Obstbäume auswählen, pflanzen, pflegen und schneiden
wieviel Platz er dafür zur Verfügung hat, ob der Baum in einem Pflanzgefäß stehen wird oder als Spalier an einer warmen Hauswand, als Obsthecke, als Teil eines Obstgartens oder als charakteristischer Hausbaum, unter dem Tisch und Stühle für gemütliche Runden Platz finden werden.
Ist der entsprechende Baum gefunden, gepflanzt und angewachsen, und man möchte sich an ihm nicht nur als wunderbaren, bienensummenden Blütentraum erfreuen, zu dem er sich von Natur aus mit nachfolgend vielen kleinen Früchten entwickelt, wird man als Nächstes jährlich zur Baumschere greifen und, seiner Obstart und Wuchsform entsprechend, rechtzeitig den einen und anderen Ast entfernen oder leiten. Das werden bei schwach wachsenden Bäumen wenige sein, bei den rasanten mehr.
Die WILDFIND-Leute, die nämlich selbst gerne mit blühenden Bäumen leben, aber auch gerne in selbstgezogenes Bio-Obst beißen, haben in den nebenstehenden Artikeln alles Wichtige über Obstbaumformen, Pflanzung, Pflege und altersgemäßen Schnitt zusammengefasst, damit Sie selbst Ihre Obstbäume mutig und mit Verständnis pflegen und sich an ihren guten Erträgen erfreuen können!
Sorten der Obstbäume, ob früh-, mittel- oder spätreifend, aromatisch und widerstandsfähig gegen Krankheiten etc., sind übrigens bei den Pflanzenportraits der jeweiligen Obstbäume aufgelistet.
Pinzieren / "Juniknipp" bei Spalierobst und Marille / Aprikose
Vorteile des Pinzierens (= des Entspitzens von diesjährigen Jungtrieben):
Das Pinzieren (Entspitzen) kann an allen Spalierbäumen jeder Obstart durchgeführt werden, an freistehenden Bäumen wird es in der Regel nur bei Marillen / Aprikosen durchgeführt werden.
Man pinziert (entspitzt) längere diesjährige Jungtriebe, die aus den Seitenästen wachsen und für den Kronenaufbau nicht benötigt werden.
Was bewirkt das Pinzieren / Entspitzen?
Der Blütenansatz wird gefördert,
das Triebwachstum eingebremst
und es wird Licht in die Baumkrone gebracht.
So einfach wird es gemacht:
Man wirft im Juni öfters einen Blick auf die Spalierbäume und, so man welche besitzt, auch auf die freistehenden Marillen / Aprikosen:
- Sobald sich an nicht benötigten, überzähligen Jungtrieben 12 - 15 Blätter voll entwickelt haben, die nicht ausgereiften Blätter der Triebspitze und die Blattrosette an der Basis werden nicht mitgezählt, werden sie auf 4 - 6 Blätter eingekürzt, was durch Auskneifen oder durch Zurückschneiden geschehen kann.
- Sollte der pinzierte Trieb im Laufe der nächsten Wochen nochmals durchtreiben, wird der neuerliche Triebzuwachs im Spätsommer in der zweiten Augusthälfte auf 2 Blätter zurückgenommen.
Juniriss und Junischnitt
Ein JUNISCHNITT, gelegentlich wird er als „Grünschnitt“ bezeichnet, wird an den zu entfernenden Zweigen, die noch nicht verholzt, die „grün“ sind in dem Sinn, dass sie eben erst, jung und frisch, gewachsen sind, vorgenommen. Er wird zum Vorteil bei allen Obstbaumformen durchgeführt.
Man entfernt durch Schnitt ungünstig stehende, einjährige Triebe, die weder für den Ertrag noch für den Kronenaufbau benötigt werden und deshalb sowieso mit dem Sommerschnitt bzw. mit dem Winterschnitt entfernt werden müssten. Meistens sind das Steiltriebe und Konkurrenztriebe.
An der Schnittstelle kommt es in der Regel während der folgenden Monate zu einem schwachen Neuaustrieb, was letzten Endes zu einer Triebberuhigung führt. Zudem erhalten Baum und Früchte mehr Luft und Sonne in einer Zeit, wo für die Früchte noch keine Sonnenbrandgefahr besteht. Außerdem wird die Stippe verringert.
Eine Abart des Junischnittes mit den gleichen positiven Folgen ist der JUNIRISS:
Noch krautige, einjährige, nicht benötigte, ca. 30 cm langen Triebe werden, wo es möglich ist, am Ansatz ausgerissen. Ein Neuaustrieb im selben Jahr wird durch das automatische Mitreißen eines kleinen Stückes Basisrinde unterbunden. Gleichzeitig wird das Baumwachstum beruhigt.
Sowohl Junischnitt und Juniriss sollten bis zum Johannistag (24. Juni) abgeschlossen sein.
Fruchtausdünnung
Eine Fruchtausdünnung betrifft vor allem Marillen (Aprikosen), Zwetschgen, Pflaumen, Pfirsiche, Nektarinen, Weintrauben, Äpfel und Birnen.
Sie wird händisch erledigt. Zu viele Früchte am Baum führen zu kleinen, schwach aromatischen Früchten!
Das händische Ausdünnen beginnt, je nach Obstsorte, ab Mitte Mai, Anfang Juni bzw. gegen Ende des natürlichen Junifruchtfalles hin, sobald man die kommende Qualität (Krüppelfrüchte) an den noch kleinen, grünen Früchten erkennen kann. Auf jeden Fall ausdünnen, bevor der Kern hart zu werden beginnt! Eine zu späte oder zu geringe Ausdünnung der Früchte wirkt sich nicht nur negativ auf die Qualität der Früchte, sondern auch auf die Blüte und den Ertrag im Folgejahr aus.
Entfernt werden
- Schattenfrüchte des Kroneninneren
- zu kleine Früchte
- beschädigte Früchte
Wie wird es gemacht?
- Bei Äpfeln, Birnen, Pfirsichen, Nektarinen werden pro Früchtebüschel nur ein bis zwei Früchte gelassen. Zwischen einzel stehenden Früchten und zwischen den jeweiligen Früchtebüscheln sollte eine Handbreit Abstand sein.
- Marillen, Zwetschken und Pflaumen werden auf 5 cm Abstand, oder etwas mehr, ausgedünnt.
- Eine zusätzliche Fruchtausdünnung per Hand kann bei Äpfeln und Birnen im Juli und August erfolgen
Umveredeln von Obstbäumen
- Man kann eine Sorte auf den Baum bringen, die einem besser zusagt.
- Das Heranziehen eines Mehrsortenbaumes ( Fruchtduett, - trio, - quartett) wird dadurch möglich.
- Mit dieser Methode gelingt es, eine ideale Befruchtersorte in den bestehenden Baum zu setzen.
- Wenn eine Baumkrone stark beschädigt ist, wird sie durch Pfropfen hinter der Rinde neu aufgebaut.
Diese Methode des Veredelns wird unter den Voraussetzungen angewendet,
- dass der Baum gesund ist
- nicht viel älter als 10 Jahre
- Geeignete Edelreiser vorhanden sind: einjähriger Langtrieb, 30 – 40 cm lang, bleistiftdick, nicht vertrocknet. Kein kurztriebiges Fruchtholz!
Die Augen an der Basis und Spitze des Langtriebes sind schlecht zur Veredlung geeignet, besonders bei Kirschen. Man schneidet sie allgemein im Verlauf der Veredelung weg und nimmt den Mittelteil, der aber noch 3 – 6 Augen aufweisen muss. - Der Baum muss Äste mit einem Durchmesser von 3 cm bzw. bis zu 8 cm zu bieten haben.
- Pfropfköpfe bis 3 cm erhalten ein Reis
- bis 5 cm 2 Reiser
- bis 6 cm 3 Reiser
- bis 8 cm 4 Reiser.
- Es muss eine ausreichende Verwandtschaft zwischen Baum und Edelreis gegeben sein:
- Apfel auf Apfel, auch Sämling
- Birne auf Birne, auch Sämling bzw. Quitte
- Sauerkirsche auf Vogelkirsche, Steinweichsel
- Quitte auf Quitte, auch Sämling, versuchsweise auf Eberesche oder Weißdorn
- Mispel auf Mispel, auch Sämling, versuchsweise auf Eberesche oder Weißdorn
- Holunder auf Holunder
- Pflaumenverwandte auf Pflaumenverwandte oder Sämlinge, Wurzeltriebe
- Kirsche auf Kirsche, auch Sämling
- Bei Süßkirschen und Pflaumen / Zwetschken ist das Pfropfen hinter die Rinde im Spätsommer („Sommerveredlung“) von Vorteil, denn ihre in der Saftruhe des Winters geschnitten Edelreiser treiben oft schon an, bevor die Frühjahrsveredelung durchgeführt werden kann.
Bei der Sommerveredelung werden die Reiser frisch vom Baum geschnitten, anschließend entblättert, die Blattstängel jedoch sollen stehen bleiben, und bis zur Veredelung in feuchte Tücher einschlagen und gekühlt gelagert. Verwendet werden die Sommerreiser - gleich wie die Winterreiser - für ein Pfropfen hinter die Rinde.
- Bei Süßkirschen und Pflaumen / Zwetschken ist das Pfropfen hinter die Rinde im Spätsommer („Sommerveredlung“) von Vorteil, denn ihre in der Saftruhe des Winters geschnitten Edelreiser treiben oft schon an, bevor die Frühjahrsveredelung durchgeführt werden kann.
- Pfirsich und Marille (Aprikose) eignen sich nicht für die Reiserveredelung im Frühjahr, sondern besser für eine Augenveredelung (Okulation) im Sommer.
Was benötigt man für das Pfropfen hinter die Rinde?
- Geeignete Edelreiser der gewünschten Sorte(n): Nicht vertrocknet, aber auch noch nicht ausgetrieben, ein Mehrfaches dünner als der Stamm bzw. der Ast, der veredelt werden sollte.
- Stichsäge
- Okuliermesser
- Bast
- Baumwachs bzw. Veredelungswachs
Wann ist der beste Zeitpunkt für ein Pfropfen hinter die Rinde?
Der beste Zeitpunkt für eine Frühjahrsveredelung ist an einem frostfreien, trüben Tag zwischen Ende April und Ende Mai, sobald der Baum gut im Saft steht und sich die Rinde leicht lösen lässt.
Der beste Zeitpunkt für eine Sommerveredelung ist ab August bis Anfang September bei bewölktem, aber trockenen Wetter.
Wie bereitet man die Äste vor?
Mit einer Stichsäge sägt man die Äste, die als Pfropfköpfe dienen werden, auf Stummel zurück. Die Länge der Stummel kann individuell gehandhabt werden. Der Sägerand wird als Vorbeugemaßnahme vor Pilzinfektionen und für eine schnellere Wundheilung mit der Hippe glatt geschnitten.
Zumindest im unteren Kronenbereich müssen einige bestehende "Zugäste" unbeschnitten bleiben. Sollte eine umfangreiche Umveredelung vorgenommen werden, können die Zugäste im Laufe von 3 – 5 Jahren nach und nach an ihrem Ansatz weggeschnitten werden.
Sollte die Baumkrone stark beschädigt sein, wirft man sie im Spätwinter ab, d.h., man sägt sie vollständig weg. Dadurch wird der Stamm zum Pfropfkopf, in den man später die Edelreiser setzt.
Vorgang des Pfropfens hinter die Rinde:
- Es soll möglichst rasch gearbeitet werden, denn die Schnittflächen dürfen nicht austrocknen. Dabei weder die Schnittflächen des Pfropfkopfs noch die des Edelreises berühren!
- Am glattgeschnittenen Pfropfkopf wird, auf seiner oberen Mitte beginnend, pro Edelreis mit einem geraden Veredelungsmesser ein gerader, 3,5 cm langer Längsschnitt der Rinde angebracht, der in einem Winkel von 90° zur Umfangslinie des Pfropfkopfes steht.
- Pfropfköpfe bis 3 cm Durchmesser erhalten ein Reis,
- bis 5 cm 2 Reiser,
- bis 6 cm 3 Reiser,
- bis 8 cm 4 Reiser.
- Stärkere Äste sind weniger geeignet.
Die Reiser werden gleichmäßig, in der oberen Astmitte beginnend, um die Schnittfläche verteilt. Werden mehrere Reiser eingesetzt, vermindert sich nicht nur das Anwachsrisiko, sondern wirkt sich auch positiv auf die Heilung der Schnittwunden aus.- Im Jahr nach der Veredelung wird pro Ast nur das stärkste Reis belassen. Aus statischen Gründen jenes bevorzugen, das sich in der oberen Astmitte befindet und stark ist.
- Die Rinde wird vom Schnitt weg nach beiden Seiten hin vorsichtig so weit gelöst, wie das Edelreis dick ist.
- Nun wird das untere Ende des Edelreises zurechtgeschnitten: Es erhält in einem Zug einen 4 cm langen Schrägschnitt. In der Mitte der Rückseite des Schrägschnittes sollte sich ein Auge („Zugauge“) befinden.
- Die Rinde wird vorsichtig angehoben und das Edelreis mit der Spitze voran, mit der Schnittfläche zum Baum zeigend, vorsichtig hinter die Rindenflügel so geschoben, dass das Zugauge mittig zwischen den Rindenlappen zu liegen kommt, und der Schnittrand des Reises ca. 3 - 5 mm über den Pfropfkopf hinaus steht.
- Die Spitze des Edelreises wird so zurückgeschnitten, dass dem Reis, zusammen mit dem Zugauge, 3 - 6 Augen verbleiben.
- Nun wird der Pfropfkopf mitsamt den Veredelungsstellen mit Bast straff umwickelt und verknotet, wobei das Zugauge frei bleibt.
- Anschließend werden Pfropfkopf + Veredelungsstelle + Zugauge + untere und obere Schnittfläche des Reises lückenlos mit Baumwachs (Veredelungswachs) verstrichen. Bei einer Sommerveredelung kann auch das ganze Edelreis bestrichen werden. Das Baumwachs verhindert Austrocknung und Eindringen von Nässe und Fäulnis, fördert Heilung und Anwachsen.
- Im darauffolgenden Frühjahr wird der Bast durchtrennt, um ein Einwachsen zu vermeiden.
Bemerkungen:
Da unterschiedliche Obstbaumsorten auch unterschiedliches Wuchsverhalten zeigen, wird der Baum durch entsprechende Schnittarbeiten in Balance gehalten: Wüchsige Zweige erhalten gegebenenfalls wenig Schnitt, lange werden eingekürzt, schwach wachsende durch sinnvolles Zurückschneiden in ihrem Wachstum angeregt. Siehe Obstbaumschnitt !
Wer sich über weitere Veredelungsmethoden informieren möchte, z. B. über Verbessertes Rindenpfropfen, das bei schwierig zu veredelnden Steinobstarten wie Marille und Pflaume angewendet wird, wird h i e r fündig.
Edelreiser schneiden
EINE KURZE ANLEITUNG ZUR EDELREISERGEWINNUNG
- Wann wird geschnitten?
Von Apfel- und Birnbäumen können bis Ende Februar Edelreiser genommen werden.
Edelreiser von Kirschen, Zwetschken und Marillen sollten nur bis Ende Jänner geschnitten werden.
Edelreiser schneidet man an einem sonnigen, frostfreien Wintertag. Die Außentemperatur sollte so um die 0 Grad liegen. Minusgrade und feuchte Witterung sind nicht empfehlenswert.
- Edelreis auswählen
Ideal sind bleistiftstarke bis fingerdicke, 30 - 40 cm lange Abschnitte aus der Basis gesunder einjähriger Langtriebe, die mit Holzknospen besetzt sind.
Wie erkenne ich einen einjährigen Langtrieb? - Einjährige Triebe haben meist eine hellere Rinde als älteres Holz. Sie sind ohne Verzweigungen und tragen in größeren Abständen Knospen.
Wasserschosser (Wassertriebe) von Bäumen, die stark zurückgeschnitten worden sind, sind als Edelreiser in der Regel ungeeignet, da sich die Knospen auf solchen Trieben schlecht entwickelt haben.
- Edelreis schneiden
Die ausgewählten Reiser werden an ihrer Basis mit einem scharfen Messer oder mit einer Baumschere durchschnitten.
- Lagerung
Nach Möglichkeit wird der Langtrieb als ganzes Stück gelagert. Sollte das nicht möglich sein, sondern er muss eingekürzt werden, wird diese Kopf-Schnittstelle mit einem Baumwachs versiegelt, um ein Austrocknen zu verhindern.
Die Edelreiser werden bis zu ihrer Verwendung im Frühjahr (Ende März / Anfang April) 10 - 15 cm tief in Sand gesteckt und in ein feuchtes, lichtundurchlässiges Tuch oder in Zeitungspapier (auch feucht) eingeschlagen.
Die Edelreiser dürfen nicht austrocknen, aber auch nicht zu nass gelagert werden. Sie dürfen weder auszutreiben noch zu schimmeln beginnen.
Die ideale Lagertemperatur liegt bei frostfreien 2- 4 Grad (Erdkeller). Von einer Lagerung im Kühlschrank ist wegen Schimmelgefahr abzuraten.
Vor Mäusefraß schützen und nicht neben Äpfeln lagern.
Baumformen, Pflanzung, Pflanzschnitt
- ARTEN UND ZUCHTFORMEN VON OBSTBÄUMEN: WELCHEN OBSTBAUM MÖCHTE ICH?
- Obstbäume werden nach der Art ihrer Frucht eingeteilt in
- Kernobst: Apfel, Birne, Nashi, Quitte, Mispel, Speierling, Elsbeere, Eberesche …
- Steinobst: Marille (Aprikose), Pflaumen, Zwetschgen, Kriecherl, Pfirsich und Nektarine, Süßkirsche, Sauerkirsche …
- Schalenobst: Edelkastanie, Haselnuss, Süßmandel, Walnuss …
- Kernobst: Apfel, Birne, Nashi, Quitte, Mispel, Speierling, Elsbeere, Eberesche …
- Wie groß darf Ihr Obstbaum werden?
Die Wüchsigkeit eines Obstbaumes ist abhängig vom Schnitt, der an ihm durchgeführt wird, aber vor allem von der Wuchskraft der Unterlage, auf die aufgepfropft (veredelt) wurde. Dies wird in der Baumschule gemacht, was nicht heißt, dass man eine Veredelung mit dem nötigen Fachwissen nicht auch selbst vornehmen kann.- Durch die Wahl der Unterlage ist es möglich, dass man je nach Bedarf von ein und derselben Obstsorte Jungbäume kaufen kann, die ausgewachsen Höhen von 20 m bis hinunter auf 2 m erreichen.
- Veredelungen werden an unterschiedlichen Stellen des Baumes durchgeführt: Wurzel, Stamm oder innerhalb der Krone, wo auch einzelne Äste umveredelt werden können. Wie Letzteres bewerkstelligt wird, finden Sie h i e r auf WILDFIND. Sie haben damit eine Möglichkeit zur Hand, auf einem Baum mehrere Sorten einer Obstart wachsen und reifen zu lassen.
- Wie groß ein Jungbaum werden wird, erkennt auch ein Laie an der entsprechenden Bezeichnung der BAUMFORMEN (Zuchtformen):
Die Baumform ist auf dem Etikett, das im Verkauf jedem Jungbaum angeheftet ist, vermerkt. Zur Wahl stehen Hochstamm, Halbstamm, Niederstamm, Buschbaum (= Busch), Spindelbusch und Säulenbaum (= Zwergobstbaum):- Hochstämme
Sie werden mit einer Stammlänge von 160 – 200 cm angeboten. Diese Obstbaumform kennen wir von Streuobstwiesen, bäuerlichen Obstgärten und Birnbaumalleen. Wir schätzen den Hochstamm auch als beliebten Hausbaum, den wir im Frühling als blühendes Wunder erleben und unter dessen lichten Schatten man sich im Sommer gerne erholt. Platz dazu bietet er genug, denn Hochstämme entwickeln einen Kronendurchmesser von 8 – 12 m. Ihre volle Ertragsreife erreichen diese Bäume in einem Alter von ca. 8 Jahren.
- Halbstämme
Sie haben eine Stammlänge von 110 – 150 cm. Ihre Krone erreicht einen Durchmesser von 6 – 10 m. Ihre volle Ertragsreife beginnt in einem Alter von ca. 6 Jahren. Die Ernte gestaltet sich bei Halbstämmen, da sie niedriger bleiben, einfacher als bei Hochstämmen.
- Niederstämme (= Viertelstamm, Meterstamm)
Sie haben eine Stammlänge von 80 – 100 cm. Ihre Krone erreicht einen Durchmesser von 4 – 6 m. Niederstämme werden oft als zwei- bis dreijährige Veredelung gekauft. Ihre volle Ertragsreife startet im dritten Standjahr.
- Buschbäume ( "Busch“ )
Sie haben eine Stammlänge von 40 – 60 cm. Ihre Krone wird als Pyramidenkrone oder Hohlkrone geschnitten. Sie kann einen Durchmesser von 4 – 5 m erreichen. Ihre volle Ertragsreife startet im dritten Standjahr.
- Spindelbüsche (= Spindelbäume) und Schlanke Spindeln (=Schnurbaum)
Sie haben ebenfalls eine Stammlänge von 40 – 60 cm, jedoch entwickeln diese Obstbäumchen ein schwächeres Wurzelwerk und werden als Spindel geschnitten. Sie erreichen Höhen bis zu 3 m, können aber auch kürzer gehalten werden. Der Durchmesser beträgt bei der Schlanken Spindel 1 – 1,5 m, bei den Spindelbüschen 2 – 3 m.- Spindelbüsche und Schlanke Spindeln benötigen bleibend eine Stütze, denn sie sind statisch nicht in der Lage, selbständig ihr Fruchtgewicht oder die Schneelast zu tragen. Die Stütze kann bei einzelnen Bäumen aus einem Pfahl aus Robinien- oder Lärchenholz bzw. Eichenholz bestehen, der bis in die Spitze des ausgewachsenen Baumes reicht, oder aus einem Spalier, an das der Baum angeheftet wird.
- Im Erwerbsobstbau werden Spindelbüsche an Drahtanlagen gezogen.
- Diese Form der Erziehung eignet sich auch gut für den Privatgarten, um bei kleinem Platzangebot in den Genuss von blühenden und fruchtenden Obstbäumchen zu kommen! Man kann damit zudem eine platzsparende Obsthecke aus unterschiedlichen Spindelbusch-Obstsorten, die sich gegenseitig bestäuben, anlegen.
- Die ersten Früchte eines Spindelbusches reifen bereits im zweiten Standjahr, und der, im besten Fall durch den Anbau von Frühobst- und Spätobstsorten zeitlich nacheinander eingeholte Erntesegen, hält sich auch in bearbeitbaren Grenzen ;)
- Trotz aller Pflege ist die Lebensdauer von Spindelbüschen und Zwergbäumen kürzer als die von großkronigen Bäumen. Im Erwerbsobstbau werden sie spätestens nach 15 Jahren gerodet.
- Säulenobst - Zwergobstbäume
Bei Säulenobst ( = Zwergobstbaum ) handelt es sich im Prinzip um Schlanke Spindeln, die jedoch diesen Wuchs mehr oder weniger selbständig – also ohne viel Schnitt - einhalten und kurzes Fruchtholz bilden.- Auch hier ist eine Stütze zeitlebens nötig. Der erste Ertrag ist im zweiten Standjahr zu erwarten.
- Frei ausgepflanzt, d. h. in den Garten gepflanzt, erreichen auch Säulenobstbäume unter guten Bedingungen eine Höhe bis zu 3 m. Sie benötigen dabei keinen Winterschutz.
- Durch die schwache Unterlage des Zwergobstbaumes kann diese Form eines Obstbaumes auch in einem geräumigen Pflanzkübel gedeihen! 30 l Erdvolumen sollte man dem Bäumchen aber schon gönnen, denn es erreicht, im Topf gezogen, immerhin noch Höhen bis zu 2 m.
- Der Zwergobstbaum im Kübel / Trog benötigt während des Winters besondere Zuwendungen:
Man stellt oder rollt den Topf an einen vor Wind und Sonne geschützten Platz und legt ihm eine Styroporplatte unter.
Der Topf sollte bei starken Frösten zusätzlich mit Matten oder Vlies vor lang andauerndem Durchfrieren geschützt werden.
An wärmeren Wintertagen muss schneefreies Balkonobst – wie auch immergrüne, ganzjährige Topfpflanzen (Buchs!) – leicht gegossen werden. Meist erfrieren die Pflanzen nicht, sondern sie vertrocknen!
- Der Zwergobstbaum im Kübel / Trog benötigt während des Winters besondere Zuwendungen:
- Hochstämme
- Obstbäume werden nach der Art ihrer Frucht eingeteilt in
- EINEN OBSTBAUM PFLANZEN
- WANN werden Obstbäume gepflanzt?
- Pflanzzeit für Obstbäume, speziell für die preisgünstigen wurzelnackten Jungbäume, sind
- sowohl der Spätherbst (Mitte Oktober bis Ende Oktober)
- als auch der Frühling (nach der Schneeschmelze, der Boden muss aufgetaut sein und sollte nicht mehr durchfrieren.)
- Marille / Aprikose, Pfirsich, Nektarine , Quitte und Walnuss werden, wie die Weinrebe, im Frühling gepflanzt.
- Bäume mit Pflanzballen ("Containerbäume") können zwar unabhängig von den Jahreszeiten ganzjährig in nicht zugefrorenen Boden gepflanzt werden, bei kleinem Wurzelballen sollten aber auch Herbst und Frühjahr bevorzugt werden. Sie bringen den schnelleren und besseren Anwuchserfolg.
- Pflanzzeit für Obstbäume, speziell für die preisgünstigen wurzelnackten Jungbäume, sind
- WIE wird ein Obstbaum gepflanzt?
Hat man sich für einen Baum, oder mehrere ;) entschieden, kann man ans Pflanzen denken. Beachten Sie dabei die einzuhaltenden Grenzabstände zum Nachbargrundstück (Faustregel: Halber Kronendurchmesser des ausgewachsenen Baumes) und, falls Sie mehrere Bäume pflanzen, darauf achten, dass sie im Abstand eines ganzen Kronendurchmessers zu stehen kommen!- Vorbereitung des Baumes
- Wurzelnackter Baum:
- Beschädigte Wurzeln entfernen, überlange Wurzeln einkürzen.
- Baum für 10 Stunden in einen Eimer mit Wasser stellen, damit er Reserve-Feuchtigkeit saugen kann. Es müssen alle Wurzeln unter Wasser sein.
- Baum mit Wurzelballen (Containerbaum)
- Durchdringend gießen.
- Der Plastikbehälter muss vor dem Setzen des Baumes entfernt werden. Ist der Ballen mit einem verrottbaren Material ummantelt, kann dieses bleiben, muss aber, wenn der Baum in der Pflanzgrube steht, aufgeknotet werden.
- Wurzelnackter Baum:
- Vorbereitung der Pflanzgrube
- Es wird eine Grube von mindestens 60 cm Durchmesser und mindestens 40 cm Tiefe ausgehoben.
- Grassoden getrennt vom Aushub zur Seite legen.
- Die Grassoden finden nach der Pflanzung Verwendung als Gießrand: Dazu werden sie umgekehrt, also mit der Grasseite nach unten, um den Rand der Baumscheibe gelegt.
- Aushuberde wird verbessert und als Pflanzerde verwendet. Das wird so gemacht:
- Steine, die größer als ein Zwei-Euro-Stück sind, aus dem Aushub entfernen.
- Aushuberde, je nach Beschaffenheit, mit reifem Kompost oder Hornspänen bzw. Schafwollpellets, Blumenerde, Sand, Gesteinsmehl vermengen.
- Grubensohle gut lockern.
- Bei Wühlmausplage wird die Grube mit einem Kaninchendrahtgitter lückenlos ausgelegt. Es muss außerdem so weit über den Grubenrand hinausreichen, dass man es nach der Pflanzung des Baumes um seinen Stammansatz schließen kann.
- Grassoden getrennt vom Aushub zur Seite legen.
- Es wird eine Grube von mindestens 60 cm Durchmesser und mindestens 40 cm Tiefe ausgehoben.
- Stützpfahl planen und setzen
- Für alle Obstbaumpflanzungen ist zumindest so lange, bis sie gut eingewurzelt sind, ein Stützpfahl wichtig, den man in die Grube so einschlägt, dass der Baum gegen die Windrichtung angebunden werden kann.
- Bei wurzelnackten Bäumen wird der Pfahl vor dem Pflanzen eingeschlagen, um keine Wurzeln zu verletzen.
- Bei Containerpflanzen schlägt man erst dann, wenn die Pflanze in der richtigen Höhe in der Grube steht, den Pfahl, am Ballen anstoßend, in die Erde, wobei er bei großen Wurzelballen schräg gesetzt wird.
- Der Baumstamm kann auch durch Anbinden an zwei sich gegenüberstehenden Pfählen stabilisiert werden.
- Länge des Stützpfahles, Bindematerial
- Nach dem Pflanzen wird der Baumstamm mit einem weichen, aber stabilen Bindeband oder mit Bindeweide mittels Achterschlinge am Pfahl festgebunden. Zusätzliche Verzwirbelungen des Bandes zwischen Stamm und Pfahl wirken wie ein Abstandshalter, der bei Wind das Scheuern der Rinde verhindert. Sobald der Stamm dicker wird, muss diese Bindung schrittweise gelockert werden. Sie darf nie in die Rinde einschneiden!
- Bei Hoch-, Halb- und Niederstämmen endet der Stützpfahl knapp unter dem Kronenansatz. Er kann nach einigen Jahren, wenn der Baum gut verwurzelt und der Stamm kräftig genug ist, entfernt werden.
- Der Stützpfahl sollte bei Spindelbäumen bis in die Spitze des ausgewachsenen Baumes reichen.
- Für alle Obstbaumpflanzungen ist zumindest so lange, bis sie gut eingewurzelt sind, ein Stützpfahl wichtig, den man in die Grube so einschlägt, dass der Baum gegen die Windrichtung angebunden werden kann.
- Setzen des Baumes
- Während des Einfüllens der Erde wird der Baum in der richtigen Höhe in die Grube gehalten, und zwar so, dass sich die Veredelungsstelle 10 cm oberhalb der Grubenkante befindet.
- Nach halber Füllhöhe die Wurzel leicht rütteln und wässern, damit die Wurzeln guten Bodenschluss bekommen.
- Nach dem Auffüllen der restlichen Erde wird die Oberfläche festgetreten, und man legt rund um die Pflanzscheibe einen 5 – 7 cm hohen Erdwall an, der als Gießwall dient. Dazu können auch, wie oben erwähnt, die Grassoden verwendet werden.
- Anschließend erfolgt ein gründliches Gießen (Einschlämmen) des Baumes. Bei der Pflanzung und im ersten Standjahr sollte nicht mit Wasser gespart werden.
- Auf die Baumscheibe streut man pro m² 30 g (= gut 1 Esslöffel) perlierten Kalkstickstoff, bei saurem Boden mehr, und mulcht sie mit Rindenmulch, Grasschnitt oder Walnussblättern, die durch ihren Gerbstoffgehalt kein Unkraut aufkommen lassen. Die Veredelungsstelle muss dabei immer freibleiben, damit sich keine Konourrenzwurzeln bilden können.
Bei Bäumen, die leicht sauere Erde benötigen, z.B. Quitten und Edelkastanien, keinen Kalkstickstoff aufstreuen!
- Vorbereitung des Baumes
- PFLANZSCHNITT
Der Pflanzschnitt dient dazu, die Triebe zu stärkerem Austrieb anzuregen, den Verlust an Wurzelmasse auszugleichen und die zukünftige Form der Baumkrone (Pyramidenkrone oder Spindel) festzulegen.
Oft werden beim Kauf eines Jungbaumes die wichtigsten Pflanzschnitt-Maßnahmen ohnehin vorab von einem sachverständigen Verkäufer durchgeführt.
Achten Sie bereits beim Kauf des Baumes auf eine günstige Stellung der Leitäste, denn dies erleichtert Ihnen den Kronenaufbau, den das Bäumchen in den nachfolgenden Jahren erfährt!
Wurde der Baum im Herbst gepflanzt, verschiebt man seinen Pflanzschnitt auf den Vorfrühling!
Walnussbäume erhalten keinen Pflanzschnitt!
- Pflanzschnitt eines Bäumchens, das eine PYRAMIDENKRONE entwickeln soll:
- WANN werden Obstbäume gepflanzt?
- Von den vorhandenen Trieben des jungen Baumes werden ein Mitteltrieb (= Stammverlängerung) und 3 – 4 um den Stamm herum gut verteilte Leitäste ( = Seitentriebe) ausgewählt. Sie bilden das bleibende Kronengerüst des Obstbaumes!
- Die Leitäste sollen sich nicht alle an einer Stelle des Stammes befinden, sondern in einem leichten Abstand zueinander.
- Die Leitäste sollten sie in einem Winkel von etwa 45° aus dem Stamm wachsen. Diese ideale Winkelneigung kann man gegebenenfalls durch Abspreizen mittels kleiner Spreizhölzer oder durch Hochbinden mit einem Schlauchband oder mit Bindeweiden erreichen.
- Mit der Baumspitze konkurrierende oder extrem steil stehende Äste werden nicht als Leitäste verwendet, sondern entfernt.
- Herstellen der Saftwaage:
- Die Leitäste werden knapp oberhalb eines nach außen gerichteten Auges (= "schlafende Knospe")so angeschnitten, dass sie alle in gleicher Höhe mindestens 20 cm unterhalb der Spitze des Mitteltriebes enden. Dadurch entsteht die sogenannte „Saftwaage", die auch bei jedem späteren Baumschnitt herausgearbeitet werden möchte.
- Die Leitäste werden knapp oberhalb eines nach außen gerichteten Auges (= "schlafende Knospe")so angeschnitten, dass sie alle in gleicher Höhe mindestens 20 cm unterhalb der Spitze des Mitteltriebes enden. Dadurch entsteht die sogenannte „Saftwaage", die auch bei jedem späteren Baumschnitt herausgearbeitet werden möchte.
- Der Mitteltrieb (die Stammverlängerung) wird „eine Baumscherenlänge" (ca. 20 cm) oberhalb der Zweigenden der Leitäste gekappt. Die Baumspitze bildet mit den Enden der Leitäste ein gedachtes Dreieck.
- Wer eine HOHLKRONE erziehen möchte, entfernt bereits beim Pflanzschnitt den Mitteltrieb auf der Höhe, wo der oberste Leitast aus dem Stamm wächst.
- Wer eine HOHLKRONE erziehen möchte, entfernt bereits beim Pflanzschnitt den Mitteltrieb auf der Höhe, wo der oberste Leitast aus dem Stamm wächst.
- Nachdem der Baum gut angewachsen ist, erhält er in den folgenden Jahren seinen Aufbauschnitt (= Erziehungsschnitt), anschließend den Erhaltungsschnitt und, bereits alt geworden, den Verjüngungsschnitt.
- Die Leitäste sollen sich nicht alle an einer Stelle des Stammes befinden, sondern in einem leichten Abstand zueinander.
Tipp: Wie ein SPINDELBAUM gepflanzt und geschnitten wird, ist h i e r zu finden!
Baumschnitt - Basiswissen
Warum eigentlich soll man einen Obstbaum schneiden?
Falls Sie Ihren Obstbaum vorrangig als jahreszeitliche Zierde und Lock- und Nahrungspflanze für Wildtiere gepflanzt haben, Ihnen die Qualität der Früchte aber nebensächlich ist, entfallen, nachdem der Pflanzschnitt durchgeführt worden ist, die weiteren Schnittarbeiten.
Wenn Sie jedoch neben der Freude an der schönen Pflanze auch aromatisches und gesundes Obst ernten möchten, werden Sie zu Ast- und Baumschere greifen und den Baum seinem Alter entsprechend schneiden:
- Nach dem Pflanzschnitt wird mit dem Aufbauschnitt (Erziehungsschnitt) eine stabile, gut belichtete Krone aufgebaut.
- Dem Erziehungsschnitt folgt der unkomplizierte Erhaltungsschnitt. Mit ihm wird jährlich eine hohe Obstqualität erreicht.
- Alte Obstbäume erhalten einen sachten Verjüngungsschnitt, der ihre ursprüngliche Kronenform herausarbeitet und ihre Triebkraft stärkt.
GRUNDLEGENDES DES OBSTBAUMSCHNITTES
Zuerst einmal darf Mut gemacht werden, die eigenen Bäume, nachdem man sich mit ihrem Schnitt beschäftigt hat, selbst zu schneiden. Mögliche Schnittfehler können im Jahr darauf korrigiert werden!
- Welche Zweige werden weggeschnitten?
- Die steilen Triebe bringen viele Blätter, aber nur wenig Früchte.
- Für die Praxis bedeutet das, dass Äste, aus denen mehrere Steiltriebe wachsen, auf flach stehende Triebe zurückgeschnitten werden.
- Wächst ein Trieb flacher, bringt er Früchte und Blätter, aber wenig Wachstum.
- Für die Praxis bedeutet das, dass Äste, die nur einige Zentimeter neues Längenwachstum zeigen, die zu vergreisen drohen, auf aufrecht stehende Triebe zurückgekürzt werden.
- Aber was ist, wenn es gar keine Steiltriebe gibt?
- Wird ein schräg stehender Trieb stark zurückgeschnitten, bildet er neue Langtriebe. Seine Triebkraft wird gestärkt.
- Wird ein schräg stehender Trieb nur wenig zurückgeschnitten, setzt er für das nächste Jahr Blütenknospen an. Sein Fruchtertrag wird gestärkt.
- Die steilen Triebe bringen viele Blätter, aber nur wenig Früchte.
- „Alternanz“ zeigen Bäume, die nur jedes zweite Jahr tragen.
Sie ist alters- und sortenabhängig. Oft sind es alte Sorten wie Boskoop, Glockenapfel, Grafensteiner. Alternierende Bäume werden im Spätwinter des Jahres, in dem sie Früchte bringen, stärker geschnitten, in ihrem Ruhejahr jedoch nicht oder nur wenig.
- Nicht alles kann ausschließlich durch einen richtigen Schnitt behoben werden. Auch der Stamm und der Wurzelbereich müssen gesund sein! Allzu magerer Boden, Bodenverdichtungen, Trockenschäden, Wühlmäuse, Frostrisse, Baumpilze … schwächen den Baum und müssen beseitigt werden.
- Welches Werkzeug ist notwendig ?
Zur Grundausrüstung zählen Baumschere, Astschere, Fuchsschwanz bzw. Bügelsäge oder Klappsäge, alles in guter Qualität, um sich selbst Ärger und dem Baum unnötige Verletzungen zu ersparen. Weiters können nötig sein: Stehleiter und Bindematerial.
- Wie werden Schere und Säge eingesetzt?
- Man durchschneidet dünne Triebe mit der Baumschere knapp oberhalb eines nach außen gerichteten Auges (= Knospe), d. h. die Knospe darf nicht in das Kroneninnere zeigen. Der Schnitt selbst soll von knapp oberhalb der Knospe weg schräg nach unten führen.
- Äste werden in der Astgabel ohne Stummel zu hinterlassen senkrecht zu ihrer Wuchsrichtung weggeschnitten, wobei der Astring, der am Ansatz des Astes erkennbar ist, nicht mit weggeschnitten werden darf. Er schützt den Baum vor Pilzinfektionen!
- Stärkere Äste schneidet man zuerst bis auf 50 cm vor der Astgabel zurück und anschließend wird der Rest – ohne Astring – weggeschnitten. Auf diese Weise verhindert man ein Aufreißen des Stammes.
- WANN SOLL MEIN OBSTBAUM GESCHNITTEN WERDEN ?
WINTERSCHNITT ALS HAUPTSCHNITT
Kernobstarten, zu denen neben den bekannten Obstarten Apfel, Birne, Quitte auch Mispel, Speierling, Elsbeere und Vogelbeere (Eberesche) zählen, werden hauptsächlich zum Ende des Winters hin ihrer Zuchtform und ihrem Alter entsprechend geschnitten. Man spricht von einem Winterschnitt als Hauptschnitt.
Zeitpunkt des Winterschnittes:
Der Winterschnitt darf nicht bei starkem Frost durchgeführt werden, da die Wundheilung nicht starten kann und dadurch schädliche Pilze leichter in das Holz eindringen. Es empfiehlt sich, den Winterschnitt im ausgehenden Spätwinter, kurz vor Austrieb der Knospen, und bei abnehmendem Mond durchzuführen. - Auf WILDFIND finden Sie einen übersichtlichen und genauen Mondkalender!
Bei der Wahl des Schnitt-Zeitpunktes gilt auch zu bedenken:
Je später im Frühjahr geschnitten wird, desto schwächer wird der Neuzuwachs.
- Alte Bäume, deren Triebwachstum nachgelassen hat, sollten daher möglichst zeitig,
- junge, kaum zu bändigende Bäume dagegen spät geschnitten werden.
- Abgesehen vom Grünschnitt (Laubpflegearbeiten im Juni), wird an Kernobst im Sommer (August) ein dem Winterschnitt entsprechender Sommerschnitt nur dann gemacht, wenn man das Wachstum des Baumes stark beruhigen möchte.
SOMMERSCHNITT ALS HAUPTSCHNITT
Steinobstarten und Schalenobstarten werden hauptsächlich im Spätsommer (zweite Augusthälfte) ihrer Zuchtform und ihrem Alter entsprechend geschnitten. Man spricht von einem Sommerschnitt als Hauptschnitt. Er lässt die Früchte stark wachsender Obstbäume besser ausreifen und steigert ihr Aroma, ihre Größe und Haltbarkeit.
- Zum Steinobst zählen u. a. Aprikose (Marille), Kriecherl, Mirabelle, Pfirsich und Nektarine, Pflaume, Sauerkirsche, Süßkirsche und Zwetschge.
- Zum Schalenobst zählen u. a. Edelkastanie, Haselnuss, Mandel, Walnuss. Edelkastanie und Walnuss fruchten auch ohne Schnitt gut. Müssen die Bäume jedoch in ihrem Wuchs beschränkt werden, geschieht dies im Spätsommer, und zwar nicht jedes Jahr, sondern höchstens alle 10 Jahre.
Zeitpunkt des Sommerschnittes, wenn er als Hauptschnitt durchgeführt wird:
- Frühreifende Steinobstarten werden gleich nach der Ernte geschnitten,
- übriges Steinobst, Schalenobst und Kernobst, das eine Treibberuhigung benötigt, in der zweiten Augusthälfte.
Ein Großteil der Triebe hat um diese Zeit das Wachstum bereits eingestellt. Der Schnitt wird am besten bei abnehmendem Mond durchgeführt. - Auf WILDFIND finden Sie einen genauen Mondkalender!
FRÜHSOMMERLICHE SCHNITTARBEITEN
Im Frühsommer finden einfache Schnittarbeiten statt, die einen Hauptschnitt (Winterschnitt oder Sommerschnitt) nicht ersetzen.
Frühsommerliche Schnittarbeiten werden durchgeführt
- an den überzähligen, jungen, noch krautigen, grünen Trieben als Junischnitt, Grünschnitt, Juniriss
- an Marille und Spalierobst durch Pinzieren
- an überzähligen Früchten durch Fruchtausdünnung
Aufbauschnitt (Erziehungsschnitt) einer Pyramidenkrone
Ein "richtiger" Obstbaum besitzt eine Pyramidenkrone.
Die Pyramidenkrone kennen wir, auch ohne ihren Namen zu kennen. Sie prägte in uns das Bild vom „richtigen“ Obstbaum, der in traditionellen Obstgärten angepflanzt wurde und den wir als Hausbaum kennen, unter dem Gartentisch und Liegestuhl Platz finden, an dem die Jugend ihre Kletterkünste versucht, in dem die Vögel nisten!
Aus arbeitstechnischen Gründen musste er im Erwerbsobstbau dem niedrigen Spindelbusch Platz machen, sodass Streuobstwiesen heutzutage zu den bewundernswerten Raritäten zählen.
Verschieden hohe Obstbäume (Hochstamm, Halbstamm, Niederstamm, Buschbaum) können eine Pyramidenkrone erhalten!
Tipp so nebenbei für diejenigen, die gerne mehrere Obstsorten haben möchten: Man kann durch Umveredeln mehr als eine Sorte in eine Pyramidenkrone bringen.
Ihren Namen erhielt die Pyramidenkrone durch ihre dreieckige Form, denn sie besteht aus
- einem Wipfel, den die Baumstammverlängerung, der „Mitteltrieb“, bildet,
- 3 – 4 am Stamm gut verteilten Hauptästen (= “Leitäste“, „Leittriebe“),
- die in leicht unterschiedlicher Ansatzhöhe in einem Winkel von 45° zum Stamm stehen,
- und deren Astenden sich deutlich unterhalb der Baumspitze befinden. Sie bilden mit der Baumspitze ein gedachtes Dreieck, die sogenannte „Saftwaage“, wobei die Baumspitze einen Winkel von 120° hat.
- Von den Leitästen - und zusätzlich vom Mitteltrieb - zweigen flach wachsende Seitenäste (Fruchtäste) ab, an denen sich die meisten Blüten und Früchte entwickeln.
Dieses geschilderte Grundgerüst einer Pyramidenkrone muss ein Baumleben lang erhalten bleiben. Damit dies gelingt, wird der Baum, seinem Alter entsprechend, unterschiedlich geschnitten:
- Dem Pflanzschnitt folgt der Aufbauschnitt (= Erziehungsschnitt). Er richtet sich nach der Kronenform, die der Obstbaum entwickeln soll: Pyramidenkrone oder Hohlkrone bzw. Spindel oder Spalier. Der Aufbauschnitt einer Pyramidenkrone ist unten stehend ausgeführt. Die übrigen Kronenformen finden Sie unter den verlinkten Bezeichnungen!
- Steht der Baum im vollen Ertrag, wird er dem Erhaltungsschnitt unterzogen.
- Diesem folgt der Verjüngungsschnitt.
AUFBAUSCHNITT (= Erziehungsschnitt) der PYRAMIDENKRONE
So erhält mein Obstbaum eine Pyramidenkrone!
Ein Jahr nachdem das Obstbäumchen gepflanzt wurde und seinen Pflanzschnitt erhalten hatte, beginnt man mit dem Aufbauschnitt.
Man führt ihn jährlich so lange durch, bis der Baum seinen vollen Ernteertrag erreicht hat.
Wenn Sie sich ein Baumschnitt-Basiswissen angeeignet haben, um über Schnitttermine und Schnittmöglichkeiten Sicherheit zu erlangen, versuchen Sie sich ruhig selbst in der „hohen Kunst des Baumschneidens“! Schnittfehler kann man im Jahr darauf ausbessern.
Für eine ausgeglichene, lichte Pyramidenkrone sind folgende Schnitte notwendig:
- Sind an Wipfel oder / und Leitästen Konkurrenztriebe vorhanden, werden sie ganz entfernt.
- Zu steile Seitenäste, die unterhalb des Wipfeltriebes aus dem Stamm wachsen, werden durch Binden oder Zurückschneiden auf einen geeigneten waagrechten Ast gebändigt.
- Entfernt werden auch Triebe, die
- kroneneinwärts stehen,
- sich kreuzen,
- zu dicht stehen,
- Steiltriebe, die aus Platzgründen oder sonstigen Gründen nicht waagrecht heruntergebunden werden können.
- Leitäste werden, wenn sie dünner als ein Bleistift oder zu wenig verzweigt sind, eingekürzt:
- Dazu wird der Leitast entweder auf ein nach außen gerichtetes Auge (Knospe) geschnitten,
- oder er wird auf einen günstigen Seitentrieb „abgeleitet“ (bis dorthin zurückgeschnitten).
Erhaltungsschnitt
Der Obstbaum wird nun in den folgenden Jahren nach den Gesetzen des Erhaltungsschnittes geschnitten, um seine Fruchtbarkeit zu erhalten:
- Der Baum wird ausgelichtet:
- Entfernt oder auf günstig stehende Nebentriebe abgeleitet werden Triebe
- die zu dicht stehen,
- die in das Innere der Krone wachsen
- die stark nach unten hängen.
- Die Baumspitze muss Spitze bleiben!
- Deshalb werden Konkurrenztriebe, die sich in der Wipfelregion gebildet haben, herausgenommen.
- Zu steile Seitenäste, die unterhalb des Wipfeltriebes aus dem Stamm wachsen, werden durch Binden oder Zurückschneiden auf einen geeigneten waagrechten Ast gebändigt.
- Juniriss durchführen!
- Entfernt oder auf günstig stehende Nebentriebe abgeleitet werden Triebe
- Besonderes Augenmerk wird auf die Erneuerung des Fruchtholzes gelegt. Man erkennt es an seiner kurzen, leicht knorrigen Art. An jungem Fruchtholz geht es den Früchten besser – und uns mit ihnen ;) Altes, nach unten geneigtes Fruchtholz wird durch Absetzen (Zurückschneiden) auf jüngere Fruchtholztriebe entfernt, Quirlholz zum Teil ausgelichtet.
- Der durchschnittliche Jahrestrieb des Baumes sollte bei etwa 20 – 30 cm Länge liegen. Der Neuzuwachs der Stammverlängerung und der Leitäste wird zur Förderung des Wachstums und der Verzweigungen jährlich zurückgeschnitten. Der Schnitt erfolgt jeweils knapp vor einer außenstehenden Knospe („Auge"), die nach dem Austrieb in die richtige Richtung weist, nämlich in Richtung der Leitastverlängerung.
- Faustregel des Rückschnittes, um den Baum im Gleichgewicht zwischen Wachstum und Fruchtertrag zu halten: Etwa 1/3 bis 2/3 des Neuzuwachses.
- Bei starktriebigen Obstsorten eher etwas weniger -
- Bei schwachtriebigen eher etwas mehr -
- Bei ausgebliebenem Neutrieb sogar bis ins zweijährige Holz.
- Werden viele Holztriebe – zahlreiche senkrechte „Wasserschosser" mit Längen von 50 cm und mehr gebildet,
- sollte der Obstbaum zurückhaltend geschnitten werden.
- Man ergreift fruchtfördernde Maßnahmen:
- Waagerechtbinden von senkrechten Jungtrieben
- Sommerschnitt statt Winterschnitt durchführen
- Lässt der Jahrestrieb zu wünschen übrig,
- wird nicht zu spät im Winter geschnitten,
- etwas Dünger (Kompost, verrotteter Mist, Hornmehl, Kalkstickstoff …) im Frühjahr auf die Baumscheibe gegeben.
- Bleibt der durchschnittliche Jahrestrieb des Baumes deutlich unter 20 cm sollte er einen Verjüngungsschnitt erhalten.
- Das Höhenwachstum der Obstbäume kann jetzt durch Zurückschneiden des Mitteltriebes (des Wipfels) auf waagrecht stehende Verzweigungen stark gebremst werden.
- Faustregel des Rückschnittes, um den Baum im Gleichgewicht zwischen Wachstum und Fruchtertrag zu halten: Etwa 1/3 bis 2/3 des Neuzuwachses.
Verjüngungsschnitt
Bleibt der Obstbaum, obwohl er einen regelmäßigen Aufbauschnitt erhielt, in seinem durchschnittlichen Jahrestrieb deutlich unter 20 cm, droht er zu vergreisen. Er blüht noch schön, doch seine Früchte werden immer kleiner und sind oft nur mehr in den oberen Regionen zu finden. Außerdem nehmen Holz- und Blattkrankheiten zu.
Durch einen Verjüngungsschnitt kann hier Abhilfe verschafft und auch die Lebenszeit des Baumes verlängert werden.
Größere Einschnitte durch den Verjüngungsschnitt sollten werden auf zwei Jahre verteilt werden.
So wird der Baum verjüngt:
- Wichtig ist, seine Kronenform (Mitteltrieb, Leittriebe in Saftwaage) wieder herauszuarbeiten. Es wird auf günstig stehende jüngere Verzweigungen zurückgesägt. Auch Leitäste und der Mitteltrieb können davon betroffen sein.
- Der Baum sollte kräftig ausgelichtet werden:
- Hierfür werden einzelne, auch größere Äste im oberen Kronenbereich entfernt.
- Ebenso werden verdörrte Zweige entfernt.
- Altes, herabhängendes Fruchtholz wird entfernt.
- Auch das Fruchtholz im Kroneninneren wird ausgelichtet.
Spindelbäume pflanzen und schneiden
- Sie tragen früh Früchte, bleiben niedrig und benötigen wenig Platz.
- Mit Spindelbäumen kann man auch in einem kleinen Garten unterschiedliche Sorten halten, auch als Obsthecke.
- Jedoch müssen auch sie, damit es so bleibt, regelmäßig geschnitten werden! Wozu man allerdings, gleich wie bei der Ernte, selten eine Leiter benützen muss.
Nicht nur kleinbleibende Baumformen, auch andere Baumgrößen werden vereinzelt als Spindel gezogen. Sie ist eine den natürlichen Wuchsgesetzen von Apfel und Birne entsprechende Form. Lässt man z.B. einen Apfelsämling ohne Schnitt wachsen, wächst er als Spindel, trägt allerdings kleine Früchte.
Einen jährlichen Schnitt benötigen – bis auf Zwergobstbäume (= Säulenobstbäume) – alle Spindeln!
Je nach Alter erhalten sie einen Pflanzschnitt bzw. einen Aufbauschnitt oder Erhaltungsschnitt.
- Pflanzschnitt
Bereits beim Kauf achtet man auf eine günstige Stellung der Äste: Ein Spindelbaum ähnelt in der Stellung seiner Äste einem Christbaum! Nach der Pflanzung werden vorhandene Konkurrenztriebe entfernt und die Seitentriebe leicht eingekürzt. - Aufbauschnitt
Ein Aufbauschnitt wird bis zum Erreichen der vollen Ertragsreife des Baumes durchgeführt, was bei Spindeln bereits im dritten Standjahr der Fall sein kann.- Die Seitenäste werden in die richtige Stellung gebracht:
- Die oberen beinahe waagrecht binden.
- Die unteren dürfen ein wenig schräger nach oben zeigen.
- Entfernt werden Triebe,
- die sich kreuzen
- die zu stark nach unten wachsen
- die ins Kroneninnere wachsen
- die eine Konkurrenz zur Baumspitze oder Zweigspitze bilden.
- Die Seitenäste werden in die richtige Stellung gebracht:
- Erhaltungsschnitt
Sobald der Baum seine volle Ertragsreife erreicht hat, wird er, wie folgt, geschnitten:- Entfernt werden
- ins Kroneninnere wachsende Äste
- zu steil stehende neue Seitenäste
- Zurückgeschnitten auf einen jungen Seitenzweig wird überaltertes Fruchtholz, das stark nach unten hängt.
- Auf ein außengerichtetes Auge eingekürzt oder entfernt werden überlange Triebe, die im unteren Teil der Spindel nach unten weisen.
- Entfernt werden
Säulenobstbäume (Zwergobstbäume) pflegen und schneiden
Bei Säulenobst ( = Zwergobstbaum ) handelt es sich im Prinzip um Schlanke Spindeln, die diesen Wuchs durch Mutation erworben haben und ihn mehr oder weniger selbständig – also ohne viel Schnitt - einhalten und kurzes Fruchtholz bilden.
Durch ihre nur zart ausgebildete Wurzeln haben sie zeitlebens eine Stütze nötig.
Der erste Fruchtertrag jedoch ist bereits im zweiten Standjahr zu erwarten.
PFLEGE DER KLEINEN BÄUME MIT DEN GROSSEN FRÜCHTEN:
Säulenobst im Pflanzkübel:
Durch die schwache Unterlage des Zwergobstbaumes kann diese Form eines Obstbaumes auch in einem geräumigen Pflanzkübel gedeihen! 30 l Erdvolumen sollte man dem Bäumchen im Pflanzkübel aber schon gönnen, denn es erreicht, im Topf gezogen, immerhin noch Höhen bis zu 2 m.
- Winterschutz
Der Zwergobstbaum im Pflanzkübel / Trog benötigt während des Winters besondere Zuwendungen:
Man stellt oder rollt den Topf an einen vor Wind und Sonne geschützten Platz und legt ihm eine Styroporplatte unter. Der Topf sollte bei starken Frösten zusätzlich mit Matten oder Vlies vor lang andauerndem Durchfrieren geschützt werden. An wärmeren Wintertagen muss schneefreies Balkonobst – wie auch immergrüne, ganzjährige Topfpflanzen (Buchs!) – leicht gegossen werden. Meist erfrieren die Pflanzen nicht, sondern sie vertrocknen! - Umtopfen
Alle 3 – 5 Jahre wird das Bäumchen im Vorfrühling (Ende Februar, März) in frische Erde umgetopft. Dabei werden auch seine Wurzeln einige Zentimeter eingekürzt.
Frei ausgepflanzt:
Werden Säulenobstbäume in den Garten gepflanzt, erreichen sie unter guten Bedingungen Höhen bis zu 3 m. Sie benötigen dabei keinen Winterschutz.
Ob im Pflanzkübel oder frei ausgepflanzt, für beide Möglichkeiten gilt:
Schnitt
- Falls das Bäumchen überhaupt geschnitten werden muss:
- Schnittzeit: Vorfrühling (Ende Februar, März) bevor es austreibt.
- Entfernt werden Äste, die steil nach oben wachsen, und überlange Seitenäste.
- Abgestorbene oder kranke Triebe dicht am Stamm ohne Stummel schneiden.
- Schnittzeit: Vorfrühling (Ende Februar, März) bevor es austreibt.
Fruchtausdünnung
- Falls zu viele Früchte am Zwergbaum hängen, empfiehlt es sich eine Fruchtausdünnung im Juni durchzuführen! Nur wenn Sie die Früchte vereinzeln, erhalten die verbliebenen Äpfel genügend Nährstoffe und entwickeln sich optimal.
Spalierobst ziehen und pflegen
Spalierbäume können vor eine Wand, vorzugsweise vor eine Ost- oder Westwand, aber auch freistehend in Nord-Süd-Richtung gepflanzt werden.
BAUMFORM
Nach dem Platz, der für ein Spalier zur Verfügung steht, wählt man außer der Fruchtart auch die Baumform und ihre Wüchsigkeit aus. Möglich sind alle Baumformen: Spindelbusch, Buschbaum (Busch") oder Niederstamm bzw. Halbstamm oder gar Hochstamm.
Die kleinbleibenden Spindelbüsche und Schlanke Spindeln eignen sich für bis zu 2 - 3 m hohe Spaliere besonders gut!
GEEIGNETES BINDEMATERIAL
Dazu gibt es im Handel spezielle dickere Bindeschüre aus Hanf- oder Kokosfasern, die die Rinde nicht einschneiden. Zum Befestigen eignet sich auch ein elastisches Schlauchband aus PVC. Für den gleichen Zweck ist Bindeweide sehr schön. Sie wird vor ihrer Verwendung eingeweicht.
ZAUNARTIGE, FREISTEHENDE SPALIERE
Sie werden aus Pfählen und Querdrähten errichtet.
Der unterste Draht, an dem die erste Tragholzserie angeheftet werden wird, wird in Stammhöhe, der oberste Draht in einer Höhe von 2 m gespannt. So können die Pflegearbeiten vom Boden aus durchgeführt werden. Die Drahtabstände betragen jeweils 40 cm.
Sie erfordern kleinwüchsige Baumformen wie Spindelbüsche.
WANDSPALIER
Für ein Wandspalier eignet sich vorzugsweise eine Ost- oder Westwand. An einer Südwand besteht die Gefahr, dass Bäume und Blütenknospen im Spätwinter durch die Mittagssonne aufgeheizt werden, vorzeitig in Saft geraten und durch Nachtfrost erfrieren.
Ein Wandspalier kann auf unterschiedliche Arten errichtet werden, wobei sich die unterste Anheftmöglichkeit immer nach der Stammhöhe der ausgewählten Baumform richtet:
- Wird ein Spalierbaum an eine kleine Wand gepflanzt, z.B. an die Wand eines Gartenhauses oder einer Garage, genügt es, im Bereich stärkerer Äste Haken in die Wand zu dübeln und die Äste daran festzubinden. Wählen Sie dazu Ihren Obstbaum in einer kleinbleibenden Baumform! (Schlanke Spindel oder Spindelbusch).
- Wird der Obstbaum als einfache Palmette mit waagrechten Ästen gezogen, genügen waagrecht gespannte Drähte, die untereinander im Abstand von 40 cm und wegen einer zügigen Belüftung und leichteren Anheftung des Spalierbaumes in einem Wandabstand von 10 cm angebracht werden.
- So wird ein schönes und praktisches WANDSPALIER AUS HOLZ errichtet:
Auch ein Wandspalier aus Holz sollte ca.10 cm vor der Wand zu liegen kommen. Es wird aus senkrechten und waagrechten Holzlatten, am besten aus wetterbeständigem Holz wie Lärche, Edelkastanie oder Robinienholz . Um haltbar zu bleiben, müssen die genannten Holzarten weder mit Leinöl imprägniert noch lackiert werden.- Der Querschnitt der Latten sollte, je nach geplanter Größe des Spaliers, einen Querschnitt von 25 x 25 mm bis 30 x 30 mm haben.
- Zuerst werden die Längslatten, die alle 100 cm mit einem 7 cm dicken Holzklötzchen unterlegt werden, an die Wand gedübelt. Der Abstand zu Wand ermöglicht eine gute Belüftung von allen Seiten mit rascher Abtrocknung der Blätter des Spalierbaumes, was seiner Gesundheit sehr zuträglich ist! Außerdem erleichtert er das Befestigen der Äste.
- Auf die Längslatten werden dann im gleichmäßigen Abstand von 40 cm die Querlatten genagelt.
WELCHES OBST FÜR WELCHE SPALIERFORM? FÜR PALMETTE ODER FÄCHER? ODER FÜR EIN FORMLOSES SPALIER?
Äpfel und Birnen lassen sich problemlos als Spalierobst mit gerader Stammverlängerung und waagerecht stehenden Ästen, also in der Spalierform "Waagrechte Palmette" erziehen. Dazu genügen Haken oder waagrecht gespannte Drähte bzw. Holzlatten. Selbstverständlich sind auch die anderen Spalierformen möglich!
Pfirsiche, Nektarinen, Pflaumen, Marillen (Aprikosen) und Sauerkirschen hingegen benötigen einen lockeren Aufbau, damit die Bäume nicht frühzeitig vergreisen. Man zieht sie in einer Schrägen Palmette (= eine einfache Palmette mit schrägen Ästen oder in einem Fächerspalier. Möglich ist auch ein formloses Spalier.
AUFBAU- UND SCHNITTANLEITUNG einer "WAAGRECHTEN PALMETTE" - Sie gilt, bis auf einen kleinen Unterschied, auch für die "SCHRÄGE PALMETTE"!
Zum "kleinen Unterschied", den bereits die Namen der beiden Spalierformen andeuten:
Bei der Waagrechten Palmette werden die Äste waagrecht gebunden,
bei einer Schrägen Palmette in einem Winkel von 45°. Dazu eignet sich ein Wandspalier, dessen senkrechte und waagrechte Latten in gleichen Abständen aufgedübelt sind, besonders gut, denn die gedachte Diagonale der entstehenden quadratischen Felder ist automatisch 45°.
Gemeinsames: Beide zählen zu den Einfachen Palmetten.
PFLANZSCHNITT
Dieser Schnitt wird nach der Pflanzung nur einmal durchgeführt, und zwar im Vorfrühling. Auch dann, wenn das Bäumchen im Herbst gepflanzt wurde, wird der Pflanzschnitt erst im darauffolgenden Vorfrühling gemacht:
- 2 kräftige Seitenäste werden am untersten Spanndraht bzw. an der untersten Latte - für eine Waagrechte Palmette - waagrecht, für eine - Schräge Palmette - in einem Winkel von 45°befestigt.
Diese beiden Seitenäste bilden als Leitäste die erste Etage!- Der vorderste Teil der Seitenäse bleibt ungebunden und darf sich zur Kräftigung nach oben ausrichten. Im nächsten Jahr rutscht die Bindestelle dann weiter vor, damit die Spalierform mit waagrechten oder schrägen Ästen eingehalten wird.
- Alle übrigen Seitenäste werden entfernt.
- Die Spitze des senkrechten Haupttriebes (Mitteltriebes) wird nach oben geleitet.
Bemerkung:
In diesem Zustand, also mit nur einer Etage, könnten Waagrechte Palmetten als "Zweiarmige Schnurbäume" eine wunderschöne und schmackhafte Begrenzung eines Gemüsegartens abgeben, die genügend Sonne für das Gemüse durchlässt. Der Mitteltrieb ist für Zweiarmige Schnurbäume unnötig und wird für diesen Zweck knapp oberhalb der beiden Arme abgeschnitten.
AUFBAUSCHNITT (Erziehungsschnitt)
- Es wird die nächste Etage aufgebaut:
- Der Mitteltrieb wird in etwa auf der Höhe des zweiten Drahtes / der zweiten Latte knapp oberhalb von 3 gut entwickelten Augen (= Knospen) abgeschnitten. Aus diesen 3 Knospen entwickeln sich die beiden Seitentriebe der neuen Etage und die Verlängerung des Mitteltriebes.
- Im Verlauf ihres Wachstums werden die Seitentriebe gleich wie bei der ersten Etage angeheftet, die Spitze des senkrechten Mitteltriebes wird nach oben geleitet ...
- und zu gegebener Zeit in etwa auf der Höhe des nächsten Drahtes, bzw. der nächsten Latte, ebenfalls wieder knapp oberhalb von 3 gut entwickelten Augen abgeschnitten.
Aus ihnen entwickeln sich abermals die beiden Seitenäste und die Verlängerung des Mitteltriebes, die für eine nächste Etage verwendet werden können.
- und zu gegebener Zeit in etwa auf der Höhe des nächsten Drahtes, bzw. der nächsten Latte, ebenfalls wieder knapp oberhalb von 3 gut entwickelten Augen abgeschnitten.
- Im Verlauf ihres Wachstums werden die Seitentriebe gleich wie bei der ersten Etage angeheftet, die Spitze des senkrechten Mitteltriebes wird nach oben geleitet ...
- Der Mitteltrieb wird in etwa auf der Höhe des zweiten Drahtes / der zweiten Latte knapp oberhalb von 3 gut entwickelten Augen (= Knospen) abgeschnitten. Aus diesen 3 Knospen entwickeln sich die beiden Seitentriebe der neuen Etage und die Verlängerung des Mitteltriebes.
- Bei Bedarf können in den Folgejahren auf die vorher geschilderte Weise zusätzliche Etagen errichtet werden.
- Während die Etagen aufgebaut werden, pflegt man bereits auch die älteren Seitentriebe:
Die Seitentriebe haben inzwischen Nebentriebe gemacht, die an ihrem Ansatz ein Blattbüschel aufweisen und eine Reihe von Blättern.- Diesjährige Nebentriebe (sie sind weich) werden im Frühsommer / Sommer nach dem vierten Blatt, das sich oberhalb des Blattbüschels befindet, gekappt (= "entspitzt", "pinziert"). Sie werden sich dadurch zu gewünschten Fruchtrieben entwickeln! Zu eng stehende Nebentriebe sollten allerdings ganz entfernt werden.
- Die Fruchttriebe (Fruchtholz) = kurze Triebe, die bereits Früchte tragen, bleiben drei bis vier Jahre ungeschnitten.
ERHALTUNGSSCHNITT
Ist die Palmette fertig aufgebaut, sichern die jährlichen Erhaltungsschnittmaßnahmen den regelmäßigen Ernteertrag gesunder und aromatischer Früchte:
- Zu Beginn des Vorfrühlings (je nach Klima Ende Februar bis Mitte März) werden alte Fruchtholzquirle auf Stummel mit 3 – 4 Knospen bzw. auf einen günstigen Oberseitentrieb zurückgeschnitten.
- Ausnahme Marille / Aprikose: Abgetragene Fruchttriebe nimmt man nach der Ernte etwa um die Hälfte zurück.
- Bei Kernobst (Apfel, Birne, Quitte, Mispel, Speierling) kürzt man zu Beginn des Vorfrühlings auch den diesjährigen Längenzuwachs (erkenntlich an der helleren und glatteren Rinde) am Mitteltrieb und an den Seitenästen ein.
Bei Steinobst (Aprikose (Marille), Kriecherl, Mirabelle, Pfirsich und Nektarine, Pflaume, Sauerkirsche, Süßkirsche , Zwetschge) erledigt man diesen Schnitt im Anschluss an die Ernte.
- In diesem Jahr gewachsene Jungtriebe werden, wie in den Jahren vorher, im Sommer gekappt (= "entspitzt", "pinziert").
BREMSEN DES WACHSTUMS
Hat der Spalierbaum die gewünschte Höhe erreicht, wird der Mitteltrieb entweder waagrecht gebunden oder er wird knapp oberhalb des letzten Astpaares entfernt.
Apfelbäume und andere Kernobstbäume schneiden
KERNOBSTARTEN, zu denen neben den bekannten Obstarten Apfel, Birne, Quitte auch Mispel, Speierling, Elsbeere und Vogelbeere (Eberesche) zählen, werden hauptsächlich zum Ende des Winters hin, ihrer Zuchtform und ihrem Alter entsprechend, geschnitten.
SOMMERSCHNITT:
Abgesehen vom Grünschnitt (Laubpflegearbeiten im Juni),
- wird an Kernobst im Sommer, und zwar wenn der Triebabschluss der meisten Zweige erfolgt ist, was meistens Mitte August der Fall ist, ein dem Winterschnitt entsprechender SOMMERSCHNITT nur dann gemacht, wenn man das Wachstum des Baumes beruhigen möchte. Dabei darf man dem Baum aber nur bis maximal 40% seiner Laubmasse entnehmen.
In der Regel erfahren Obstbäume, die zum Kernobst zählen, ihren Hauptschnitt im Winter.
Man achtet dabei auf den richtigen Zeitpunkt! Der Winterschnitt darf nicht bei starkem Frost durchgeführt werden, da die Wundheilung nicht starten kann und dadurch schädliche Pilze leichter in das Holz eindringen.
Es empfiehlt sich, den Winterschnitt im ausgehenden Spätwinter bzw. im Vorfrühling oder zu Beginn des Erstfrühlings, kurz vor Austrieb der Knospen, und bei abnehmendem Mond durchzuführen.
- Auf WILDFIND finden Sie einen übersichtlichen und genauen Mondkalender!
Bei der Wahl des Schnitt-Zeitpunktes gilt auch zu bedenken, je später im Frühjahr geschnitten wird, desto schwächer wird der Neuzuwachs:
- Alte Bäume, deren Triebwachstum nachgelassen hat, sollten daher möglichst zeitig,
- junge, kaum zu bändigende Bäume dagegen spät geschnitten werden.
WELCHE FORM soll mein Kernobstbaum erhalten?
Zur Wahl stehen Säulenobst, Spindel, Spalier, Hohlkrone und Pyramidenkrone! Unter den verlinkten Bezeichnungen findet man die dazugehörenden, speziellen Schnittanweisungen.
Die Erziehung und Formierung zu einer Pyramidenkrone wird allerdings untenstehend noch einmal extra angeführt, denn sie wird im Privatgarten am öftesten verwendet und eignet sich für die allermeisten frei stehenden Obstbäume, unabhängig von ihrer Größe und Sorte:
- Für Buschbäume, Viertelstamm, Halbstamm, Hochstamm.
- Für Schalenobst, Steinobst oder Kernobst - mit dem Unterschied, dass Schalen- und Steinobst seinen Hauptschnitt im Spätsommer, Kernobst im Spätwinter erfährt.
- Ausnahmen: Für Pfirsich und - im raueren Klima - für Marille / Aprikose ist die Pyramidenkrone nicht ideal. Sie werden im rauen Klima besser als Spalier gezogen, im Weinbauklima können sie auch freistehend gepflanzt und mit einer Pyramidenkrone versehen werden.
- Pfirsich und Nektarine erfordern zudem spezielle Schnittmaßnahmen.
- Birnen werden neben der Formierung als Pyramidenkrone auch ganz gerne als kleine oder große Spindel gezogen.
- Ausnahmen: Für Pfirsich und - im raueren Klima - für Marille / Aprikose ist die Pyramidenkrone nicht ideal. Sie werden im rauen Klima besser als Spalier gezogen, im Weinbauklima können sie auch freistehend gepflanzt und mit einer Pyramidenkrone versehen werden.
So erhalten meine Obstbäume eine PYRAMIDENKRONE:
- Man sollte über ein „Baumschnitt-Basiswissen“ verfügen.
- Nach dem Pflanzen wird im Frühjahr der Pflanzschnitt durchgeführt.
- Im Jahr darauf startet man im Spätwinter mit dem Aufbauschnitt (= Erziehungsschnitt) der Pyramidenkrone.
- Sobald der Baum seinen vollen Fruchtertrag erreicht, beginnt man mit dem Erhaltungsschnitt, um seine Fruchtbarkeit möglichst lange zu erhalten.
- Bäume, die in ihrer Fruchtbarkeit nachlassen und zu vergreisen drohen, erhalten einen Verjüngungsschnitt - und eine Düngergabe.
Eine Hohlkrone erziehen und pflegen
Im Gegensatz zur Pyramidenkrone fehlt der Hohlkrone der Mitteltrieb, der die Baumspitze bildet. Er wurde bereits im Zuge des Pflanzschnittes entfernt.
So besteht die Baumkrone nur aus drei bis vier trichterförmig angeordneten Leitästen, von denen möglichst waagrecht die Fruchtäste abzweigen.
Vor allem für Pfirsiche, die ohnehin stark beschnitten werden müssen, ist die Hohlkrone die übliche Kronenform, doch wird sie auch beim Apfel angewendet.
Eine Hohlkrone lässt viel Sonne an die Früchte, jedoch ist der zur Hohlkrone geschnittene Baum stets bestrebt, eine Spitze auszubilden und treibt im oberen Bereich somit besonders viele Steiltriebe.
Geschnitten wird die Hohlkrone wie die Leitäste der Pyramidenkrone. Die Angaben dazu findet man unter
Marille / Aprikosenbaum richtig schneiden
Marillenbäume / Aprikosenbäume werden nur in warmen, niederschlagsarmen Gebieten als freistehende Bäume gezogen. In den meisten Fällen zieht man sie als Spalier, geschützt und gewärmt an einer Wand.
SO WIRD EIN MARILLENBAUM / APRIKOSENBAUM RICHTIG GESCHNITTEN
DER RICHTIGE SCHNITT-ZEITPUNKT
Wann wird ein Marillenbaum / Aprikosenbaum geschnitten? - Wie bei anderen Steinobstarten auch wird bei Marillenbäumen / Aprikosenbäumen der SOMMERSCHNITT als Hauptschnitt durchgeführt. Geschnitten wird im Zeitraum vom Spätsommerbeginn bis einschließlich Frühherbst (zweite Augusthälfte bis Mitte September). Die Schnittwunden verheilen in dieser Zeit gut und die Bäume sind weniger anfällig für Bakterien- und Pilzbefall.
SCHNITTANLEITUNG FÜR EINEN MARILLEN- / APRIKOSENSPALIERBAUM
von der Pflanzung bis ins Alter
Im Folgenden wird beschrieben, wie man einen Marillenbaum / Aprikosenbaum als Spalierbaum in der Form einer einfachen "SCHRÄGEN PALMETTE" zieht. Sie eignet sich für Marillen / Aprikosen sehr gut und wird dafür sehr oft verwendet.
Eine "PALMETTE MIT WAAGRECHTEN ÄSTEN" wird gleich aufgebaut. Der Unterschied zur Schrägen Palmette besteht nur darin, dass die Leitäste (Seitenäste) nicht schräg, sondern waagrecht geführt werden.
Ein "FORMLOSES SPALIER" eignet sich ebenfalls für Marillen / Aprikosen und wird oft angewendet: Es wird ähnlich einer Schrägen Palmette aufgebaut, die Richtung der Leitäste wird den gegebenen Umständen angepasst. Sie dürfen nur nicht abwärts geführt werden.
GEMEINSAM IST DEN DREI SPALIEROBSTFORMEN,
- dass die SEITENTRIEBE, das sind die Triebe (Ästchen), die aus den Seitenästen wachsen, bei jeder der genannten Spalierformen im gesamten Baumleben immer gleich geschnitten werden!
- dass man die Seitentriebe nicht zu lang werden lässt.
SO GEHT ES:
1. PFLANZSCHNITT
Er wird nach der Pflanzung nur einmal durchgeführt, und zwar im Vorfrühling. Auch dann, wenn das Bäumchen im Herbst gepflanzt wird, wird der Pflanzschnitt erst im darauffolgenden Vorfrühling durchgeführt:
- 2 kräftige Seitenäste werden über den untersten Spanndraht bzw. über die unterste Latte eines Wandspaliers aus Holz führend in einem Winkel von 45°befestigt.
Diese beiden Seitenäste bilden als Leitäste die ERSTE ETAGE ! - Alle übrigen Seitenäste werden entfernt.
- Die Spitze des senkrechten Haupttriebes (Mitteltriebes) wird nach oben geleitet und leicht eingekürzt. Dabei wird sie knapp oberhalb einer Knospe abgeschnitten.
2. AUFBAUSCHNITT (Erziehungsschnitt)
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Bei guter Wüchsigkeit des Bäumchens wird bereits im Spätsommer, der dem Pflanzschnitt folgt, sonst im Jahr nach dem Pflanzschnitt, die ZWEITE ETAGE aufgebaut:
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Der Mitteltrieb wird in etwa auf der Höhe des zweiten Drahtes / der zweiten Latte knapp oberhalb von 3 gut entwickelten Augen (= Knospen) abgeschnitten. Aus diesen 3 Knospen entwickeln sich die beiden Seitentriebe der neuen Etage und die Verlängerung des Mitteltriebes.
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Im Verlauf ihres Wachstums werden die Seitentriebe gleich wie bei der ersten Etage angeheftet, die Spitze des senkrechten Mitteltriebes wird nach oben geleitet ...
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und zu gegebener Zeit, wenn der Mitteltrieb den nächsten Draht bzw. die nächsten Latte erreicht hat, wird er im Spätsommer ebenfalls wieder knapp oberhalb von 3 gut entwickelten Augen abgeschnitten.
Aus ihnen entwickeln sich abermals die beiden Seitenäste und die Verlängerung des Mitteltriebes, die für eine NÄCHSTE ETAGE verwendet werden können.
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- Bei Bedarf können in den Folgejahren auf die vorher geschilderte Weise ZUSÄTZLICHE ETAGEN errichtet werden.
- Während die Etagen aufgebaut werden, pflegt man bereits auch die ÄLTEREN SEITENTRIEBE:
- Die Seitentriebe haben inzwischen Nebentriebe gemacht, die an ihrem Ansatz ein Blattbüschel aufweisen und eine Reihe von Blättern.
- Diesjährige Nebentriebe werden im Juni, wenn sie, ihr unterstes Blattbüschel nicht mitgezählt, eine Länge mit ca. 15 Blättern erreicht haben, knapp nach dem vierten Blatt, das sich oberhalb des Blattbüschels befindet, gekappt (= "entspitzt", "pinziert"). Sie werden sich dadurch zu gewünschten Fruchtrieben entwickeln! Zu eng stehende Nebentriebe sollten allerdings ganz entfernt werden.
- Die Fruchttriebe (Fruchtholz) = kurze Triebe, die bereits Früchte tragen, bleiben drei bis vier Jahre ungeschnitten.
- Die Seitentriebe haben inzwischen Nebentriebe gemacht, die an ihrem Ansatz ein Blattbüschel aufweisen und eine Reihe von Blättern.
3. ERHALTUNGSSCHNITT
Ist die Schräge Palmette fertig aufgebaut, sichern die jährlichen Erhaltungsschnittmaßnahmen den regelmäßigen Ernteertrag gesunder und aromatischer Früchte:
- Im Anschluss an die Ernte
- nimmt man alte, abgetragene Fruchttriebe etwa um die Hälfte zurück.
- kürzt man den diesjährigen Längenzuwachs des Mitteltriebes und den der Seitenäste, man erkennt ihn an seiner helleren und glatten Rinde, um ca. die Hälfte ein.
- Diesjährige Jungtriebe, die den Seitenästen entspringen, werden, wie gewohnt, gekappt (= "entspitzt", "pinziert"), die aus dem Mitteltrieb wachsen, werden ganz entfernt.
4. BREMSEN DES WACHSTUMS
Hat der Spalierbaum die gewünschte Höhe erreicht, wird der Mitteltrieb entweder waagrecht gebunden oder er wird knapp oberhalb des letzten Astpaares entfernt.
SCHNITT AN FREISTEHENDEN MARILLENBÄUMEN / APRIKOSENBÄUMEN
Falls Sie den Baum freistehend ziehen möchten, wird eine Rundkrone (Pyramidenkrone, Hohlkrone) aufgebaut. Möglich wäre auch eine Spindelform, jedoch wird in der Regel eine Pyramidenkrone bzw. Hohlkrone bevorzugt und durch Schnitt, der sich dem Alter des Baumes anpasst, gepflegt. Schnittanleitungen unter den Verlinkungen!
JUNIRISS / JUNISCHNITT - FRUCHTAUSDÜNNUNG
An Marillenbäummen / Aprikosenbäumen können im Juni, der Zeit ihres größten Wachstumsschubes weiter Pflegearbeiten vorgenommen werden, gleich, ob sie als Spalierbäume oder als freistehende Bäume gezogen werden:
JUNIRISS bzw. JUNISCHNITT
Von "Juniriss" spricht man, wenn der weiche, überzählige Jungtrieb im Frühsommer ausgerissen wird, von "Junischnitt", wenn er mit der Baumschere weggeschnitten wird. Juniriss / Junischnitt macht man erst ab dem Zeitpunkt, nachdem der Baum seine ersten Früchte getragen hat.
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Wie man dabei vorgeht, ist hier zu finden: Juniriss bzw. Junischnitt.
FRUCHTAUSDÜNNUNG
Sobald der volle Fruchtertrag des Baumes eingesetzt hat, gewinnt die Fruchtausdünnung an Bedeutung: Gleich im Anschluss an den natürlichen Fruchtfall im Juni pflückt man die unreifen Früchte so durch, dass ein Mindestabstand der Früchte untereinander von 5 cm bleibt. Es versteht sich, dass dabei die kleinsten und auch die beschädigten Früchte aussortiert werden.
Pfirsich- und Nektarinenbaum richtig schneiden
Beim Schnitt von Pfirsich und Nektarine dreht sich alles um die große Frage, welche Zweige die heißbegehrten Früchte bringen werden.
Die Antwort erfährt man aus den Knospen:
- Jeder Pfirsichbaum, und somit auch jeder Nektarinenbaum, hat, wie das Foto zeigt, unterschiedliche Knospen, die man in der winterlichen Ruhezeit gut erkennt, aber auch bereits im Spätsommer in den Blattachseln, zwischen Stielansatz und Zweig, entdecken kann: Rundliche Blütenknospen und spitzige Blattknospen.
- Dementsprechend findet man an Pfirsich- und Nektarinenbäumen
- Holztriebe, die nur spitzige Blattknospen tragen und das Wachstum des Baumes fördern.
- Falsche Fruchttriebe, die bis auf die Endknospe nur einzelne, rundliche Blütenknospen haben: Die sich daraus entwickelnden Früchte wirft der Zweig noch grün ab, weil er sie nicht ernähren kann.
- Wahre Fruchttriebe, die Knospen-Drillinge: Eine spitzige Blattknospe wird links und rechts von je einer rundlichen Blütenknospe flankiert. Aus diesem Dreierverbund gehen reife Früchte hervor!
- Dementsprechend findet man an Pfirsich- und Nektarinenbäumen
Der Schnitt an Pfirsich und Nektarine:
Pfirsichbäume werden in unterschiedlichen Baumformen angeboten. In der Regel werden sie als Spalier oder als Hohlkrone gezogen, doch sind, besonders für die Topfkultur, auch als Säulenobstbaum bzw. Zwergobstbaum möglich. Die Schnittarten für die unterschiedlichen Baumformen finden Sie hier:
Um jedes Jahr in Geschmack und Größe ansprechende Pfirsiche bzw. Nektarinen ernten zu können, muss der Baum jährlich geschnitten werden. Er trägt nämlich seine Früchte an einjährigen Zweigen. Außerdem neigt er zum Verwildern und Vergreisen!
- Wann sollen Pfirsich und Nektarine geschnitten werden?
Pfirsich und Nektarine sind - wie auch die Marille (Aprikose) - holzempfindlich. Sie erfahren deshalb ihren Hauptschnitt zu einem Zeitpunkt, der eine rasche Wundheilung ermöglicht:- Man schneidet im Spätsommer oder, falls man die Knospen-Drillinge nicht leicht entdecken kann,
- im Frühjahr, sobald sich ihre ersten Blüten öffnen.
- Wichtig sind für Pfirsich und Nektarine auch die speziellen Schnittarbeiten im Juni.
- Wie wird der Hauptschnitt durchgeführt ?
- Gut entwickelte wahre Fruchttriebe schneidet man auf 8 Knospen-Drillinge zurück. Dabei soll sich der letzte Knospen-Drilling auf der Unterseite des Zweigendes befinden.
- Schwächer entwickelte wahre Fruchttriebe werden auf 3 – 4 Knospen-Drillinge zurückgeschnitten. Dabei soll sich der letzte Knospen-Drilling ebenfalls auf der Unterseite des Zweigendes befinden.
- Falsche Fruchttriebe werden ganz entfernt oder, wenn genügend Platz in der Krone vorhanden ist, auf Stumpen von 1 -2 Augen geschnitten. Es besteht die Chance, dass ein wahrer Fruchttrieb daraus wachsen könnte.
Walnussbäume richtig schneiden
Der richtige Zeitpunkt, einen Walnussbaum zu schneiden:
Möchte man jedoch die Krone verkleinern, wird sie im Spätsommer (Mitte August bis Anfang September) ausgelichtet.
Der Baum reduziert bereits um diese Zeit seinen Saftdruck. Im Unterschied zu einem Winterschnitt, blutet er im Spätsommer nicht und seine Schnittwunden heilen gut.
Mögliche Schnittarbeiten an einem Nussbaum:
Steiltriebe der Jungbäume bändigen
- Konkurrenztriebe werden ganz entfernt.
- Steiltriebe, die aus dem Stamm wachsen und keine Konkurrenz zum Wipfeltrieb bilden, werden, wenn es das Raumangebot zulässt, in einem Winkel von 45° bis waagrecht heruntergebunden.
So wird seine Krone verkleinert
- Man teilt die Schnittarbeiten auf zwei Jahre auf und bearbeitet jeweils die halbe Anzahl der ausgewählten überlangen Äste. Diese werden auf einen geeigneten Seitenast zurückgesetzt.
- Wenn die Verkleinerung der Krone abgeschlossen ist, gönnt man dem Baum eine Schnittpause von 6 – 7 Jahren.
Kirschbäume richtig schneiden
In der Regel erhalten die Kirschbäume eine Pyramidenkrone.
Doch es gibt auch bei Kirschen kleinbleibendes Säulenobst.
Sauerkirschen eignen sich sehr gut als Spalierobst. Freistehend gepflanzt erfordert der Schnitt der Sauerkirsche einige spezielle Aufmerksamkeiten. Ihr Schnitt ist h i e r beschrieben.
Beim Schnitt der Süßkirsche ist zu beachten:
- Man sollte über ein „Baumschnitt-Basiswissen“ verfügen.
- Bei Kirschen ist der jährliche sparsame Schnitt wichtig, damit sich die Schnittarbeiten im Rahmen halten. Als Folge von zu starkem Schnitt kommt es bei Kirsche, Zwetschke, Pflaume und auch Marille zum Gummifluss, der Bakterienerkrankungen der Bäume fördert.
- Wenn man das starke Wachstum der Süßkirsche bremsen möchte, schneidet man gleich nach der Ernte, sonst Ende August, Anfang September.
- Wie andere Obstbäume auch erhält die Kirsche ihrem Alter entsprechend
- als erstes einen Pflanzschnitt.
- Dem folgt im Jahr darauf der Aufbauschnitt.
- Sobald der volle Ertrag des Baumes eingesetzt hat, beginnt man mit dem für Süßkirschen besonders wichtigen Erhaltungsschnitt.
Müssen dabei größere Äste entfernt werden, verlagert man diese Maßnahme auf zwei Jahre, damit der Kirschbaum nicht zu sehr unter Gummifluss leidet. Schnittwunden, die größer als eine Zwei-Euro-Münze sind, werden mit einem Wundverschlussmittel verstrichen. - Bei überalterten, vergreisten Bäumen ist ein Verjüngungsschnitt möglich.
Man sollte dies jedoch von einer Firma durchführen lassen, denn bei alten Kirschbäumen besteht stets die Gefahr eines Astbruchs. Auch wenn die Äste noch stabil wirken, halten sie bereits geringen Belastungen wie Klettern oder das Anlehnen einer Leiter nicht stand und reißen ab. Schwere Unfälle sind vorprogrammiert!
Sauerkirschen richtig schneiden
Wann werden Sauerkirschen geschnitten?
Bei Sauerkirschen wird, wie bei anderen Steinobstarten, ein Sommerschnitt durchgeführt. Damit sie ihre kompakte Krone und ihre Fruchtbarkeit bewahren, werden sie nach der Ernte im Laufe des Spätsommers geschnitten.
Wie werden Sauerkirschen geschnitten?
- Wer zur Baumschere greift, sollte sich vorher ein „Baumschnitt-Basiswissen“ aneignen. Dann steht der eigenen Schnittkunst nicht mehr viel im Weg, denn etwaige Fehler können im Jahr darauf ausgebessert werden.
- Als freistehender, kleiner Baum erhält die Sauerkirsche eine Pyramidenkrone.
- Dazu wird nach der Pflanzung im Frühjahr ein Pflanzschnitt durchgeführt. In den folgenden Lebensjahren wird die Sauerkirsche jedoch immer im Sommer gleich nach der Ernte geschnitten!
- Bis zum vollen Ernteertrag erhält sie den Aufbauschnitt (Erziehungsschnitt).
- Sobald die Sauerkirsche reich trägt, wird mit dem Erhaltungsschnitt gestartet, bei dem sortentypisch das Auslichten besonders wichtig ist, denn Sauerkirschen tragen vorwiegend am einjährigen Holz!
- Lange, überhängende Triebe, die sogenannten Peitschentriebe, werden um ein bis zwei Drittel eingekürzt.
Starke Zweige um ein Drittel, schwächere um zwei Drittel, um ihr Wachstum anzuregen.
Der Schnitt wird jeweils über einem nach außen weisenden Auge durchgeführt.
- Lange, überhängende Triebe, die sogenannten Peitschentriebe, werden um ein bis zwei Drittel eingekürzt.
- Wenn der Baum zu vergreisen droht, wird er durch einen Verjüngungsschnitt oft gerettet.
- Wie eine Sauerkirsche als Spalier geschnitten werden kann, ist h i e r zu finden.
Zwetschgen- und Pflaumenbaum richtig schneiden
Pflaumenbäume und ihre Verwandten, die Zwetschgen, Renekloden (Ringlotten), Mirabellen, Kirschpflaumen und Kriecherl , gibt es übrigens in verschieden großen Baumformen - vom Zwergobstbaum bis zum Hochstamm.
- Wie bei anderen Steinobstarten auch wird bei Pflaumen- und Zwetschkenbäumen der SOMMERSCHNITT als HAUPTSCHNITT durchgeführt. Geschnitten wird im Zeitraum vom Spätsommerbeginn bis einschließlich Frühherbst (ca. 2. Augustwoche - Herbstbeginn, 21. Sept.) und zwar sobald der Baum abgeerntet worden ist.
Die Schnittwunden verheilen in dieser Zeit gut und die Bäume sind weniger anfällig für Bakterien- und Pilzbefall.
Zusätzlich zum spätsommerlichen Hauptschnitt werden jeweils im Frühsommer die Laubpflegearbeiten als Junischnitt und Juniriss erledigt.
Beim spätsommerlichen Hauptschnitt, der die Pflaumen- und Zwetschkenbäume aufbaut und formiert, gilt zu beachten:
- Man sollte über ein „Baumschnitt-Basiswissen“ verfügen.
- Bei Pflaume & Co. ist ein jährlicher, aber zurückhaltender Rückschnitt wichtig, denn große Schnittwunden, die selten geschnittenen Bäumen zugefügt werden müssen, vertragen Pflaumen- und Zwetschkenbäume sehr schlecht. Es kommt zum Gummifluss, der Bakterienerkrankungen der Bäume fördert.
- Schnittwunden, die größer als eine Zwei-Euro-Münze sind, werden mit einem Wundverschlussmittel verstrichen.
- Wie ein Pflaumen-Säulenbäumchen (Zwergobstbäumchen) geschnitten wird, finden Sie h i e r ,
- wie die Pflaume als Spalierobst gezogen wird, h i e r .
- In der Regel wird die Baumkrone freistehender Pflaumen- und Zwetschkenbäume zu einer Pyramidenkrone aufgebaut und durch Schnitt, der sich dem Alter des Baumes anpasst, erhalten:
- Nachdem das Bäumchen gepflanzt worden ist, erhält es einen Pflanzschnitt.
- Dem folgt im Jahr darauf im Spätsommer (zweite Augusthälfte bis Mitte September) der Aufbauschnitt, der jährlich durchgeführt wird, bis der volle Fruchtertrag einsetzt.
- Ab dem Zeitpunkt des vollen Fruchtertrags startet man mit dem Erhaltungsschnitt, denn es ist sinnvoll, diesen Reifezustand des Baumes möglichst lange zu erhalten.
- Einen sogenannten Verjüngungsschnitt sollte man den Pflaumen- und Zwetschkenbäumen ersparen. Ist er dennoch fällig, wird er rücksichtsvoll, aufgeteilt auf 2 Jahre, durchgeführt.
Junischnitt und Fruchtausdünnung bei Pflaumen und Zwetschgen
Wenn der Baum die ersten Früchte getragen hat, führt man jährlich zusätzlich zum Spätsommerschnitt den Junischnitt durch.
Sobald der volle Fruchtertrag des Baumes eingesetzt hat, gewinnt die Fruchtausdünnung an Bedeutung, denn vor allem bei den Zwetschgen ist es so: „Zuerst zählt man sie, dann wiegt man sie und dann - verschenkt man sie.“ ;)
So wird der Fruchtbehang ausgedünnt:
Im Juni pflückt man die unreifen Früchte so durch, dass ein Mindestabstand der Früchte untereinander von 5 cm bleibt. Es versteht sich, dass dabei die kleinsten und beschädigten Früchte aussortiert werden.