandragoras auch, und fahles Diktamnon,
Krokos von süssem Geruch, und Kardamom, neben dem Kemos,
Smilax, dunkler Mohn und niedere Chamaemelon,
Panakes und Alkeja, mit Karpason und Akoniton.
Auch viel andere noch der schädlichen stiegen von Grund auf.
Mitten ragt zu den Wolken ein Eichstamm über die Waldung,
Welcher sich weit ausdehnt, mit laubigen Ästen umdunkelt.
Siehe, daran hängt leuchtend von Gold, an dem langen Gezweig hin
Rings verbreitet, das Vließ; und rasch mit den Augen bewacht es
Jener entsetzliche Drache, das unaussprechliche Scheusal. …"
 

  • Die aufgezählten Pflanzen sind Pflanzen mit  starken  pharmazeutischen  Wirkungen!  Es finden sich darunter Frauenkräuter, Wundkräuter, Kräuter, die aphrodisierend, schmerzstillend, narkotisch, bewusstseinserweiternd oder auch tödlich wirken, und Kräuter, die als Gegengift verwendet wurden. 
  • Sie können mit Pflanzennamen wie Aristeron, Stöchas, Alkeja usw. nicht allzu viel anfangen? Auf den beiden nächsten Seiten finden Sie, eingeteilt in Giftpflanzen und Heilpflanzen der Hekate , die Übersetzungen der Pflanzennamen und dazu passende Fotos!