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Marokkanische Minze | Mentha spicata var. crispa ‚Marokko'

Marokkanische Minze

Botanischer Name: 
Mentha spicata var. crispa ‚Marokko'
andere Namen: 
Nanaminze
andere Namen: 
Krauseminze
andere Namen: 
Marokkominze
Menthol wirkt reizend auf Herzrhythmus und Atmung!

Mentha spicata var. crispa ‚Marokko' (Marokkanische Minze) enthält jedoch wenig Menthol.

 

Tribus:
Untertribus:
Gattung: /
Art: Mentha spicata var. crispa ‚Marokko' / Marokkanische Minze
Kommt in Mitteleuropa wild bzw. ausgewildert vor: NEIN!
Nordafrika
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Die Marokkanische Minze wird im persisch-arabischen Sprachraum - wie die übrigen Minzen auch - einfach als „Nana“ (= "Minze") bezeichnet. Davon leitet sich ihr weiterer deutsche Name ab, nämlich „Nana-Minze“. Diesen teilt sie sich umgangssprachlich mit der winterhärteren Türkischen Minze . Korrekt müsste letztere als „Nane-Minze“  bezeichnet werden, denn das türkische Wort für Minze ist Nane.

  • Die Marokkanische Minze ist ein Abkömmling einer nordafrikanischen Grünen Minze . Sie enthält wenig Menthol, liefert aber ein sehr gutes Minzaroma!  

Ihre leicht gekrausten Blätter werden zusammen mit dem Stängel für Tee verwendet, der besonders in nordafrikanischen Ländern gerne getrunken wird.

Zubereitung des Tees:

  • In diesen warmen Ländern, wo die Minze ganzjährig frisch zur Verfügung steht, wird der Minzentee aus frischen Blättern und Stängeln zubereitet. Wir, nördlich der Alpen, sind auf einen getrockneten, immer noch aromatischen Wintervorrat angewiesen.
  • Gerne wird die Marokkanische Minze zusammen mit Grüntee mit abgekochtem Wasser, das man auf ca. 80° abkühlen lässt, übergossen. Die Kräuter bleiben in der Kanne und der Tee wird nach und nach heiß und stark gezuckert getrunken: ein Energiespender bar excellence!
    • Mit bitter schmeckenden Grünteesorten - wie Gunpowder - wird die Teezubereitung leicht abgewandelt:
      • Allein Grüntee kommt in die Kanne. Sein erster Abguss wird weggeschüttet. 
      • Nun kommt die frische Minze dazu und alles wird mit abgekochtem, auf 80° abgekühltem Wasser übergossen.

 

Marokkanische Minze ("Nanaminze") im Garten:

Die Marokkanische Minze zählt zu den mittelhohen bis niedrigen Minzen. Wer sie anpflanzen möchte, um selbst frische Nanaminzblätter für einen strahlend-grünen Tee zur Hand zu haben, findet im Online-Pflanzenhandel Jungpflanzen.

Sie kann allerdings bei uns in Mitteleuropa in ungünstigen Lagen, unbedeckt von Schnee oder  sonstigem Winterschutz, bei scharfem Frost erfrieren. 

Pflanztipps:

Minzen sind gesunde Pflanzen mit wenigen Vorlieben, auf deren Erfüllung sie aber beharren!

  • Marokkanische Minzen lieben Sonne.
  • Sie lieben einen feuchten, humosen Boden, könner aber vorübergehend auch Trockenheit ertragen. Werden sie ständig zu trocken gehalten, droht Spinnmilbenbefall.
  • Vor dem Neuaustrieb vertragen sie etwas Kompost. Werden sie zu stark gedüngt, ist die Gefahr von Mehltau groß.
  • Minzen sind sehr vital. Sie vermehren sich über ihre Wurzelausläufer oberhalb und unterhalb der Erde! Deshalb in eine Gartenecke pflanzen, wo sie sich austoben können. Oder man versenkt sie, in große Plastiktöpfe mit Abzugsloch gepflanzt, in die Erde. In frei stehenden Töpfen sind Minzen nur bedingt winterhart.
  • Bei Balkonhaltung Gefäße mit Wasserbevorratung verwenden, Winterschutz geben.

 

WIRKUNGEN VON MINZEN

In der Klostermedizin spielten Minzen immer schon eine große Rolle: Bereits Wahlafrid Strabo, ein Zeitgenosse Karl des Großen und Initiator der Klostergärten, nahm sie poesievoll in sein Gartenbuch auf. Das „Lorscher Arzneibuch“ und der „Macer floridus“ einschließlich Hildegard von Bingen schlossen sich der Huldigung der grünkräftigen Minze an. Kein Wunder, hat doch Jesus selbst die Minze, die im arabischen Raum bis heute hoch geschätzt wird, erwähnt: Matthäus 23, 23 und Lukas 11,42.

Die Minze ist eine duftende Heilpflanze für den gesamten Verdauungsprozess - sowohl für den körperlichen, als auch, durch ihren Duft, für den seelischen. Zudem hält sie einem lästige Begleiter wie Stubenfliegen und Bakterien vom Leib, gilt jedoch als ein Bote der wahren Freundschaft und Liebe und ladet immer wieder zu gemeinsamem Tisch ein: Ein Minzesträußchen oder ausgestreute Blätter drücken diesen Wunsch aus!

Minzen enthalten in sehr unterschiedlichen Mengen Menthol, einen medizinisch wirkenden Stoff. Mentholreiche Minzen - wie Pfefferminzen, Wasserminzen, Ackerminzen, Japanische Minzen - sollten deshalb unvermischt nicht als täglicher Haustee getrunken werden, sondern als Arzneitee.

  • Menthol wirkt in Kombination mit den übrigen Inhaltsstoffen der Minze 
    • Sekretion von Magensaft fördernd (deshalb nicht bei saurem Magen oder Gastritis anwenden)
    • Gallenfluss und Gallensekretion anregend (deshalb nicht anwenden bei Gallenwegsverschluss, Gallenentzündung, Gallensteinen)
    • blähungstreibend
    • krampflösend auf den Verdauungstrakt, besonders bei nervös bedingten Magenkrämpfen
    • Bronchialsekretion lösend
    • den Herzschlag erhöhend (Deshalb nicht bei Baby und Kleinkindern anwenden, vor allem nicht im Bereich von Nase und Mund. Auch nicht in der Schwangerschaft oder bei Bluthochdruck.)
    • auf Haut und Schleimhaut Kältegefühl erzeugend, ohne die Körpertemperatur zu beeinflussen
    • die Schmerzempfindlichkeit herabsetzend
    • durchblutungsfördernd
    • desinfizierend
    • bei Überdosierung leberschädigend, haut- und schleimhautreizend
    • Menthol wirkt in der Bienenpflege gegen Milbenbefall.

 

WIE WERDEN  MINZEN ANGEWENDET ?

Minzen, die heutzutage in vielen natürlichen und gärtnerischen Kreuzungen zu haben sind, können durch ihre unterschiedlichen ätherischen Öle ganz unterschiedlich duften – von intensiv minzig über zitronig, schokoladig bis kümmelig. Interessanterweise ist der Unterschied im Geschmack nicht so gewaltig wie im Geruch!

  • GEWÜRZ
    Angewendet werden Minzen, frisch oder getrocknet oder als Öl, um Speisen und Getränke zu würzen, wobei neben dem meistens herben, leicht pfeffrigen Geschmack auch der minzig frische, süße Duft eine Rolle spielt. Die Mittelmeerküche scheut sich nicht, viele gekochte Speisen, aber auch rohe, mit Minze zu würzen. In der österreichischen Küche darf die Minze, und zwar die spezielle Kärntner Minze, in der Fülle der Kärtner Nudeln nicht fehlen.
    Einzig die giftige Poleiminze mit ihrem hohen Pulegongehalt sollte nicht als Gewürz verwendet werden. Lassen Sie sie lieber blühen und erfreuen sich dabei an den „wurligen“ Bienen, die sie besuchen!
    • Tipp für ein alkoholfreies erfrischendes Sommergetränk: Eisgekühlten, mit Xylit  leicht gesüßten Minzentee mit frischen Minzenblättern und einer Bio-Zitronenscheibe dekorieren und genießen.
       
  • DUFT
    Der Duft frischer Minzen erfreut den Menschen! Nicht umsonst war die Minze bis ins 14. Jhd. außerhalb von Klostermauern ein Symbol leidenschaftlicher Liebe. Geblieben ist ihr der Platz im Kräuterbüschel, das, am 15. August (Marien-Feiertag) in einer katholischen Kirche geweiht und zu Hause in Stall, Wohnzimmer und Schlafzimmer platziert, als Glücksbringer gilt.
    • Genießerischer Duft-Vorschlag eines Minze-Spezialisten, um auf Minzenduft schweben zu können: „…einen Duftpfad anlegen, indem Sie möglichst viele verschiedenen Minzen beiderseits eines schmalen Weges pflanzen.“ - Pflanzen Sie sie am besten so, dass ihnen der Rasenmäher in ihrer Expansion Einhalt gebieten kann ;) 
    • Sinnvoll ist auch eine Teichrandbepflanzung mit niedrigen Minzen wie Ackerminze, Wasserminze , Marokkanischer Minze, Kölnischwasserminze und Poleiminze.
       
  • RÄUCHERN
    Getrocknete Minzen eignen sich gut zum Räuchern. Wie dabei vorgangen wird, erfahren Sie hier!
     
  • HAUSTEE
    Als Haustee zur psychischen Entspannung und Erholung eignen sich besonders mentholarme Minzenarten. Er schmeckt köstlich mit frischen oder getrockneten Blättern von Minzen aus dem eigenen Garten oder Pflanztrog. Kein Vergleich zu den üblichen Teesackerln! 
     
  • ARZNEITEE
    Als Arzneitee trinken Erwachsene - nicht länger als 3 Wochen hindurch, 2 – 4mal täglich eine frisch zubereitete Tasse Tee:
    • Pro Tasse 1 Esslöffel frische oder 2 Teelöffel getrocknete mentholreiche Minze (Pfefferminze, Wasserminze, Japanische Minze, Ackerminze) mit kochend heißem Wasser übergießen und - damit sich keine ätherischen Öle verflüchtigen - zudecken und 5 Minuten ziehen lassen. Köstliche Medizin!
      • Doch SängerInnen, Achtung: Menthol trocknet – vorübergehend - Kehlkopf und Stimmbänder aus! 
         
  • ÄTHERISCHES MINZÖL UND PFEFFERMINZÖL
    Ätherisches Minzöl und ätherisches Pfefferminzöl werden durch Wasserdampfdestillation hergestellt:
    • Minzöl aus Kulturformen der Japanischen Ackerminze,
    • Pfefferminzöl aus mentholreichen Pfefferminzarten.

      Beide werden als Arzneimittel, im Wellnessbereich und bei der Herstellung von Kosmetik, Süßigkeiten, Zigaretten gerne verwendet.

      • Eingenommen werden Minzöl und Pfefferminzöl in geringer Dosierung:
        1 – 3mal täglich 2 Tropfen auf Zucker, einem Stückchen Brot oder in etwas warmem Wasser bei Magen- und Darmblähungen, Magenkrämpfen, zur Förderung der Gallensekretion, bei Erkältungskrankheiten.
      • Für die äußerliche Anwendung mit etwas neutralem Öl (Jojoba-, Sonnenblumen-, Oliven- oder Kokosöl) mischen und auf die Haut oberhalb des erkrankten Organs auftragen. Siehe Warnhinweis!
        • Bei Kopfschmerzen auf den Schläfen auftragen.
        • Zur Linderung der Symptome von Erkältungen auf den Schläfen auftragen.
        • Mit Hilfe von Inhalationen (3 – 4 Tropfen in heißes Wasser geben) können festsitzender Husten gelöst und die oberen Atemwege frei gemacht werden.
        • Das Einreiben verspannter Muskelpartien mit Minzöl bewirkt dank seiner durchblutungsfördernden, schmerzlindernden und antirheumatischen Eigenschaften eine Linderung bei rheumatischen Beschwerden, Rückenschmerzen, Bandscheibenproblemen und bei Muskelkater. 
        • Ebenso sind ein paar Tropfen mit Sahne (oder etwas mehr Milch) vermischt und ins warme Badewasser gegeben hilfreich bei den aufgezählten Beschwerden.
        • Für die Duftlampe 3 Tropfen nehmen: Der Duft entspannt und stärkt.

 

Damit Sie für Ihre Zwecke die richtige Minze finden, werden hier etliche EINGETEILT NACH IHREM MENTHOLGEHALT aufgezählt:

  1.  Mentholreiche Minzen:
    AckerminzeJapanische Ackerminze, WasserminzePfefferminze wie z.B. Thüringer Minze.

     
  2. Mentholarme Minzen:
    Grüne MinzeMarokkanische MinzeTürkische MinzeApfelminzeMojitominzeKärntner Minze, Orangenminze, Kölnischwasser-Minze, Erdbeerminze, Schokoladenminze, Rossminze 
    (ungiftig!)Poleiminze (giftig!)
     
  3. Andere "Minzen"
    Neben den echten Minzen (ihr botanischer Name beginnt mit „ Mentha …“), gibt es noch andere ungiftige, duftende Heilpflanzen, die ebenfalls mit „Minze“ bezeichnet werden, aber im botanischen Sinne keine Minze sind. Sie gehören anderen Gattungen an!
    Zu diesen anderen Minzen zählen  MinzverbeneBergminzeFrauenminzeKatzenminze .
Essbare Pflanzenteile:
alle oberirdischen Teile
Geschmack:
herzhaft minzeartig
Geschmack:
herb erfrischend
Sättigungswert:
Gering
Aussehen

Blütenfarbe

  • weiß
    weiß
  • rosa
    rosa

Form der einzelnen Blüte

  • Lippenblüte

Blütenstand

  • Scheinähre

Wuchshöhe

  • bis 0,6 m

Blütenduft

  • angenehm

Blattansatz am Stängel

  • sitzend

Stängel

  • aufrecht
  • kantig

Unterirdische Pflanzenteile

  • Flachwurzler
  • bildet Ausläufer

Blattadern

  • fiedernervig

Blattform

  • eilanzettlich / lanzenförmig

Blattrand

  • gekerbt
VERWECHSUNGSMÖGLICHKEIT MIT GIFTIGER PFLANZE
VERWECHSUNGSMÖGLICHKEIT MIT ESSBARER PFLANZE
Kultivierung
Lichtanspruch
  • Halbschattig
  • Sonnig
Wasserbedarf
  • Braucht regelmäßig Wasser, sobald die Erde fühlbar abgetrocknet ist.
Bevorzugte Erde
  • humusreich
  • gut durchfeuchtet
Winterhärte
  • -12°C
Zehrer
  • Mittelzehrer
Lebenszyklus
  • mehrjährig
Erste Ernte nach
  • 16 Wochen
Kultivierungseigenschaft
  • schneckenresistent
Wann Marokkanische Minze pflanzen oder säen?
Hier finden Sie einen praktischen Pflanzkalender mit den richtigen Terminen und Pflegeanweisungen.

Vollfrühling / Mai

Jungtriebe setzen
der Ausläufer

Hochsommer / dritte Juni Woche bis Anfang August

Alle oberirdischen Teile ernten
abschneiden, bevor die Pflanze blüht