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Weißtanne | Abies alba

Weißtanne

Botanischer Name: 
Abies alba
Ätherisches Tannenöl kann Haut u. Schleimhaut reizen sowie allergieauslösend wirken.

Verdünnt anwenden; aber nie bei Säuglingen und Kleinkindern (Stimmritzenkrampf, Atemstillstand möglich)! Kontraindikationen: Bronchialasthma, Keuchhusten.

Ordnung: /
Unterfamilie:
Gattung: /
Art: Abies alba / Weißtanne
Kommt in Mitteleuropa wild bzw. ausgewildert vor: JA!
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Die Oberseite der Weißtannenzweige ist - tannengrün!

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Die Unterseite der Zweige der Weißtannen zeigt als artentypisches Erkennungsmerkmal pro Nadel zwei weißliche Wachsstreifen!

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Rückseite: Jede Nadel zwei weißliche Wachsstreifen!

Bild 1: Im Vergleich zur Fichte wird die Weißtanne bevorzugt vom Wild verbissen. Die kleine Tanne hat aber den Wildschaden überlebt, allerdings auf Kosten ihres Höhenwachstums.
Bild 2: Die Oberseite der Weißtannenzweige ist - tannengrün!
Bild 3: Die Unterseite der Zweige der Weißtannen zeigt als artentypisches Erkennungsmerkmal pro Nadel zwei weißliche Wachsstreifen!
Bild 4: Rückseite: Jede Nadel zwei weißliche Wachsstreifen!
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Bild 5: Weiteres Erkennungsmerkmal: Im Unterschied zur Fichte stehen die Zapfen der Tanne aufrecht.
Bild 7: Nachfahren des "Grünen Mannes": rechts der "Tannreesig", links der "Stächbaumig"
Foto: Flyout
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    Die Weißtanne ist einhäusig: Rechts oben Zweig mit männlichen Blüten, unten Zweig mit weiblichen Blüten, in der Mitte reifer, aufrechter Zapfen und Zapfenspindel. Fotoquelle: Dr. L. Klein

Tanne und Fichte werden oft verwechselt! Deshalb werden ihre Unterscheidungsmerkmale an den Anfang des Artikels gestellt.

 

Was unterscheidet Tannen von Fichten?

  1. Rinde 
    Die Tanne, dieser majestätische Nadelbaum, wird dank seiner noch im Alter glatten, weißlich-grauen Rinde mit ebenfalls weißlichen, glatten Borkenschuppen als „Weißtanne“ bezeichnet. - Im Gegensatz dazu weist die Fichte eine rötlich-braune Rinde auf und wird deshalb auch als "Rottanne" bezeichnet.
  2. Zapfen
    • Tannenzapfen, die 5 – 17 cm hoch und bis zu 5 cm dick werden können, stehen aufrecht wie Kerzen auf dem Baum. Die Zapfen der Fichte hängen.
    • Die Zapfen der Tannen fallen nicht zu Boden, sondern zerfallen gleich nach der Zapfenreife, meist anfangs Oktober, auf dem Baum: Samen und Zapfenschuppen fallen ab, die leeren Zapfenspindeln bleiben noch mehrere Jahre auf den Zweigen. Die Samen sind nur einige Monate keimfähig.
      • Sie werden also auf dem Boden eigentlich nie Tannenzapfen finden. Es sind Fichtenzapfen, die umgangssprachlich als Tannenzapfen bezeichnet werden. Die sehen sich auch zu ähnlich! 
  3. Nadeln
    "Die Fichte sticht, die Tanne nicht!"
    Die Blätter der Koniferen werden als Nadeln bezeichnet. Ausnahme: Ginkgo! Der Tannenbaum jedenfalls hat Blätter, wie es auch im allbekannten Kinderlied O Tannenbaum heißt.
    Die Tannennadeln werden wie die Fichtennadeln bis zu sieben Jahre alt und erneuern sich nach und nach.

    Tannennadeln sind im Unterschied zu Fichtennadeln

    • in der Spitze nicht spitzig, sondern leicht eingekerbt, alte sogar leicht gerundet. Tannennadeln stechen deshalb nicht!
    • Die Nadeln selbst sind flach zusammengedrückt.
    • Auf den Seitenzweigen sitzen sie kammförmig gescheitelt.
    • Auf ihrer Unterseite sind sie jeweils mit zwei weißlichen Längsstreifen versehen.
    • Während Tannennadeln direkt auf dem Zweig sitzen, sitzen Fichtennadeln auf kleinen verholzten Stielen, den sogenannten "Kissen".
    • Tannennadeln lösen sich nach einem eventuellen Vertrocknen erst spät vom Ast, was die Weißtanne und die übrigen Tannenarten zu idealen Christbäumen / Weihnachtsbäumen macht! Ihre Nadeln beginnen nicht bereits nach einigen Tagen im Wohnzimmer auf den Boden zu rieseln.

 

Wildverbiss

 

Im Vergleich zur Fichte wird die Weißtanne bevorzugt verbissen. Einer der Gründe mögen ihre weicheren Nadeln sein! Der Verbiss durch Schalenwild, vor allem durch Rehe, Rothirsche und Gämsen kann an jungen Tannen große Ausmaße erreichen, so dass sie in gemischten Waldverjüngungsanpflanzungen im Höhenwachstum zurückbleiben und von Fichten und Buchen letztendlich verdrängt werden.
Daneben fegen Rehe besonders gerne an jungen Tannen, und im Winter können Rothirsche Schälschäden hervorrufen.
Vielerorts verhindert der Wildverbiss eine gelungene Anpflanzung der Weißtanne vollständig!

 

 

Habitus und Standortansprüche

 

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Weißtanne reicht von den westlichen Pyrenäen bis nach Kleinasien und vom Südrand des Harzes bis Sizilien. Sie ist im Allgemeinen empfindlicher als die Fichte. 

Was ihre Standortansprüche betrifft, gehört die Weißtanne zu den anspruchvollsten Waldbäumen. Um gut zu gedeihen, verlangt sie einen tiefgründigen und fruchtbaren Boden mit guter Wasserversorgung. Wichtig ist außerdem viel Luftfeuchtigkeit. Dagegen ist sie - ähnlich wie die Eibe - schattenverträglich und – ähnlich wie die Latsche - gegenüber dem pH-Wert des Bodens unempfindlich (pH-indifferent), allerdings ist sie sehr schadstoffempfindlich. Luftverschmutzung ist ihr Tod.

Die Weißtanne wächst als ein mächtiger Nadelbaum der eine regelmäßige, edle Form aufweist: gerader Stamm, horizontal abgehende, verzweigte Äste, mit einer tiefreichenden Pfahlwurzel fest im Boden verankert. Nicht umsonst wird dieser eindrucksvolle Waldbaum auch als „Edeltanne“ bezeichnet. Er wächst in Reinbeständen, aber meistens vergesellschaftet mit Fichte, Buche und Waldkiefer. 

Steht die Weißtanne frei, tritt ihre Mannbarkeit mit dem 30. Jahr ein, steht sie im Verbund, erst mit dem 60. – 70. Lebensjahr. Sie lässt sich mit ausländischen Tannen wie Griechische Tanne, Koloradotanne, Küsten-, Nordmanns-, Veitchs -, Numidische - und Spanische Tanne kreuzen. In milden Lagen kann jedes zweite Jahr ein Blühjahr sein, in raueren Lagen wiederholen sich diese erst nach 5 – 8 Jahren.

Mit 130 - 200 Jahren stellt die Weißtanne ihr Höhenwachstum ein. Sie hat dann bei einem Brusthöhendurchmesser von 2 m eine Gesamthöhe von ca. 50 m erreicht und in der Wipfelregion ein sogenanntes "Storchennest" ausgebildet. Ihr Dickenwachstum hält unter günstigen Standort- und Lichtverhältnissen aber bis 500 Jahre und länger an.

 

 

Nutzung der Weißtanne

 

  • Das HOLZ wird zur Herstellung von Pfosten, Platten, Furnieren, Kisten, Masten, Möbeln, Fenstern, Fußböden, Türen und Vertäfelungen sowie als Rohstoff für die Zellstoff- und Papierindustrie verwendet.
    Langsam gewachsenes Tannenholz wird im Musikinstrumentenbau als Resonanzboden und zur Herstellung von Orgelpfeifen genommen.
  • Tannen sind die beliebtesten CHRISTBÄUME / WEIHNACHTSBÄUME, da sie lange nicht nadeln, und wie andere Immergrüne als ein Symbol des Lebens in der dunklen Zeit um die Wintersonnenwende gelten.
  • VOLKSMEDIZINISCH wird die Tanne seit alters her wie die Fichte und die Waldkiefer genutzt, wobei die Weißtanne als Symbol der Kraft als besonders wirksam gilt. 

    Tanne, Fichte und Kiefer werden oft einfach als "Tann" bezeichnet.
     

    • Hildegard v. Bingen schreibt in ihrer „Physica“ („Naturkunde“) über die Tanne (Fichte): 

      " Die Tanne ist mehr warm als kalt und enthält viele Kräfte. Sie ist ein Sinnbild der Stärke. Geister hassen Tannenholz, und vermeiden Orte, an denen sich solches befindet…. 

      Wenn jemand Herzbeschwerden bekommt, muss er sich zuerst über dem Herzen mit einer Salbe (Anm.: Salbe mit Harz und Nadeln der Tanne bzw. Fichte) einreiben ... 

      Wer jedoch Schmerzen in der Brust (Anm.: Bronchitis) hat, der nehme die Asche von frischem Tannenholz und vermische sie mit doppelt so viel Bibernellenwurzeln und doppelt so viel Fenchel und so viel Süßholz wie Tannenasche. Koche das mit Wein und Honig und siebe es dann durch ein Tuch. Diesen Trank trinke häufig und er wird deine Brust reinigen und die Lunge wird gesund werden

      Wenn es reichlich aus der Nase fließt, so mache Rauch aus dem Tannenholz und sauge dies durch die Nase ein und der Fluss wird gelöst und hört auf."


       
    • ​Weitere naturheilkundliche Mittel bei Schnupfen und Husten:
    • Bei Muskelkater, Muskelzerrungen, rheumatischen Beschwerden:
Status
Essbare Pflanzenteile:
Jungtriebe
Essbare Pflanzenteile:
Blätter
Geschmack:
herbsauer
Geschmack:
herb- harzig
Sättigungswert:
Gering
Aussehen

Blütenfarbe

  • gelb
    gelb
  • rot
    rot

Wuchshöhe

  • bis über 60m
VERWECHSUNGSMÖGLICHKEIT MIT GIFTIGER PFLANZE
VERWECHSUNGSMÖGLICHKEIT MIT ESSBARER PFLANZE
Kultivierung
Häusigkeit
  • einhäusig
Befruchtung
  • Fremdbefruchtung (Wind)
Häusigkeit
  • einhäusig
Lichtanspruch
  • Halbschattig
  • Schattig
  • Sonnig
Bevorzugte Erde
  • nährstoffreich
  • tiefgründig
  • gut durchfeuchtet
  • durchlässig
Winterhärte
  • -29°C
Lebenszyklus
  • ausdauernd
Gesundheit
Wirkung

laut Volksheilkunde:

, Blätter
ätherisches Öl
, Alle oberirdischen Teile
, Blätter
ätherisches Öl

laut Hildegardmedizin:

, Blätter
ätherisches Öl
, Alle oberirdischen Teile
Anwendungsgebiete

laut Volksheilkunde:

Inhalationen, Einreibungen, Bad, Tee

Inhalationen, Einreibungen, Bad, Tee

Inhalationen, Einreibungen, Bad, Tee

Einreibungen, Bad

Einreibungen, Bad

Inhalationen, Einreibungen, Bad, Tee

Einreibungen, Bad

laut Hildegardmedizin:

Inhalationen, Einreibungen, Bad, Tee

Inhalationen, Einreibungen, Bad, Tee

Inhalationen, Einreibungen, Bad, Tee

Inhalationen, Einreibungen, Bad, Tee

Wann Weißtanne pflanzen oder säen?
Hier finden Sie einen praktischen Pflanzkalender mit den richtigen Terminen und Pflegeanweisungen.
Erstfrühling
April
  • Jungtriebe, essbar, herbsauer

    Die jungen Triebe sollte man für den Wipferlhonig sammeln, der in der Hustenzeit gute Linderung bringt, aber auch roh sind die säuerlichen Nadeln eine Delikatesse für Salate, Aufstriche, oder einfach zum Würzen. Man kann die Triebe auch für das Aromatisieren von Likören und Sirupen verwendet werden.

Vollfrühling
Mai
  • Jungtriebe, essbar, herbsauer

    Die jungen Triebe sollte man für den Wipferlhonig sammeln, der in der Hustenzeit gute Linderung bringt, aber auch roh sind die säuerlichen Nadeln eine Delikatesse für Salate, Aufstriche, oder einfach zum Würzen. Man kann die Triebe auch für das Aromatisieren von Likören und Sirupen verwendet werden.

Hochsommer
Juli
  • Blätter, essbar, herb- harzig, Nährwert: Gering

    Sammeln für medizinische Zwecke und als Räuchermaterial.