Sorry, you need to enable JavaScript to visit this website.
Ackerminze | Mentha arvensis L.
1
2

Die Ackerminze blüht von Juni bis Oktober.

3

Die Ackerminze, die wie die Rossminze und die Wasserminze zu den Urminzen zählt, bildet gerne Bastarde mit anderen Minzearten, vor allem mit der Wasserminze.

4

Kennzeichen der Ackerminze: Die Blüten stehen in den Achseln voll ausgebildeter Blätter, die blühende Pflanze endet in einem Blattbüschel.

Bild 2: Die Ackerminze blüht von Juni bis Oktober.
Bild 3: Die Ackerminze, die wie die Rossminze und die Wasserminze zu den Urminzen zählt, bildet gerne Bastarde mit anderen Minzearten, vor allem mit der Wasserminze.
Bild 4: Kennzeichen der Ackerminze: Die Blüten stehen in den Achseln voll ausgebildeter Blätter, die blühende Pflanze endet in einem Blattbüschel.
5
6
7
Bild 5: Minzen eignen sich gut für Aqua verde.
Bild 6: Japanische Ackerminze. Aus ihr wird durch Wasserdampfdestillation "Japanisches Minzöl" gewonnen.
Bild 7: Japanische Ackerminze (Mentha arvensis ssp. haplocalyx)
  • 8

    Japanische Ackerminze (Mentha arvensis ssp. haplocalyx)

  • 9

    Flora Batava of Afbeelding en Beschrijving van Nederlandsche Gewassen, XV. Deel. (1877)

Die Ackerminze ist eine – auch in Mitteleuropa - wild vorkommende Art der Gattung der Minzen. Als solche identifiziert man sie leicht, wenn man mit den Fingern kurz an ihren Blättern reibt: Sie riechen intensiv nach Menthol.  

Die Ackerminze hybridisiert leicht mit anderen  Minzen. Bereits Walahfried Strabo, 9. Jhd., meinte, wer alle Namen, Arten und Kräfte der Minze kenne, könne auch sagen, wie viele Fische im Roten Meer schwimmen… Einer ihrer Bastarde, der um 1700 in einem englischen Garten entdeckt wurde, erlangte Weltruhm: die Pfefferminze!

Weltruhm erlangte die Ackerminze selbst auch, und zwar durch das Japanische Minzöl, gewonnen durch Wasserdampfdestillation des blühenden Krautes der Japanischen Ackerminze. Beim Abkühlen des Öles werden die entstandenen Menthol-Kristalle abgeschöpft, gereinigt und als natürliches Menthol vermarktet.  Das restliche Minzöl, bekannt auch als „Japanisches Heilpflanzenöl“ enthält immerhin noch 30% - 50% Menthol. In seiner Wirkung unterscheidet es sich kaum vom Pfefferminzöl. Letzteres ist jedoch geruchlich feiner.

Daraus ergibt sich für Teetrinker: Tee aus der Ackerminze kann - von der Heilwirkung her gesehen - wie Pfefferminztee getrunken werden. Welcher schmeckt besser? Darüber lässt sich streiten! ;) Dr. Heinrich Marzell meinte jedenfalls 1923: „Die Acker-Minze kann im Notfall an Stelle der Pfeffer-Minze verwendet werden.“

 

Pflanztipps:

Minzen sind gesunde Pflanzen mit wenigen Vorlieben, auf deren Erfüllung sie aber beharren!

  • Bis auf die Poleiminze mögen alle Minzen keine Mittagssonne.
  • Sie lieben einen feuchten, humosen Boden. Werden sie ständig zu trocken gehalten, droht Spinnmilbenbefall.
  • Vor dem Neuaustrieb vertragen sie etwas Kompost. Werden sie zu stark gedüngt, ist die Gefahr von Mehltau groß.
  • Minzen sind sehr vital. Sie vermehren sich über ihre Wurzelausläufer oberhalb und unterhalb der Erde!Deshalb in eine Gartenecke pflanzen, wo sie sich austoben können. Oder man versenkt sie, in große Plastiktöpfe mit Abzugsloch gepflanzt, in die Erde. In frei stehenden Töpfen sind Minzen nur bedingt winterhart.
  • Bei Balkonhaltung Gefäße mit Wasserbevorratung verwenden, Winterschutz geben. 

Wirkungen und Anwendungen von Minzen

In der Klostermedizin spielten Minzen immer schon eine große Rolle: Bereits Wahlafrid Strabo, ein Zeitgenosse Karl des Großen und Architekt der Klostergärten, nahm sie poesievoll in sein Gartenbuch auf. Das „Lorscher Arzneibuch“ und der „Macer floridus“ einschließlich Hildegard von Bingen schlossen sich der Huldigung der grünkräftigen Minze an. Kein Wunder, hat doch Jesus selbst die Minze, die im arabischen Raum bis heute hoch geschätzt wird, erwähnt: Matthäus 23, 23 und Lukas 11,42

Man kann sagen, sie ist eine duftende Heilpflanze für den gesamten Verdauungsprozess, körperlich und seelisch, und hält einem lästige Begleiter wie Fliegen und Bakterien vom Leib. Sie gilt als ein Bote der wahren Freundschaft und der Liebe, der auch immer wieder zum gemeinsamen Tisch eingeladen werden möchte: Ein Minzesträußchen oder ausgestreute Blätter drücken diesen Wunsch aus!

 Menthol wirkt in Kombination mit den übrigen Inhaltsstoffen der Minze

  • krampflösend und blähungstreibend  auf den Verdauungstrakt  
  • Gallenfluss und Gallensekretion anregend (deshalb nicht verwenden bei Gallenwegsverschluss, Gallenentzündung, Gallensteinen)
  • bei Überdosierung unter Umständen leberschädigend, haut- und schleimhautreizend
  • Sekretion von Magensaft fördernd (deshalb nicht bei saurem Magen und Gastritis anwenden)
  • Bronchialsekretion lösend
  • den Herzschlag erhöhend: Deshalb nicht bei Baby und Kleinkindern anwenden, vor allem nicht im Bereich von Nase und Mund. Auch nicht in der Schwangerschaft oder bei Bluthochdruck!
  • auf Haut und Schleimhaut Kältegefühl erzeugend, ohne die Körpertemperatur zu beeinflussen
  • die Schmerzempfindlichkeit herabsetzend
  • durchblutungsfördernd
  • Gebärmutterkontraktionen erhöhend: Deshalb nicht während einer Schwangerschaft anwenden.
  • desinfizierend
  • Milben vertreibend
    • Menthol wirkt in der Bienenpflege gegen Milbenbefall!

Wie wird Minze angewendet?

Minzen, die heutzutage in vielen natürlichen und gärtnerischen Kreuzungen zu haben sind, können durch ihre unterschiedlichen ätherischen Öle ganz unterschiedlich duften – von intensiv minzig über zitronig, schokoladig bis kümmelig, wobei das Minzige, für das das Menthol zuständig ist, in verschiedenen Stärken mitspielt. Interessanterweise ist der Unterschied im Geschmack nicht so gewaltig wie im Geruch.

Angewendet werden Minzen, frisch oder getrocknet oder als ätherisches Öl, um Speisen und Getränke zu würzen, wobei neben dem meistens herben, leicht pfeffrigen Geschmack auch der minzig frische, süße Duft eine Rolle spielt. Einzig die giftige Poleiminze mit ihrem hohen Pulegongehalt dafür nicht verwenden! Die lassen Sie blühen und erfreuen sich an den „wurligen“ Bienen, die sie besuchen werden.

  • Tipp für ein alkoholfreies, erfrischendes Sommergetränk: Eisgekühlten, mit Xylit leicht gesüßten Minzentee, dekoriert mit Minzenblatt und Bio-Zitronenscheibe genießen!

Der Duft frischer Minzen erfreut den Menschen! Nicht umsonst war die Minze bis ins 14. Jhd. außerhalb der Klostermauern ein Symbol leidenschaftlicher Liebe. Geblieben ist ihr der Platz im Kräuterbüschel, das am 15. August (Marien-Feiertag) in der Kath. Kirche geweiht und zu Hause in Stall, Wohnzimmer und Schlafzimmer als Glücksbringer platziert wird.
Dazu ein weiterer Vorschlag eines Minze-Spezialisten, um auf Minzenduft schweben zu können: „…einen Duftpfad anlegen, indem Sie möglichst viele verschiedenen Minzen beiderseits eines schmalen Weges pflanzen.“ Am besten so, dass ihnen der Rasenmäher Einhalt gebieten kann ;)
Sinnvoll ist auch eine Teichrandbepflanzung mit niedrigen Minzen wie Ackerminze, Wasserminze , Kölnischwasserminze und Poleiminze.

 Getrocknete Minzen eignen sich gut zum Räuchern.

Als Haustee zur psychischen Entspannung und Erholung eignen sich besonders mentholarme Minzenarten.  Schmeckt köstlich mit selbst geernteten frischen oder getrockneten Minzeblättern. Kein Vergleich zu den üblichen Teesackerln!

Als Arzneitee trinken Erwachsene, nicht länger als 3 Wochen hindurch, 2 – 4mal täglich eine frisch zubereitete Tasse Tee:  
Pro Tasse 1 Esslöffel frische oder 2 Teelöffel getrocknete mentholreiche Minze mit kochend heißem Wasser übergießen und - damit sich keine ätherischen Öle verflüchtigen - zudecken und 5 Minuten ziehen lassen. Köstliche Medizin!

  • SängerInnen, Achtung: Menthol trocknet – vorübergehend - Kehlkopf und Stimmbänder aus!

Ätherisches Minzöl und Pfefferminzöl

werden durch Wasserdampfdestillation hergestellt: Minzöl aus Kulturformen der Japanischen Ackerminze, Pfefferminzöl aus mentholreichen Pfefferminzarten. Beide werden als Arzneimittel, im Wellnessbereich und bei der Herstellung von Kosmetik, Süßigkeiten, Zigaretten gerne verwendet.
Eingenommen werden Minzöl und Pfefferminzöl in geringer Dosierung: 1 – 3mal täglich 2 Tropfen auf Zucker, einem Stückchen Brot oder in etwas warmem Wasser bei Magen- und Darmblähungen, Magenkrämpfen, zur Förderung der Gallensekretion, bei Erkältungskrankheiten.
Für die äußerliche Anwendung mit etwas neutralem Öl (Jojoba-, Sonnenblumen-, Oliven- oder Kokosöl) mischen und auf die Haut oberhalb des erkrankten Organs. Siehe Warnhinweis!

  • Bei Kopfschmerzen und zur Linderung der Symptome von Erkältungen auf den Schläfen und unterhalb des Kehlkopfs auftragen.
  • Mit Hilfe von Inhalationen (3 – 4 Tropfen in heißes Wasser geben) können festsitzender Husten gelöst und die oberen Atemwege frei gemacht werden.
  • Das Einreiben verspannter Muskelpartien mit Minzöl bewirkt Dank seiner durchblutungsfördernden, schmerzlindernden und antirheumatischen Eigenschaften eine Linderung bei Rückenschmerzen, Bandscheibenproblemen, Muskelkater und auch bei rheumatischen Beschwerden.
  • Ein paar Tropfen mit Sahne (oder etwas mehr Milch) vermischt ins warme Badewasser gegeben ist hilfreich bei den aufgezählten Beschwerden.
  • Für die Duftlampe 3 – 4 Tropfen in heißes Wasser geben: Der Duft entspannt und stärkt.
  • Minzöl mischt sich gut mit Lavendel, Zitrone, Rosmarin, Kiefer.

Damit Sie für Ihren Zweck die richtige Minze finden, sind hier etliche aufgezählt, eingeteilt nach ihrem Mentholgehalt:

Empfohlener Artikel zur Pflanze
Essbare Pflanzenteile:
alle oberirdischen Teile
Essbare Pflanzenteile:
Blätter
Geschmack:
herb modrig
Geschmack:
herzhaft minzeartig
Geschmack:
süß herb
Sättigungswert:
Gering
Aussehen

Blütenfarbe

  • rosa
    rosa

Form der einzelnen Blüte

  • Lippenblüte

Blütenstand

  • Scheinquirle

Wuchshöhe

  • bis 0,4 m

Blütenduft

  • angenehm

Blattansatz am Stängel

  • gestielt

Stängel

  • aufrecht
  • kantig
  • mit Ausläufern

Unterirdische Pflanzenteile

  • Flachwurzler
  • Tiefwurzler
  • bildet Ausläufer

Blattadern

  • fiedernervig

Frucht

  • Klausenfrucht

Blattform

  • länglich eiförmig

Konsistenz des Blattes

  • behaart
  • weich

Blattrand

  • bewimpert
  • gezähnt
VERWECHSUNGSMÖGLICHKEIT MIT GIFTIGER PFLANZE
VERWECHSUNGSMÖGLICHKEIT MIT ESSBARER PFLANZE
Gesundheit
Wirkung

laut Schulmedizin:

, Blätter
, Blätter
, Blätter
, Blätter

laut Volksheilkunde:

, Blätter
, Blätter
, Blätter
,
H. v. Bingen empfahl die Ackerminze bei Augengeschwüren aufzulegen.
, Blätter

laut TCM:

Blätter
Blätter

laut Hildegardmedizin:

, Blätter
, Blätter
,
H. v. Bingen empfahl die Ackerminze bei Augengeschwüren aufzulegen.
Anwendungsgebiete

laut Schulmedizin:

laut Volksheilkunde:

laut Hildegardmedizin:

Wann Ackerminze pflanzen oder säen?
Hier finden Sie einen praktischen Pflanzkalender mit den richtigen Terminen und Pflegeanweisungen.

Erstfrühling / April

Jungtriebe ernten ein paar Blättchen :)

Vollfrühling / Mai

Jungtriebe setzen
Ausläufer nehmen

Hochsommer / dritte Juni Woche bis Anfang August

Alle oberirdischen Teile ernten
abschneiden, bevor die Pflanze blüht

Frühherbst / Ende August bis Ende September

Alle oberirdischen Teile ernten
bis Mitte September abschneiden und trocknen
Frühsommer
Juni
  • Blätter, essbar, herzhaft minzeartig

    Die Blätter vieler Minzen können ähnlich verwendet werden: getrocknet für Tees, für Sirup, Fruchtsalate, in Süßspeisen oder für pikante Gerichte. Auch Alkoholische Getränke können aromatisiert werden.

Hochsommer
Juli
  • Blätter, essbar, herzhaft minzeartig

    Die Blätter vieler Minzen können ähnlich verwendet werden: getrocknet für Tees, für Sirup, Fruchtsalate, in Süßspeisen oder für pikante Gerichte. Auch Alkoholische Getränke können aromatisiert werden.

Spätsommer
August
  • Blätter, essbar, herzhaft minzeartig

    Die Blätter vieler Minzen können ähnlich verwendet werden: getrocknet für Tees, für Sirup, Fruchtsalate, in Süßspeisen oder für pikante Gerichte. Auch Alkoholische Getränke können aromatisiert werden.