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Kärntner Minze | Mentha x carinthiaca Host

Kärntner Minze

Botanischer Name: 
Mentha x carinthiaca Host
andere Namen: 
Nudelminze
andere Namen: 
Mentha austriaca
andere Namen: 
Mentha x gracilis
andere Namen: 
Mentha species 'Kärtnen'
Menthol wirkt reizend auf Herzrhythmus und Atmung!

Die Kärntner Minze enthält jedoch wenig Menthol.

Unterfamilie:
Tribus:
Untertribus:
Gattung: /
Art: Mentha x carinthiaca Host / Kärntner Minze
Kommt in Mitteleuropa wild bzw. ausgewildert vor: NEIN!
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Bild 1: Erst die adulte Kärntner Minze zeigt die deutlich rote Stängelfärbung.

Die Kärntner Minze ist eine lokale Varietät, die sogar eigene Namen erhielt:

Jedenfalls ist sie  eine Österreichische Minze - Entschuldigung: eine Kärntner Minze! ;) - mit wenig Menthol, aber starkem, süß-würzigem Aroma. Vorallem ist sie das traditionelle Gewürz für die Kärntner Kasnudeln! Ohne Kärnter Minze, keine Kärntner Kasnudlen. - Waas ist das? - Kunstvoll gekrendelte Maultaschen bzw. Ravioli mit einer Füllung aus Bröseltopfen, Kartoffeln, Zwiebel, Salz und –  Kärtner Minze. Sie verleiht den Kärntner Kasnudeln ihr einzigartiges Aroma!
Wenn nicht gerade ein/e KärtnerIn in Ihrer Küche steht, dürfen Sie auch Pilze, Salate, Kartoffeln, Karotten u.a. damit würzen oder sich einen Tee daraus zubereiten oder …

Wer die Kärntner Minze in seinen Garten pflanzt, hat ihn - und die Küche - mit einer unkomplizierten, wuchsfreudigen (NichtkärtnerInnen sagen „mit einer wuchernden“) Minze bereichert! Unter den obigen Links werden Bezugsquellen dieser Rarität verraten.

 

Pflanztipps:

Minzen sind gesunde Pflanzen mit wenigen Vorlieben, auf deren Erfüllung sie aber beharren!

  • Bis auf die Poleiminze mögen alle Minzen keine Mittagssonne.
  • Sie lieben einen feuchten, humosen Boden. Werden sie ständig zu trocken gehalten, droht Spinnmilbenbefall.
  • Vor dem Neuaustrieb vertragen sie etwas Kompost. Werden sie zu stark gedüngt, ist die Gefahr von Mehltau groß.
  • Minzen sind sehr vital. Sie vermehren sich über ihre Wurzelausläufer oberhalb und unterhalb der Erde!Deshalb in eine Gartenecke pflanzen, wo sie sich austoben können. Oder man versenkt sie, in große Plastiktöpfe mit Abzugsloch gepflanzt, in die Erde. In frei stehenden Töpfen sind Minzen nur bedingt winterhart.
  • Bei Balkonhaltung Gefäße mit Wasserbevorratung verwenden oder fleißig gießen, Winterschutz um den Topf herum geben und einige Fichtenzweige o. ä. auf den Topf legen.

Wirkungen Minzen

In der Klostermedizin spielten Minzen immer schon eine große Rolle: Bereits Wahlafrid Strabo, ein Zeitgenosse Karl des Großen und Architekt der Klostergärten, nahm sie poesievoll in sein Gartenbuch auf. Das „Lorscher Arzneibuch“ und der „Macer floridus“ einschließlich Hildegard von Bingen schlossen sich der Huldigung der grünkräftigen Minze an. Kein Wunder, hat doch Jesus selbst die Minze, die im arabischen Raum bis heute hoch geschätzt wird, erwähnt: Matthäus 23, 23 und Lukas 11,42

Man kann sagen, sie ist eine duftende Heilpflanze für den gesamten Verdauungsprozess, körperlich und seelisch, und hält einem lästige Begleiter wie Fliegen und Bakterien vom Leib. Sie gilt als ein Bote der wahren Freundschaft und der Liebe, der auch immer wieder zum gemeinsamen Tisch eingeladen werden möchte: Ein Minzesträußchen oder ausgestreute Blätter drücken diesen Wunsch aus!

Menthol wirkt in Kombination mit den übrigen Inhaltsstoffen der Minze

  • krampflösend und blähungstreibend auf den Verdauungstrakt
  • Gallenfluss und Gallensekretion anregend (deshalb nicht verwenden bei Gallenwegsverschluss, Gallenentzündung, Gallensteinen)
  • bei Überdosierung unter Umständen leberschädigend, haut- und schleimhautreizend
  • Sekretion von Magensaft fördernd (deshalb nicht bei saurem Magen und Gastritis anwenden)
  • Bronchialsekretion lösend
  • den Herzschlag erhöhend (Deshalb nicht bei Baby und Kleinkindern anwenden, vor allem nicht im Bereich von Nase und Mund. Auch nicht in der Schwangerschaft oder bei Bluthochdruck.)
  • auf Haut und Schleimhaut Kältegefühl erzeugend, ohne die Körpertemperatur zu beeinflussen
  • die Schmerzempfindlichkeit herabsetzend
  • durchblutungsfördernd
  • desinfizierend
  • Milben vertreibend
    • Menthol wirkt in der Bienenpflege gegen Milbenbefall.

Wie wird Minze angewendet?

Minzen, die heutzutage in vielen natürlichen und gärtnerischen Kreuzungen zu haben sind, können durch ihre unterschiedlichen ätherischen Öle ganz unterschiedlich duften – von intensiv minzig über zitronig, schokoladig bis kümmelig, wobei das Minzige, für das das Menthol zuständig ist, in verschiedenen Stärken mitspielt. Interessanterweise ist der Unterschied im Geschmack nicht so gewaltig wie im Geruch.

Angewendet werden Minzen, frisch oder getrocknet oder als Öl, um Speisen und Getränke zu würzen, wobei neben dem meistens herben, leicht pfeffrigen Geschmack auch der minzig frische, süße Duft eine Rolle spielt. Einzig die giftige Poleiminze mit ihrem hohen Pulegongehalt dafür nicht verwenden! Die lassen Sie blühen und erfreuen sich an den „wurligen“ Bienen, die sie besuchen werden.

  • Tipp für ein alkoholfreies, erfrischendes Sommergetränk: Eisgekühlten, mit Xylit leicht gesüßten Minzentee, dekoriert mit Minzenblatt und Bio-Zitronenscheibe genießen!

Der Duft frischer Minzen erfreut den Menschen! Nicht umsonst war die Minze bis ins 14. Jhd. außerhalb der Klostermauern ein Symbol leidenschaftlicher Liebe. Geblieben ist ihr der Platz im Kräuterbüschel, das am 15. August (Marien-Feiertag) in der Kath. Kirche geweiht und zu Hause in Stall, Wohnzimmer und Schlafzimmer als Glücksbringer platziert wird.
Dazu ein weiterer Vorschlag eines Minze-Spezialisten, um auf Minzenduft schweben zu können: „…einen Duftpfad anlegen, indem Sie möglichst viele verschiedenen Minzen beiderseits eines schmalen Weges pflanzen.“ Am besten so, dass ihnen der Rasenmäher Einhalt gebieten kann ;)
Sinnvoll ist auch eine Teichrandbepflanzung mit niedrigen Minzen wie Ackerminze, Wasserminze , Kölnischwasserminze und Poleiminze. 

Getrocknete Minzen eignen sich gut zum Räuchern.

Als Haustee zur psychischen Entspannung und Erholung eignen sich besonders mentholarme Minzenarten. Schmeckt köstlich mit selbst geernteten frischen oder getrockneten Minzeblättern. Kein Vergleich zu den üblichen Teesackerln!

Als Arzneitee trinken Erwachsene, nicht länger als 3 Wochen hindurch, 2 – 4mal täglich eine frisch zubereitete Tasse Tee:
Pro Tasse 1 Esslöffel frische oder 2 Teelöffel getrocknete mentholreiche Minze mit kochend heißem Wasser übergießen und - damit sich keine ätherischen Öle verflüchtigen - zudecken und 5 Minuten ziehen lassen. Köstliche Medizin!

  • SängerInnen, Achtung: Menthol trocknet – vorübergehend - Kehlkopf und Stimmbänder aus!

Ätherisches Minzöl und Pfefferminzöl
werden durch Wasserdampfdestillation hergestellt: Minzöl aus Kulturformen der Japanischen Ackerminze, Pfefferminzölaus mentholreichen Pfefferminzarten. Beide werden als Arzneimittel, im Wellnessbereich und bei der Herstellung von Kosmetik, Süßigkeiten, Zigaretten gerne verwendet.
Eingenommen werden Minzöl und Pfefferminzöl in geringer Dosierung: 1 – 3mal täglich 2 Tropfen auf Zucker, einem Stückchen Brot oder in etwas warmem Wasser bei Magen- und Darmblähungen, Magenkrämpfen, zur Förderung der Gallensekretion, bei Erkältungskrankheiten.
Für die äußerliche Anwendung mit etwas neutralem Öl (Jojoba-, Sonnenblumen-, Oliven- oder Kokosöl) mischen und auf die Haut oberhalb des erkrankten Organs auftragen. Siehe Warnhinweis!

  • Bei Kopfschmerzen und zur Linderung der Symptome von Erkältungen auf den Schläfen auftragen.
  • Mit Hilfe von Inhalationen (3 – 4 Tropfen in heißes Wasser geben) können festsitzender Husten gelöst und die oberen Atemwege frei gemacht werden.
  • Das Einreiben verspannter Muskelpartien mit Minzöl bewirkt Dank seiner durchblutungsfördernden, schmerzlindernden und antirheumatischen Eigenschaften eine Linderung bei Rückenschmerzen, Bandscheibenproblemen, Muskelkater und auch bei rheumatischen Beschwerden.
  • Ein paar Tropfen mit Sahne (oder etwas mehr Milch) vermischt ins warme Badewasser gegeben ist hilfreich bei den aufgezählten Beschwerden.
  • Für die Duftlampe 3 – 4 Tropfen in heißes Wasser geben: Der Duft entspannt und stärkt.
  • Minzöl mischt sich gut mit Lavendel, Zitrone, Rosmarin, Kiefer.

Damit Sie für Ihren Zweck die richtige Minze finden, sind hier etliche aufgezählt, eingeteilt nach ihrem Mentholgehalt: 

Mentholarme MinzenGrüne MinzeMarokkanische MinzeTürkische Minze

  1. ApfelminzeKärntner MinzeMojitominzeOrangenminKölnischwasser-MinzeErdbeerminzSchokoladenminzeRossminzePoleiminze"Andere Minzen"Neben den echten Minzen (ihr botanischer Name beginnt mit „ Mentha …“), gibt es noch andere ungiftige, duftende Heilpflanzen, die als „Minze“ bezeichnet werden, aber im botanischen Sinne keine sind. Sie gehören zu anderen Gattungen.MinzverbenBergminzFrauenminzeMentholreiche Minzen - Ackerminze, Japanische Ackerminze, Pfefferminze, Thüringer Minze, Wasserminze 
  2. Mentholarme Minzen - Grüne MinzeMarokkanische MinzeTürkische MinzeApfelminzeMojitominzeKärntner Minze, Orangenminze, Kölnischwasser-Minze, Erdbeerminze, Schokoladenminze, RossminzePoleiminze
  3. "Andere Minzen"
    Neben den echten Minzen (ihr botanischer Name beginnt mit „ Mentha …“), gibt es noch andere ungiftige, duftende Heilpflanzen, die als „Minze“ bezeichnet werden, aber im botanischen Sinne keine sind. Sie gehören zu anderen Gattungen: MinzverbeneBergminzeFrauenminzeKatzenminze.
Essbare Pflanzenteile:
alle oberirdischen Teile
Geschmack:
herzhaft minzeartig
Geschmack:
süß balsamig
Sättigungswert:
Gering
Aussehen

Blütenfarbe

  • weiß
    weiß
  • rosa
    rosa

Form der einzelnen Blüte

  • Lippenblüte

Blütenstand

  • Scheinähre

Wuchshöhe

  • bis 0,5 m

Blütenduft

  • angenehm

Blattansatz am Stängel

  • sitzend

Stängel

  • aufrecht
  • kantig
  • mit Ausläufern

Unterirdische Pflanzenteile

  • Flachwurzler
  • bildet Ausläufer

Blattform

  • eilanzettlich / lanzenförmig

Konsistenz des Blattes

  • krautig
  • weich

Blattrand

  • gesägt
VERWECHSUNGSMÖGLICHKEIT MIT GIFTIGER PFLANZE
VERWECHSUNGSMÖGLICHKEIT MIT ESSBARER PFLANZE
Kultivierung
Lichtanspruch
  • Halbschattig
Wasserbedarf
  • Braucht regelmäßig Wasser, sobald die Erde fühlbar abgetrocknet ist.
Bevorzugte Erde
  • humusreich
  • gut durchfeuchtet
  • durchlässig
Winterhärte
  • -23°C
Zehrer
  • Mittelzehrer
Lebenszyklus
  • ausdauernd
Erste Ernte nach
  • 16 Wochen
Kultivierungseigenschaft
  • schneckenresistent
Wann Kärntner Minze pflanzen oder säen?
Hier finden Sie einen praktischen Pflanzkalender mit den richtigen Terminen und Pflegeanweisungen.

Vollfrühling / Mai

Jungtriebe setzen
Ausläufer nehmen

Hochsommer / dritte Juni Woche bis Anfang August

Alle oberirdischen Teile ernten
abschneiden, bevor die Pflanze blüht

Frühherbst / Ende August bis Ende September

Alle oberirdischen Teile ernten
bis Mitte September abschneiden und trocknen