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Bodenpflege und Gründüngungspflanzen
Bodenpflege und Gründüngungspflanzen

Bodenpflege und Gründüngungspflanzen

 

Bodenpflege durch Kompost, Gründüngung, Mulchen und durch weitere organische Düngergaben

 

Ein garer Gartenboden besitzt ein gutes Wasserhaltevermögen, ist gut durchlüftet und nicht verdichtet. Positiv auf die Fruchtbarkeit wirken sich ein hoher Humusanteil und eine krümelige Struktur aus. Dies wird durch geeignete Bodenbearbeitung, organische Düngung und Mulchen erreicht.

Im Garten bieten Kompostierung, Gründüngung und Mulchen ideale Möglichkeiten, einen geschlossenen Nährstoffkreislauf einzuhalten. Dabei holen sich die Pflanzen die Nährstoffe, die als Kompost, Gründüngung oder verrottetes Mulchmaterial eingebracht wurden, aus dem Boden zurück. Der hohe Gehalt an Humus in der Erde unterstützt das Bodenleben, und die darin enthaltenen Nährstoffe ermöglichen ein kräftiges Pflanzenwachstum.

 

 

Bodenpflege im Herbst

 

Nur bei schweren Böden empfiehlt sich ein Umstechen. Es sollte dies im Herbst geschehen, um mit Hilfe des Frostes eine bessere Bodengare zu erzielen. Wird erst nach den ersten Frösten umgestochen, erfrieren dabei auch die zu Tage beförderten Schneckeneier!

Eine auf dem Boden verbleibende Gründüngung bindet die im Boden vorhandenen, auswaschungsgefährdeten Nährstoffe und liefert den Bodenorganismen zeitig im Frühjahr Nahrung.

Boden ohne Gründüngung wird mit stickstoffarmem Mulchmaterial (Laub, Stroh) bedeckt. Wird der Boden ständig bedeckt gehalten, bleibt das Bodenleben aktiv, der Regen verursacht keine größeren Auswaschungen und es findet eine ständige, sanfte Mobilisierung der Nährstoffe statt.

 

 

Bodenpflege im Frühjahr

 

Sobald sich nach dem Winter der Gartenboden wieder erwärmt hat, und die Erde nicht mehr an den Gummistiefeln kleben bleibt, werden die Beete für die geplanten Aussaaten und Bepflanzungen vorbereitet.

Nach Bodenlockerung durch Ziehhacke, Spitzblatthacke, Sauzahn oder Grubber mit anschließendem Einrechen (Einharken) der Düngergabe aus Kompost und Hornspänen und Glattziehen der Erde mit dem Rechen (Harke) kann gesät und gepflanzt werden. Es schadet aber auch nicht, wenn das frisch gemachte Beet noch einige Tage liegen bleibt.

 

  • Durchschnittliche Düngergabe pro m²: 
    ​4 Liter reifer Kompost + und 60 g Hornspäne
    • Starkzehrer erhalten, nachdem sie gut angewachsen sind, pro Pflanze eine Zusatzdüngung mit Hornmehl oder Pflanzenjauchen.
    • Erscheint es nach einer Bodenuntersuchung notwendig, Spurenelemente zu geben, erfolgt dies durch Zugabe von wenig  Holzasche (= Kalidünger für Erdbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren) und vor allem durch Zugabe von Gesteinsmehlen (basische Urgesteinsmehle wie Diabas und Basalt. Sie enthalten u.a. Kieselsäure in Silikatform). Fehlt es an Kalk, bietet sich Kalkstickstoff an. Kalkstickstoff hält auch Schnecken fern!

 

Welche Pflanzen eignen sich als GRÜNDÜNGUNG ?

 

Auch bei Gründüngungspflanzen, muss die Fruchtfolge, also ihre Pflanzenfamilie, beachtet werden! Gleich, ob sie das ganze Beet bedecken oder ob sie als Untersaat bzw. zwischen den Hauptkulturen angebaut werden:

  • Auf Kohlrabi und den übrigen Kohlarten dürfen zum Beispiel weder Senf noch Ölrettich oder Rübsen als Gründüngung folgen. Sie gehören zur gleichen Familie und verbreiten die gefürchtete Kohlhernie.
    • Empfehlenswert jedoch sind Senf und Ölrettich als Gründüngung vor einem Anbau von Rote Beete, Zuckerrübe, Spinat, Mangold, da sie die Rübenälchen bekämpfen, die die genannten Gemüsearten gerne befallen.
  • Um Fruchtfolgekrankheiten zu vermeiden, ist weiters darauf zu achten, dass Leguminosen (Hülsenfrüchtler) auf derselben Fläche höchstens alle drei Jahre eingesät werden. Leguminosen haben den großen Vorteil, dass sie den Boden mit Stickstoff versorgen, denn sie können mit Hilfe von Knöllchenbakterien in ihren Wurzeln Stickstoff binden. Dieser gebundene Stickstoff wird bei ihrer Verrottung pflanzenverfügbar.
  • TIPP: 
    Die Fruchtfolge können Sie außer Acht lassen, wenn Sie sich für die Phazelie (Phacelia, Bienenfreund, Büschelschön) entscheiden. Die bienenfreundliche, schöne, aber unkomplizierte Pflanze eigent sich als Gründüngung besonders gut, denn sie zählt zu einer Familie, der keine Gemüsearten angehören. Nach der Phazelie kann jede Gemüseart angebaut werden! Die Kräuter Borretsch, Beinwell, Hundszunge, Ochsenzunge und Vergissmeinnicht jedoch nicht, denn sie sind mit der Phazelie verwandt.
    • Weitere Vorteile der Phazelie (Bienenfreund):
      • Ihre feingliedrigen Blätter führen außerdem zu einer sehr guten Bodenbeschattung und wirksamen Unkrautunterdrückung.
      • Die ganze Pflanze lockert und düngt das Erdreich: Mit ihrem dichten Wurzelsystem nutzt sie nämlich die Nährstoffvorräte im Boden gut aus und gibt sie nach Verrottung wieder an die oberen Bodenschichten zurück.
        • Dazu lässt man sie über den Winter auf dem Beet stehen. Bei Temperaturen unter minus 5° erfriert die Pflanze und legt sich über den Boden, wo sie im Frühjahr oberflächlich eingearbeitet wird. Die hohen Mengen organischen Materials, die im Boden verbleiben, erhöhen den Humusgehalt und damit die Ertragfähigkeit auch von leichteren Böden!
  • Weitere Gründüngungspflanzen: 

Spinat: Kann beerntet werden, erfriert.

Buchweizen: Wärmeliebend, kann beerntet werden, Bienenweide, erfriert.

Sonnenblume: Besonders tiefes Wurzelsystem, jedoch langsame Entwicklung, erfriert.

Steinklee: Hülsenfrüchtler (Leguminose), tiefe Durchwurzelung, wird von Wühlmäusen gemieden, mehrjährig, erfriert nicht. Gut für Baumscheiben und Beerensträucher. Auf Gemüsebeeten wird er im Herbst ausgerissen und als wertvoller Mulch liegen gelassen. 

Winterroggen: Zweijährig, als herbstliche Nachsaat geeignet, erfriert nicht, im Frühjahr zeitig grün oberflächlich einarbeiten. 

Zottelwicke: Hülsenfrüchtler (Leguminose), mehrjährig, erfriert nicht, anspruchslos.

Süßlupinen: Hülsenfrüchtler (Leguminose), gedeihen auf saurem Boden, können gegebenenfalls beerntet werden, erfrieren, einjährig. 

Ackerbohne (Puffbohnen-Sorte): Hülsenfrüchtler (Leguminose), einjährig, kann gegebenenfalls beerntet werden, liebt kühle Temperaturen, schon ab Februar anzubauen, erfriert aber bei Temperaturen unter minus 5°.

 

Infos über mögliche Mulchmaterialien finden Sie hier!