Echtes Mädesüß
Filipendula ulmaria (L) Maxim. · auch: Mädesüß, Echtes-
Verwendete Pflanzenteile
Vor allem die Blüten ernten. Sie sind wirkungsstärker als die übrigen Pflanzenteile. Blätter nur im Vorfrühling ernten, später werden die Blätter zu intensiv.
Portrait
ÜBER DAS MÄDESÜSS
- Die Pflanze entwickelt während des Trocknungsvorganges einen für viele Menschen angenehmen Geruch nach Vanille und Bittermandel. Aus diesem Grund wurde sie zum Würzen von Bier, Wein und Met verwendet. Auf letzteres könnte der Name „Mädesüß“ (= „Metsüße“) zurückzuführen sein. Auch ein weiterer Erklärungsversuch beruht auf dem Duft: Er ist abends an den Blüten und bei der Mahd eines mit Mädesüß bestanden Graslandes, es wurde im Mittelalter als „mede“ bezeichnet, durch die verletzten Stängel und Blätter deutlich wahrnehmbar.
- Bei den Druiden galt Echtes Mädesüß zusammen mit Wasserminze, Mistel und Eisenkraut als heilige Pflanze.
- Wer die Heilkräfte des Echten Mädesüß konservieren möchte (getrocknet für Tee, frisch und zerkleinert in Alkohol als Tinktur …), ernte Blüten und Blätter der blühenden Pflanze, trockne und verwende sie aber wegen der Dosierung getrennt. Mädesüßblüten wirken durch die Gesamtheit ihrer Inhaltsstoffe stärker als Mädesüßkraut, und zwar doppelt so stark. Als ihre Wirkstoffe gelten sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe wie Gerbstoffe, Flavonoide, ätherisches Öl und Salicin. Dieses ist in geringem Ausmaß vorhanden.
- Das Echte Mädesüß wird auch als Spirstaude bezeichnet. Unter dieser Bezeichnung war es namensgebend für die Spirsäure (=Salicylsäure), die aus seinem Saft gewonnen werden kann. Von der Bezeichnung Spirsäure leitet sich auch der Markenname Aspirin ab, das Acetylsalicylsäure, ein Derivat der Salicylsäure.
- Echtes Mädesüß darf bei Überempfindlichkeit gegen Salicylate nicht angewendet werden!
- Dosierung für Erwachsene und Kinder ab 10 Jahren:
Die Tagesdosis beträgt 2,5 g - 3,5 g getrocknete Mädesüßblüten oder 4 - 5 g getrocknetes Mädesüßkraut.
Teezubereitung: 2 Teelöffel Mädesüßblüten oder 4 Teelöffel Mädesüßkraut mit einer großen Tasse (250 ml) kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen.
Dreimal täglich 1 Tasse möglichst heiß trinken- Bei Anwendung der Mädesüß-Tinktur beträgt die Tagesdosis 2 - 4 ml. (1 Teelöffel fasst 5 ml.)
- Das Echte Mädesüß ist übrigens als Tee in halber Dosierung bereits für Kinder ab 1 Jahr anwendbar.
- Wärmende, schweißtreibende Teemischung, die zu trinken bei beginnender Erkältung sehr sinnvoll ist: Blüten von Echtem Mädesüß + Holunder + Linde
- Wer Mädesüß als Aromapflanze ernten möchte, um damit seinenen Met zu süßen oder Sirupe und Desserts, nehme nur die Blüten.
- Als Wildgemüse eignen sich die jungen, gekochten Blätter. Wegen der Geschmacksintensität zusammen mit anderen Wildgemüse-Pflanzen kochen!
- Als Räucherstoff werden getrocknete Blüten verwendet.
- Als duftendes Streumittel dienen ebenfalls die Blüten. Walter (66) erinnert sich gerne daran, wie seine Mutter als Abschluss des Hausputzes Mädesüßblüten auf den sauberen Küchenfußboden streute, wo sie über Nacht liegen blieben. Ihr Duft zog durch das ganze Haus und vermittelte nicht nur ein Wohlgefühl der Frische und Leichtigkeit, sondern auch die Freude über das gelungene Werk und des vertrauensvollen Zuhauseseins. - Wie man inzwischen weiß, stammt dieser besondere Duft, der auch in kosmetischen Produkten Verwendung findet,von Salicylaldehyd, einem Hauptbestandteil des ätherischen Mädesüßöles.
Erntekalender
Gemüse
Als Würze, Aromatisierung, Streumittel, Räuchermittel und als Arzneitee zu verwenden.
Für Heilzwecke werden hauptsächlich die oberirdischen Teile blühender Pflanzen gesammelt.
Die Volksmedizin kocht auch aus den Mädesüß-Wurzeln Heiltees.
Wichtig: Die folgenden Angaben stammen aus der Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben traditionelles Wissen, stellen keine medizinische Empfehlung dar und ersetzen keine ärztliche Beratung (Details). Teile der Beschreibungen werden KI-gestützt aufbereitet und redaktionell geprüft.
Zitierte Quellen für diese Pflanze
Literaturliste →- 📘 Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), Community herbal monograph on Filipendula ulmaria (L.) Maxim., herba(2011), EMA/HMPC/434881/2010 ↗ „Traditionelle Anwendung zur symptomatischen Linderung bei leichten Schmerzen und Entzündungen sowie bei Erkältungsbeschwerden."
- 📜 Johann Künzle, Das große Kräuterheilbuch(1911), Mädesüß-Kapitel „Der Schweizer Kräuterpfarrer Künzle beschrieb das Mädesüß als klassische Wiesenpflanze der alpinen Volksmedizin. Die Salicylate der Pflanze gelten als historischer Vorläufer der Salicylsäure und damit des Aspirins."
Traditionell beschriebene Eigenschaften
Besonders die blühende Triebspitze mit den Blättern knapp unterhalb.
Besonders die blühende Triebspitze mit den Blättern knapp unterhalb.
Besonders die blühende Triebspitze mit den Blättern knapp unterhalb.
Besonders die blühende Triebspitze mit den Blättern knapp unterhalb.
Besonders die blühende Triebspitze mit den Blättern knapp unterhalb.
Besonders die blühende Triebspitze mit den Blättern knapp unterhalb.
Besonders die blühende Triebspitze mit den Blättern knapp unterhalb.
Adstringierend bedeutet "zusammenziehend". Das heißt, adstringierende Pflanzeninhaltsstoffe verändern Eiweiße auf Haut und Schleimhaut des Körpers, bis sie funktionslos werden. Dadurch kann sich zum Beispiel über Wunden und Entzündungen eine Schutzschicht bilden, die die Heilung fördert.
Inhaltsstoffe
Details zu den Inhaltsstoffen
Traditionelle Verwendung
Diese Angaben stammen aus Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben, wofür die Pflanze traditionell verwendet wurde — sie sind keine medizinische Empfehlung und ersetzen keinen Arztbesuch.
Bei den ersten Anzeichen einer Erkältung, sofort anwenden!
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