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Wasserminze | Mentha aquatica

Wasserminze

Botanischer Name: 
Mentha aquatica
andere Namen: 
Wasser-Minze
andere Namen: 
Bachminze
andere Namen: 
Pferdeminze
andere Namen: 
Krottebalg
andere Namen: 
Krottebalsam
andere Namen: 
Schnackenpalm
andere Namen: 
Otterwein
andere Namen: 
Stinkmünze
Menthol wirkt reizend auf Herzrhythmus und Atmung!

Bei Kindern unter 3 Jahren nicht anwenden. Vorsicht bei Schwangerschaft, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen.

Unterfamilie:
Tribus:
Untertribus:
Gattung: /
Art: Mentha aquatica / Wasserminze
Kommt in Mitteleuropa wild bzw. ausgewildert vor: JA!
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Gesteck mit blühender Wasserminze und roten Mehlbeeren.

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Wasserminze auf einer Waldlichtung.

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Wasserminze - Habitat

Bild 2: Gesteck mit blühender Wasserminze und roten Mehlbeeren.
Bild 3: Wasserminze auf einer Waldlichtung.
Bild 4: Wasserminze - Habitat
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Bild 5: Eine Kurzfühlerschrecke besucht eine Wasserminze. - Ihr Stängel ist vierkantig.
Bild 6:  Minthe
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Die Wasserminze zählte zu den heiligen Kräutern der Druiden, verbindet sie doch das befruchtende, sich ständig ändernde und doch gleich bleibende Element, das Wasser, mit der Mutter Erde auf sichtbare Weise, und duftet und heilt! Sicher beobachteten sie auch ihre Ausbreitung, die sowohl mittels der im Wasser schwimmenden  Samen erfolgt, als auch über ober- und unterirdische Ausläufer.

Hildegard von Bingen schätzte neben der Poleiminze auch ihre Heilwirkung. Sie empfahl sie roh (Gewürz!) oder gekocht zu essen bei Völlegefühl, Atem- und Lungenbeschwerden, und roh - zu grobem Brei gestoßen - als Auflage bei Augengeschwüren. Das sind übrigens auch die Anwendungsgebiete der anderen wilden und kultivierten Minzen, auch der Pfefferminze, die ja Hildegard noch unbekannt war, an deren Entstehung aber die Wasserminze beteiligt war, wie sich Minzen überhaupt gerne untereinander kreuzen und viele neue Minzarten entstehen lassen.

Das Schöne ist, die Wasserminze kommt (noch) in weiten Gebieten Europas vor, denn sie bewohnt die unter Schutz gestellten Feuchtgebiete und sie ist auch relativ anpassungsfähig. So richten sich ihre Größe und ihre Behaarung  nach Standort und Nahrungsangebot, doch immer bleibt ihr stark aromatischer Minzengeruch, der sich besonders beim Zerreiben ihrer Blätter bemerkbar macht! Verantwortlich dafür ist ihr heilsames ätherisches Öl.

Ihr botanischer Artname   aquatica“   verrät, dass sie Wasser mag (lat. aqua = Wasser) -  und  auch ihr Gattungsname „Mentha“ – „Minze“ hat mit Wasser zu tun, wie eine griechische Sage berichtet:

Minthe
Vor langer Zeit lebte eine wunderschöne, unschuldige Nymphe namens Minthe. Eine Fluss-Nymphe, die mit ihren Gespielinnen durch die heimatlichen Fluten tauchte, zwischen den Weiden tanzte und gerne singend und summend auf einem sonnengewärmten Stein saß, bis … ja, bis Hades, der Gott der Unterwelt, der schon damals Persephone, die holde Tochter seiner Schwester Demeter raubte und in seine Unterwelt zerrte und … naja, schlussendlich wurde sie seine Gemahlin … also, bis  Hades, durch die Gewässer, die ja unterirdisch miteinander verbunden sind, auf Minthe aufmerksam gemacht, durch den Styx sich pirschte,  auftauchte und sich an die ahnungslose Minthe heranmachte. - Leider ahnte seine holde Persephone umso mehr! Rasend vor Eifersucht stürzte sie sich auf die Nymphe und - zerriss sie. Gerade noch rechtzeitig. Ja   s i e  ,  nicht den Hades, den untreu sein Wollenden.
Der war todtraurig: Kein Vergnügen, keine Minthe, arme Minthe. Ehemals duftende, fröhliche Minthe. – Doch, die Götter vermögen viel (nicht alles): Wie er so sehnsuchtsvoll (reuevoll?)  vor sich hinmurmelte, wuchsen aus den am Fluss verstreuten Leichenteilen „seiner“ Minthe zarte Wurzeln, die einander suchten, und zarte Halme mit wunderbar duftenden Blättern und blassen Blüten sprossen empor, Richtung Hades. Minthe! Wie sich sein Herz freute! –

Irgendwie ahnten damals die alten Griechinnen und Griechen die Geschichte und legten fortan ihren Verstorbenen ein Büschel Minzen in den Sarg: Da steckt Lebenskraft drin! Und Hades wird durch Minze gnädig gestimmt. Wer weiß schon Genaues … Dazu meint Bruder Franziskus, ein Klostergärtner, trocken: Alle Arten und Sorten der Minze sind ausdauernd und Ausläufer treibend… und mögen Böden mit genug Feuchtigkeit.  Sehr fein, danke, Bruder Franziskus. Ist das alles?

Pflanztipps:

Minzen sind gesunde Pflanzen mit wenigen Vorlieben, auf deren Erfüllung sie aber beharren!

  • Bis auf die Poleiminze mögen alle Minzen keine Mittagssonne.
  • Sie lieben einen feuchten, humosen Boden. Werden sie ständig zu trocken gehalten, droht Spinnmilbenbefall.
  • Vor dem Neuaustrieb vertragen sie etwas Kompost. Werden sie zu stark gedüngt, ist die Gefahr von Mehltau groß.
  • Minzen sind sehr vital. Sie vermehren sich über ihre Wurzelausläufer oberhalb und unterhalb der Erde! Deshalb in eine Gartenecke pflanzen, wo sie sich austoben können. Oder man versenkt sie, in große Plastiktöpfe mit Abzugsloch gepflanzt, in die Erde. In frei stehenden Töpfen sind Minzen nur bedingt winterhart.
  • Bei Balkonhaltung Gefäße mit Wasserbevorratung verwenden oder fleißig gießen, Winterschutz um den Topf herum geben und einige Fichtenzweige o. ä. auf den Topf legen.

Wirkungen der Minzen

In der Klostermedizin spielten Minzen immer schon eine große Rolle: Bereits Wahlafrid Strabo, ein Zeitgenosse Karl des Großen und Architekt der Klostergärten, nahm sie poesievoll in sein Gartenbuch auf. Das „Lorscher Arzneibuch“ und der „Macer floridus“ einschließlich Hildegard von Bingen schlossen sich der Huldigung der grünkräftigen Minze an. Kein Wunder, hat doch Jesus selbst die Minze, die im arabischen Raum bis heute hoch geschätzt wird, erwähnt: Matthäus 23, 23 und Lukas 11,42

Man kann sagen, sie ist eine duftende Heilpflanze für den gesamten Verdauungsprozess, körperlich und seelisch, und hält einem lästige Begleiter wie Fliegen und Bakterien vom Leib. Sie gilt als ein Bote der wahren Freundschaft und der Liebe, der auch immer wieder zum gemeinsamen Tisch eingeladen werden möchte: Ein Minzesträußchen oder ausgestreute Blätter drücken diesen Wunsch aus!

Die Heilkraft der Minzen hängt von den in ihnen enthaltenen sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, ihren Flavonoiden, Gerbstoffen und ätherischen Ölen ab. Die mengenmäßige Beteiligung von Menthol, einem Bestandteil des ätherischen Öles von Minzen, ist dabei wirkbestimmend. Als Teepflanze können – bis auf die Poleiminze, bei der der Gehalt an giftigem Pulgeon bei weitem überwiegt – alle Minzenarten genommen werden.

Menthol wirkt in Kombination mit den übrigen Inhaltsstoffen der Minze

  • krampflösend und blähungstreibendauf den Verdauungstrakt
  • Gallenfluss und Gallensekretion anregend (deshalb nicht verwenden bei Gallenwegsverschluss, Gallenentzündung, Gallensteinen)
  • bei Überdosierung unter Umständen leberschädigend, haut- und schleimhautreizend
  • Sekretion von Magensaft fördernd (deshalb nicht bei saurem Magen und Gastritis anwenden)
  • Bronchialsekretion lösend
  • den Herzschlag erhöhend (Deshalb nicht bei Baby und Kleinkindern anwenden, vor allem nicht im Bereich von Nase und Mund. Auch nicht in der Schwangerschaft oder bei Bluthochdruck.)
  • auf Haut und Schleimhaut Kältegefühl erzeugend, ohne die Körpertemperatur zu beeinflussen
  • die Schmerzempfindlichkeit herabsetzend
  • durchblutungsfördernd
  • desinfizierend
  • Milben vertreibend
    • Menthol wirkt in der Bienenpflege gegen Milbenbefall.

Wie wird Minze angewendet?

Minzen, die heutzutage in vielen natürlichen und gärtnerischen Kreuzungen zu haben sind, können durch ihre unterschiedlichen ätherischen Öle ganz unterschiedlich duften – von intensiv minzig über zitronig, schokoladig bis kümmelig, wobei das Minzige, für das das Menthol zuständig ist, in verschiedenen Stärken mitspielt. Interessanterweise ist der Unterschied im Geschmack nicht so gewaltig wie im Geruch.

Angewendet werden Minzen, frisch oder getrocknet oder als Öl, um Speisen und Getränke zu würzen, wobei neben dem meistens herben, leicht pfeffrigen Geschmack auch der minzig frische, süße Duft eine Rolle spielt. Einzig die giftige Poleiminze mit ihrem hohen Pulegongehalt dafür nicht verwenden! Die lassen Sie blühen und erfreuen sich an den „wurligen“ Bienen, die sie besuchen werden.

  • Tipp für ein alkoholfreies, erfrischendes Sommergetränk: Eisgekühlten, mit Xylit leicht gesüßten Minzentee, dekoriert mit Minzenblatt und Bio-Zitronenscheibe genießen!

Der Duft frischer Minzen erfreut den Menschen! Nicht umsonst war die Minze bis ins 14. Jhd. außerhalb der Klostermauern ein Symbol leidenschaftlicher Liebe. Geblieben ist ihr der Platz im Kräuterbüschel, das am 15. August (Marien-Feiertag) in der Kath. Kirche geweiht und zu Hause in Stall, Wohnzimmer und Schlafzimmer als Glücksbringer platziert wird.
Dazu ein weiterer Vorschlag eines Minze-Spezialisten, um auf Minzenduft schweben zu können: „…einen Duftpfad anlegen, indem Sie möglichst viele verschiedenen Minzen beiderseits eines schmalen Weges pflanzen.“ Am besten so, dass ihnen der Rasenmäher Einhalt gebieten kann ;)
Sinnvoll ist auch eine Teichrandbepflanzung mit niedrigen Minzen wie Ackerminze, Wasserminze, Kölnischwasserminze  und Poleiminze.

Getrocknete Minzen eignen sich gut zum Räuchern.

Als Haustee zur psychischen Entspannung und Erholung eignen sich besonders mentholarme Minzenarten. Schmeckt köstlich mit selbst geernteten frischen oder getrockneten Minzeblättern. Kein Vergleich zu den üblichen Teesackerln!

Als Arzneitee trinken Erwachsene, nicht länger als 3 Wochen hindurch, 2 – 4mal täglich eine frisch zubereitete Tasse Tee:
Pro Tasse 1 Esslöffel frische oder 2 Teelöffel getrocknete mentholreiche Minze mit kochend heißem Wasser übergießen und - damit sich keine ätherischen Öle verflüchtigen - zudecken und 5 Minuten ziehen lassen. Köstliche Medizin!

  • SängerInnen, Achtung: Menthol trocknet – vorübergehend - Kehlkopf und Stimmbänder aus! Lieber zu Tee aus Grüner Minze greifen!

Ätherisches Minzöl und Pfefferminzöl
werden durch Wasserdampfdestillation hergestellt: Minzöl aus Kulturformen der Japanischen Ackerminze, Pfefferminzölaus mentholreichen Pfefferminzarten. Beide werden als Arzneimittel, im Wellnessbereich und bei der Herstellung von Kosmetik, Süßigkeiten, Zigaretten gerne verwendet.
Eingenommen werden Minzöl und Pfefferminzöl in geringer Dosierung: 1 – 3mal täglich 2 Tropfen auf Zucker, einem Stückchen Brot oder in etwas warmem Wasser bei Magen- und Darmblähungen, Magenkrämpfen, zur Förderung der Gallensekretion, bei Erkältungskrankheiten.
Für die äußerliche Anwendung mit etwas neutralem Öl (Jojoba-, Sonnenblumen-, Oliven- oder Kokosöl) mischen und auf die Haut oberhalb des erkrankten Organs auftragen. Siehe Warnhinweis!

  • Bei Kopfschmerzen und zur Linderung der Symptome von Erkältungen auf den Schläfen auftragen.
  • Mit Hilfe von Inhalationen (3 – 4 Tropfen in heißes Wasser geben) können festsitzender Husten gelöst und die oberen Atemwege frei gemacht werden.
  • Das Einreiben verspannter Muskelpartien mit Minzöl bewirkt Dank seiner durchblutungsfördernden, schmerzlindernden und antirheumatischen Eigenschaften eine Linderung bei Rückenschmerzen, Bandscheibenproblemen, Muskelkater und auch bei rheumatischen Beschwerden.
  • Ein paar Tropfen mit Sahne (oder etwas mehr Milch) vermischt ins warme Badewasser gegeben ist hilfreich bei den aufgezählten Beschwerden.
  • Für die Duftlampe 3 – 4 Tropfen in heißes Wasser geben: Der Duft entspannt und stärkt.
  • Minzöl mischt sich gut mit Lavendel, Zitrone, Rosmarin, Kiefer.

Damit Sie für Ihren Zweck die richtige Minze finden, sind hier etliche aufgezählt, eingeteilt nach ihrem Mentholgehalt:

Essbare Pflanzenteile:
Blätter
Essbare Pflanzenteile:
alle oberirdischen Teile
Geschmack:
herzhaft minzeartig
Sättigungswert:
Gering
Aussehen

Blütenfarbe

  • rosa
    rosa

Form der einzelnen Blüte

  • Lippenblüte

Blütenstand

  • Scheinquirle

Wuchshöhe

  • bis 0,8 m

Blütenduft

  • angenehm

Blattansatz am Stängel

  • gestielt

Stängel

  • aufrecht verzweigt
  • kantig
  • mit Ausläufern

Unterirdische Pflanzenteile

  • Flachwurzler
  • bildet Ausläufer

Blattadern

  • fiedernervig

Frucht

  • Klausenfrucht

Blattform

  • eilanzettlich / lanzenförmig

Konsistenz des Blattes

  • steif

Blattrand

  • gesägt
VERWECHSUNGSMÖGLICHKEIT MIT GIFTIGER PFLANZE
VERWECHSUNGSMÖGLICHKEIT MIT ESSBARER PFLANZE
Kultivierung
Lichtanspruch
  • Halbschattig
  • Schattig
Wasserbedarf
  • Benötigt ständige Feuchtigkeit.
Bevorzugte Erde
  • feuchter bis nass
  • wechselfeucht
  • humos
Winterhärte
  • -29°C
Zehrer
  • Mittelzehrer
Lebenszyklus
  • ausdauernd
Kultivierungseigenschaft
  • schneckenresistent
Gute Nachbarn
Gesundheit
Wirkung

laut Volksheilkunde:

, Blätter
, Blätter
, Blätter
, Blätter

laut Hildegardmedizin:

, Blätter
, Blätter
, Blätter
, Blätter
Wann Wasserminze pflanzen oder säen?
Hier finden Sie einen praktischen Pflanzkalender mit den richtigen Terminen und Pflegeanweisungen.

Vollfrühling / Mai

Jungtriebe setzen
Ausläufer nehmen

Hochsommer / dritte Juni Woche bis Anfang August

Alle oberirdischen Teile ernten
abschneiden und trocknen
Frühsommer
Juni
  • Blätter, essbar, herzhaft minzeartig

    Die Blätter eignen sich zum Aromatisieren von Speisen und Getränken, getrocknet als Tee und Erfrischungsgetränke.
    Auch in Kombination mit Schokolade schmeckt hervorragend.

Hochsommer
Juli
  • Blätter, essbar, herzhaft minzeartig

    Die Blätter eignen sich zum Aromatisieren von Speisen und Getränken, getrocknet als Tee und Erfrischungsgetränke.
    Auch in Kombination mit Schokolade schmeckt hervorragend.

Spätsommer
August
  • Blätter, essbar, herzhaft minzeartig

    Die Blätter eignen sich zum Aromatisieren von Speisen und Getränken, getrocknet als Tee und Erfrischungsgetränke.
    Auch in Kombination mit Schokolade schmeckt hervorragend.