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Pfefferminze | Mentha x piperita

Pfefferminze

Botanischer Name: 
Mentha x piperita
andere Namen: 
Edelminze
andere Namen: 
Teeminze
andere Namen: 
Balsam
andere Namen: 
Rote Pfefferminze
Menthol wirkt reizend auf Herzrhythmus und Atmung!

Bei Kindern unter 3 Jahren nicht anwenden. Vorsicht bei Schwangerschaft, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen.

 

Unterfamilie:
Gattung: /
Art: Mentha x piperita / Pfefferminze
Kommt in Mitteleuropa wild bzw. ausgewildert vor: NEIN!
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Die Pfefferminze ist eine Kreuzung aus scheinquirlblütiger Wasserminze und Ährenminze .

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Verwendet werden vorallem die Blätter.

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Die Blüten locken Insekten an.

Bild 1: Schön wie eine Zierpflanze!
Bild 2: Die Pfefferminze ist eine Kreuzung aus scheinquirlblütiger Wasserminze und Ährenminze .
Bild 3: Verwendet werden vorallem die Blätter.
Bild 4: Die Blüten locken Insekten an.
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Bild 5: Mojito-Hemmingway-Minze
Bild 6: Mentholkristalle nie unverdünnt anwenden! Hautreizend!

Die Pfefferminze ist ein Bastard europäischer, wilder Minzen. Daran beteiligt sind die scheinquirlblütige Wasserminze und die Grüne Minze , eine Minze mit ährenförmigem Blütenstand. Entdeckt wurde der Bastard 1696   in einem englischem Arzneigarten , von wo aus er seinen Siegeszug antrat. Die Pfefferminze zeigt im Blütenstand beide Elternteile: verästelte Zweige mit Quirlen, aber Ähren als Endblüten.

Es entstanden bis in unsere Zeit weitere Zuchtformen, wie die Bayerische Pfefferminze, Thüringer Pfefferminze, Pfefferminze Mitcham, und Agnes.  Agnes erblickte ihr Licht unter Dr. Bomme an der Bay. Versuchsanstalt für Bodenkultur und Pflanzenbau. Ein Prachtstück: 1m groß, mehltaufrei, mentholreich!  

Pflanztipps:

Minzen sind gesunde Pflanzen mit wenigen Vorlieben, auf deren Erfüllung sie aber beharren!

  • Bis auf die Poleiminze mögen alle Minzen keine Mittagssonne.
  • Sie lieben einen feuchten, humosen Boden. Werden sie ständig zu trocken gehalten, droht Spinnmilbenbefall.
  • Vor dem Neuaustrieb vertragen sie etwas Kompost. Werden sie zu stark gedüngt, ist die Gefahr von Mehltau groß.
  • Minzen sind sehr vital. Sie vermehren sich über ihre Wurzelausläufer oberhalb und unterhalb der Erde!Deshalb in eine Gartenecke pflanzen, wo sie sich austoben können. Oder man versenkt sie, in große Plastiktöpfe mit Abzugsloch gepflanzt, in die Erde. In frei stehenden Töpfen sind Minzen nur bedingt winterhart.
  • Bei Balkonhaltung Gefäße mit Wasserbevorratung verwenden oder fleißig gießen. Winterschutz um den Topf herum geben und einige Fichtenzweige o. ä. auf den Topf legen. 

 

WIRKUNGEN UND ANWENDUNGEN VON MINZEN

In der Klostermedizin spielten Minzen immer schon eine große Rolle: Bereits Wahlafrid Strabo, ein Zeitgenosse Karl des Großen und Architekt der Klostergärten, nahm sie poesievoll in sein Gartenbuch auf. Das „Lorscher Arzneibuch“ und der „Macer floridus“ einschließlich Hildegard von Bingen schlossen sich der Huldigung der grünkräftigen Minze an. Kein Wunder, hat doch Jesus selbst die Minze erwähnt! Bei Interesse: Matthäus 23, 23 und Lukas 11,42

Als Heilpflanze können – bis auf die giftige Poleiminze – alle Minzarten genommen werden.

Ihre Heilkraft hängt von den in ihnen enthaltenen sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, ihren Flavonoiden, Gerbstoffen und ätherischen Ölen ab. Die mengenmäßige Beteiligung von Menthol, einem Bestandteil des ätherischen Öles von Minzen, ist dabei wirkbestimmend.

Äußerlich angewendet lindert Pfefferminze Beschwerden bei Rheuma, Kopfschmerzen und Insektenstichen. 

Pfefferminze wird innerlich bei Beschwerden der Gallenblase, des übrigen Verdauungstraktes und der oberen Atemwege angewendet.

Menthol wirkt in Kombination mit den übrigen Inhaltsstoffen der Minze

  • krampflösend und blähungstreibend auf den Verdauungstrakt  
  • Gallenfluss und Gallensekretion anregend (deshalb nicht verwenden bei Gallenwegsverschluss, Gallenentzündung, Gallensteinen, schweren Leberschäden)
  • bei Überdosierung unter Umständen leberschädigend, haut- und schleimhautreizend 
  • Sekretion von Magensaft fördernd (deshalb nicht bei saurem Magen und Gastritis anwenden)
  • Bronchialsekretion lösend
  • den Herzschlag erhöhend (Deshalb nicht bei Baby und Kleinkindern anwenden, vor allem nicht im Bereich von Nase und Mund. Auch nicht in der Schwangerschaft oder bei Bluthochdruck.)
  • auf Haut und Schleimhaut Kältegefühl erzeugend, ohne die Körpertemperatur zu beeinflussen
  • die Schmerzempfindlichkeit herabsetzend
  • durchblutungsfördernd
  • desinfizierend
  • kühlend
  • Milben vertreibend
    • Pfefferminzöl hält kurzzeitig Zecken ab.
    • Menthol wirkt in der Bienenpflege gegen Milbenbefall.

 

WIE WIRD MINZE ANGEWENDET?

Minzen, die heutzutage in vielen natürlichen und gärtnerischen Kreuzungen zu haben sind, können durch ihre unterschiedlichen ätherischen Öle ganz unterschiedlich duften – von intensiv minzig über zitronig, schokoladig bis kümmelig, wobei das Minzige, für das das Menthol zuständig ist, in verschiedenen Stärken mitspielt. Interessanterweise ist der Unterschied im Geschmack nicht so gewaltig wie im Geruch.

Angewendet werden Minzen, frisch oder getrocknet oder als Öl, um Speisen und Getränke zu würzen und um Bescherden zu lindern, wobei neben dem meistens herben, leicht pfeffrigen Geschmack auch der minzig frische, süße Duft eine Rolle spielt. Einzig die giftige Poleiminze mit ihrem hohen Pulegongehalt dafür nicht verwenden! Die lassen Sie blühen und erfreuen sich an den „wurligen“ Bienen, die sie besuchen werden.

 

  • Der DUFT FRISCHER MINZENerfreut den Menschen!
    Nicht umsonst war die Minze bis ins 14. Jhd. außerhalb der Klostermauern ein Symbol leidenschaftlicher Liebe. Geblieben ist ihr der Platz im Kräuterbüschel, das am 15. August (Marien-Feiertag) in der Kath. Kirche geweiht und zu Hause in Stall, Wohnzimmer und Schlafzimmer als Glücksbringer platziert wird.
    • Dazu ein weiterer Vorschlag eines Minze-Spezialisten, um auf Minzenduft schweben zu können: „…einen Duftpfad anlegen, indem Sie möglichst viele verschiedenen Minzen beiderseits eines schmalen Weges pflanzen.“ Am besten so, dass ihnen der Rasenmäher Einhalt gebieten kann ;)
    • Sinnvoll ist auch eine Teichrandbepflanzung mit niedrigen Minzen wie Ackerminze, Wasserminze , Kölnischwasserminze und Poleiminze.

 

  • Getrocknete Minzen eignen sich gut zum RÄUCHERN.

     

  • Als HAUSTEE zur psychischen Entspannung und Erholung eignen sich besonders mentholarme Minzenarten. Schmeckt köstlich mit selbst geernteten frischen oder getrockneten Minzeblättern. Kein Vergleich zu den üblichen Teesackerln!

    Tipp für ein alkoholfreies, erfrischendes Sommergetränk: Eisgekühlten, mit Xylit  leicht gesüßten Minzentee, dekoriert mit Minzenblatt und Bio-Zitronenscheibe genießen!  

     

  • Als ARZNEITEE trinken Erwachsene, nicht länger als 3 Wochen hindurch, 2 – 4mal täglich eine frisch zubereitete Tasse Tee:

Pro Tasse 1 Esslöffel frische oder 2 Teelöffel getrocknete mentholreiche Minze mit kochend heißem Wasser übergießen und - damit sich keine ätherischen Öle verflüchtigen - zudecken und 5 Minuten ziehen lassen. Köstliche Medizin!

  • SängerInnen, Achtung: Menthol trocknet – vorübergehend - Kehlkopf und Stimmbänder aus! 

  • ÄTHERISCHES MINZÖL UND PFEFFERMINZÖL 

werden durch Wasserdampfdestillation hergestellt: Minzöl aus Kulturformen der Japanischen Ackerminze, Pfefferminzöl aus mentholreichen Pfefferminzarten. Beide werden als Arzneimittel, im Wellnessbereich und bei der Herstellung von Kosmetik, Süßigkeiten, Zigaretten gerne verwendet.

  • Eingenommen werden Minzöl und Pfefferminzöl in geringer Dosierung: 1 – 3mal täglich 2 Tropfen auf Zucker, einem Stückchen Brot oder in etwas warmem Wasser bei Magen- und Darmblähungen, Magenkrämpfen, zur Förderung der Gallensekretion, bei Erkältungskrankheiten. 
     
  • Für die äußerliche Anwendung mit etwas neutralem Öl (Jojoba-, Sonnenblumen-, Oliven- oder Kokosöl) mischen und auf die Haut oberhalb des erkrankten Organs auftragen. Siehe Warnhinweis!
     
  • Bei Kopfschmerzen und zur Linderung der Symptome von Erkältungen auf den Schläfen auftragen.
     
  • Wirkt bei Insektenstichen kühlend, desinfizierend und juckreizstillend!
     
  • Mit Hilfe von Inhalationen (3 – 4 Tropfen in heißes Wasser geben) können festsitzender Husten gelöst und die oberen Atemwege frei gemacht werden.
     
  • Das Einreiben verspannter Muskelpartien mit Minzöl bewirkt Dank seiner durchblutungsfördernden, schmerzlindernden und antirheumatischen Eigenschaften eine Linderung bei Rückenschmerzen, Bandscheibenproblemen, Muskelkater und auch bei rheumatischen Beschwerden.
     
  • Ein paar Tropfen mit Sahne (oder etwas mehr Milch) vermischt ins warme Badewasser gegeben ist hilfreich bei den aufgezählten Beschwerden.
     
  • Für die Duftlampe 3 – 4 Tropfen in heißes Wasser geben: Der Duft entspannt und stärkt.
     
  • Minzöl mischt sich gut mit Lavendel, Zitrone, Rosmarin, Kiefer.

 

Damit Sie eine für Ihre Zwecke geeignete Minze finden, sind hier etliche aufgelistet, eingeteilt nach ihrem Mentholgehalt:

  1. MENTHOLREICHE  MINZEN - AckerminzeJapanische Ackerminze, PfefferminzeThüringer MinzeWasserminze 
     
  2. MENTHOLARME  MINZEN - Grüne MinzeMarokkanische MinzeTürkische MinzeApfelminzeMojitominze, Kärntner Minze, Orangenminze, Kölnischwasser-Minze, Erdbeerminze, Schokoladenminze, RossminzePoleiminze 
     
  3. "ANDERE  MINZEN" - Neben den echten Minzen (ihr botanischer Name beginnt mit „ Mentha …“), gibt es noch andere ungiftige, duftende Heilpflanzen, die als „Minze“ bezeichnet werden, aber im botanischen Sinne keine sind.
    Sie gehören zu anderen Gattungen: MinzverbeneBergminzeFrauenminzeKatzenminze 

 

Essbare Pflanzenteile:
alle oberirdischen Teile
Geschmack:
scharf pfeffrig
Geschmack:
süß balsamig
Geschmack:
herzhaft minzeartig
Sättigungswert:
Gering
Aussehen

Blütenfarbe

  • rosa
    rosa

Form der einzelnen Blüte

  • Lippenblüte

Blütenstand

  • Scheinähre
  • Scheinquirle

Wuchshöhe

  • bis 0,9 m

Blütenduft

  • angenehm

Blattansatz am Stängel

  • gestielt

Stängel

  • aufrecht verzweigt
  • kantig

Unterirdische Pflanzenteile

  • Flachwurzler
  • bildet Ausläufer

Blattadern

  • fiedernervig

Blattform

  • eilanzettlich / lanzenförmig

Konsistenz des Blattes

  • behaart

Blattrand

  • gesägt
VERWECHSUNGSMÖGLICHKEIT MIT GIFTIGER PFLANZE
VERWECHSUNGSMÖGLICHKEIT MIT ESSBARER PFLANZE
Kultivierung
Lichtanspruch
  • Halbschattig
  • Schattig
Wasserbedarf
  • Braucht regelmäßig Wasser, sobald die Erde fühlbar abgetrocknet ist.
Bevorzugte Erde
  • humusreich
  • neutral
  • gut durchfeuchtet
Winterhärte
  • -29°C
Zehrer
  • Mittelzehrer
Lebenszyklus
  • ausdauernd
Erste Ernte nach
  • 16 Wochen
Kultivierungseigenschaft
  • schneckenresistent
Schlechte Nachbarn
Gesundheit
Wirkung

laut Schulmedizin:

, Blätter
, Blätter
, Blätter
, Blätter
, Blätter
, Blätter

laut Volksheilkunde:

, Blätter
, Blätter
, Blätter
, Blätter
, Blätter
, Blätter
, Blätter
, Blätter
, Blätter

laut TCM:

Blätter
Blätter
Blätter
Wann Pfefferminze pflanzen oder säen?
Hier finden Sie einen praktischen Pflanzkalender mit den richtigen Terminen und Pflegeanweisungen.

Erstfrühling / April

Jungtriebe ernten ein paar Blättchen :)

Vollfrühling / Mai

Jungtriebe setzen
Ausläufer nehmen

Hochsommer / dritte Juni Woche bis Anfang August

Alle oberirdischen Teile ernten
abschneiden, bevor die Pflanze blüht

Frühherbst / Ende August bis Ende September

Alle oberirdischen Teile ernten
bis Mitte September abschneiden und trocknen