Eine Mischkultur anlegen und pflegen
Mischkulturen eignen sich ganz besonders für den Hausgarten, denn der Anbau von Gemüse im eigenen Garten findet meistens auf relativ kleinen Flächen statt, auch auf Hochbeeten, und sollte vor allem Gemüse und Salat für den Sofortverzehr, frische Gewürzkräuter und ein paar Blumen liefern.
Unter „Mischkultur“ versteht man im Gemüsebau den Anbau verschiedener Gemüse-, Kräuter- und Blumenarten nebeneinander auf demselben Beet. Sie ist ein System von verträglichen, sogar sich gegenseitig fördernden Nachbarschaften. Richtig angewendet, entwickeln die Pflanzen ein aufgezeichnetes Aroma, dabei sind die Kosten für Schädlings- und Krankheitsabwehr vernachlässigbar.
Nebenstehend finden Sie WILDFIND-Artikel, die Ihnen Mut machen, sich mit Mischkultur zu beschäftigen und die Sie in Ihrer Mischkultur-Gartenarbeit unterstützen!
Mischkultur - Wie geht das?
Unter „Mischkultur“ versteht man im Gemüsebau den Anbau verschiedener Gemüse-, Kräuter- und Blumenarten nebeneinander auf demselben Beet. Sie ist ein System von verträglichen, sogar sich gegenseitig fördernden Nachbarschaften. Richtig angewendet, entwickeln die Pflanzen ein aufgezeichnetes Aroma, dabei sind die Kosten für Schädlings- und Krankheitsabwehr vernachlässigbar.
Mischkulturen eignen sich ganz besonders für den Hausgarten, denn der Anbau von Gemüse im eigenen Garten findet meistens auf relativ kleinen Flächen statt, auch auf Hochbeeten, und sollte vor allem Gemüse und Salat für den Sofortverzehr, frische Gewürzkräuter und ein paar Blumen liefern. („Leben ist nicht genug, sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume gehören dazu.“ (H. Ch. Andersen)
Der Boden wird durch die verschiedenen Gemüsearten, die als Flach- oder Tiefwurzler gedeihen, besser durchwurzelt und seine Nährstoffreserven werden – auch durch das gleichzeitige Anpflanzen von Stark- Mittel-, und Schwachzehrern - besser ausgenutzt. Er liefert höhere Erträge als bei getrenntem Anbau der Gemüsearten.
Haupt- und Nebenkulturen gedeihen bei der Mischkultur nebeneinander auf einem Beet und reifen zu unterschiedlichen Zeiten. Während die einen bereits geerntet werden, bleiben die Gemüsearten mit langer Entwicklungszeit, die sogenannte Hauptkultur, noch auf dem Beet. Sie wird in der Regel in der Beetmitte, manchmal auch an den Beetrand, gepflanzt.
Um die Vorteile einer Mischkultur zur Geltung zu bringen, sollte man über die Nährstoffansprüche, den Aussaattermin und Platzbedarf der Pflanzen sowie über deren Wurzel Bescheid wissen und der Bodenvorbereitung eine gute Pflege angedeihen lassen. Vor allem jedoch müssen bei der Planung die gegenseitige Verträglichkeit der Pflanzen und, bei der Hauptkultur (= Pflanzenreihe, die am längsten auf dem Beet bleibt), auch ein Fruchtwechsel (Fruchtfolge) beachtet werden:
Werden nämlich auf einem Beet ohne zeitlichen Abstand Hauptkulturen derselben Pflanzenfamilie angebaut, so breiten sich familienspezifische Schädlinge und Pflanzenkrankheiten aus, wie beispielsweise Pilzerkrankungen bei Kartoffeln, bei Kohlgewächsen die gefürchtete Kohlhernie , oder es stellt sich Kümmerwuchs ein.
Weniger empfindlich auf einen nicht erfolgten Fruchtwechsel reagieren Mais, Dicke Bohnen, Lauch, Sellerie und Tomaten.
Besonders wichtig ist der Fruchtwechsel bei Kreuzblütengewächsen (Kohlarten u. a.), Nachtschattengewächsen (vor allem bei Kartoffeln), Küchenzwiebeln, Hülsenfrüchtlern (vor allem bei Stangenbohnen, Erbsen), Doldenblütlern (vor allem bei Petersilie, Karotten), Kürbisgewächsen (zu denen auch die Gurke zählt). Pflanzen aus den genannten Familien dürfen nur im Abstand von mindestens drei Jahren wieder an der gleichen Stelle angebaut werden! Dies muss auch bei der Wahl der Gründüngspflanzen bedacht werden!
Es bleibt die große Frage: WER VERTRÄGT SICH MIT WEM ??
- Die Familienzugehörigkeit gebräuchlicher Gemüsepflanzen ist h i e r ersichtlich, damit Sie den Fruchtwechsel einhalten können.
- H i e r finden Sie altbekannte gute Mischkultur-Kombinationen für den Gemüse- und Obstbau. Auch weniger gut verträgliche sind vermerkt. Zudem sind in der Regel in den Pflanzenportraits auf WILDFIND gute und schlechte Nachbarn angeführt.
- H i e r finden Sie, welche Partnerpflanzen vor Krankheiten schützen.
- H i e r sind die Blüher vereinigt, die Gemüsebeete beleben.
- Zwei- und mehrjährige Pflanzen sind übrigens in Extra-Beeten besser aufgehoben als in Mischkultur-Beeten. Oder man pflanzt sie an den nördlichen Rand der Mischkultur, wo sie stehen bleiben können.
Zu diesen Pflanzen zählen Gemüsearten wie Artischocke, Ausdauernder Spinat, Baumspinat, Ewiger Kohl, Frühlingszwiebel (=Winterheckenzwiebel), Grünspargel und Spargel, Guter Heinrich, Rhabarber, Topinambur (wuchert!). Weiters Erdbeeren und die meisten Kräuter.
FRISCH GEWAGT IST HALB GEWONNEN !!
- Um Ihnen den Einstieg in die Mischkultur noch mehr zu erleichtern, bieten wir Ihnen zusätzlich Anleitungen zu:
MISCHKULTUR-ROTATIONSPLAN
- Damit Sie gleich weitere Gemüsearten vor Augen haben und nach Wunsch individuell planen können, listen wir hier die Stark-, Mittel- und Schwachzehrer auf. Das sind Gemüsepflanzen, die nach ihrem Bedarf an stickstoffbetontem Dünger eingeteilt werden und in der Mischkultur nebeneinander stehen dürfen, wenn sie sich sonst vertragen (Siehe weiter oben!), wenn 'die Chemie zwischen ihnen stimmt'.
Starkzehrer:
Blumenkohl (Karfiol), Chili, Chinakohl, Gurken, Kartoffel, Knollensellerie, Kürbis, Lauch (Porree), Mais, Melanzani (Aubergine), Melone, Pak Choi, Paprika, Rosenkohl, Rotkraut (Blaukraut), Stangensellerie, Tomaten, Weißkraut (Weißkohl), Zucchini.
Mittelzehrer:
Amarant, Andenbeere, Blutampfer, Chicorée, Chinakohl, Dicke Bohne, Endivie, Erdbeere, Fenchel, Feuerbohne, Karotte (Möhre), Knoblauch, Knollenfenchel, Knollenziest, Kohlrabi, Lauch, Liebstöckel, Pastinake, Petersilie, Radicchio, Rettich, Rote Bete (Rote Rübe, Rohne), Salatarten, Schwarzwurzel, Stangenbohne, Wurzelpetersilie, Zichorie, Zuckerhut, Zuckerwurzel, Zwiebel.
Schwachzehrer:
Barbarakraut, Buschbohne, Erbse, Erdbeere, Erdkastanie, Feldsalat, Gartenkresse, Gartenmelde, Haferwurzel, Herbstrübe (Stoppelrübe), Kerbelrübe, Kräuter, Mairübchen (Stielmus), Mangold, Nachtkerze, Portulak, Radieschen, Rucola, Sibirischer Portulak, Spinat, Topinambur, Winterpostelein.
- Für die Perfektionisten unter Ihnen ;) werden noch einige Vertreter der Tief- und Flachwurzler aufgelistet, die im Idealfall, je nach Tiefe ihres Wurzelsystems, wahlweise nebeneinander zu stehen kommen:
Tiefwurzler:
Ackerbohne, Bohne, Chili, Dicke Bohne, Endivie, Karotte (Möhre), Kürbis, Lauch, Mangold, Paparika, Pastinake, Rote Bete, Sonnenblume, Tomate, Weißkohl, Wirsing.
Flachwurzler:
Erbse, Feldsalat, Gurke, Kartoffel, Kohlrabi, Kopfsalat, Küchenzwiebel, Mais, Radieschen, Schalotte, Spinat, Zuckermelone.
ARBEITSTIPPS FÜR EINE EIGENE MISCHKULTUR-PLANUNG:
Um in Ruhe ein Grundgerüst für einen selbstentworfenen Mischkulturplan zu erstellen, ist es ratsam, sich zuerst die Listen von
"Pflanzenverwandtschaft und Fruchtwechsel im Gemüsegarten",
"Stark-, Mittel und Schwachzehrer"
zu kopieren und auszudrucken und dann loszulegen. Wenn das Grundgerüst steht, setzt man noch Mischkultur-Blumen und eventuell zweijährige und ausdauernde Pflanzen (Siehe weiter oben!) ein. Wer sich über der einzelnen Gartenpflanzen genauer informieren möchte (Saat- und Pflanztermine, Reihenabstand etc.), wird bei den Pflanzen auf WILDFIND fündig!
Ja, und dann wird der Gartenboden zurechtgemacht...
Weiterführende Literatur:
www.biozac.de/biozac/biogart/mischkultur.htm
www.hortipendium.de/Portal:Freizeitgarten
www.lwg.bayern.de/gartenakademie
www.umweltberatung.at/
Christa Weinrich: Mischkultur, Ulmer Verlag, Stuttgart, 2012
Marie-Luise Kreuter: Der Biogarten, BLV Buchverlag, München, 2012
Bauer, Hochegger: Gemüsebau im Hausgarten, Ö Agrarverlag, 2002
Mario Howard: Mischkulturen für Flach- und Hügelbeete, 1986
Mischkultur - Pflanzenverwandtschaft und Fruchtwechsel im Gemüsegarten
Um die Vorteile einer Mischkultur zur Geltung zu bringen, sollte man über die Nährstoffansprüche, den Aussaattermin und Platzbedarf der Pflanzen sowie über deren Wurzel Bescheid wissen und der Bodenvorbereitung eine gute Pflege angedeihen lassen. Vor allem jedoch müssen bei der Planung die gegenseitige Verträglichkeit der Pflanzen und, besonders bei der Hauptkultur, sie bleibt ja immer am längsten auf dem Beet, auch ein Fruchtwechsel (Fruchtfolge) beachtet werden:
Werden nämlich auf einem Beet ohne zeitlichen Abstand Kulturen der gleichen Pflanzenfamilie angebaut, so breiten sich familienspezifische Schädlinge und Pflanzenkrankheiten aus, wie beispielsweise Pilzerkrankungen bei Kartoffeln, bei Kohlgewächsen die gefürchtete Kohlhernie , oder es stellt sich Kümmerwuchs ein.
Weniger empfindlich auf einen nicht jährlich erfolgten Fruchtwechsel reagieren
Mais
Dicke Bohnen
Lauch
Sellerie
Tomaten
Wichtig ist der FRUCHTWECHSEL, besonders der der HAUPTKULTUR, wenn sie zu einer der folgenden Pflanzenfamilien zählt:
Kreuzblütengewächse (Kohlarten u. a.)
Nachtschattengewächse (vor allem bei Kartoffeln)
Amaryllisgewächse (vor allem bei Küchenzwiebeln)
Hülsenfrüchtler (vor allem bei Stangenbohnen, Erbsen)
Doldenblütler (vor allem bei Petersilie, Karotten)
Kürbisgewächse
Pflanzen aus diesen Familien dürfen nur im Abstand von mindestens drei Jahren wieder an der gleichen Stelle angebaut werden! Dies muss auch bei der Wahl der Gründüngspflanze bedacht werden! Welche Pflanzen zu diesen sorgfältig zu handhabenden Pflanzenfamilien zählen, sind aus den folgenden, alphabetisch geordneten Pflanzenfamilien ersichtlich:
PFLANZENFAMILIEN IM GEMÜSEGARTEN
Amaryllisgewächse:
Bärlauch, Berglauch, Jungzwiebel (Winterheckenzwiebel), Knoblauch, Kohllauch, Küchenzwiebel, Lauch (=Porree), Luftzwiebel, Rockenbolle (Schlangenknoblauch), Schalotte, Schnittlauch, Weinberglauch.
Dickblattgewächse:
Große Fetthenne, Tripmadam.
Doldenblütler:
Anis, Bärwurz, Dill, Engelwurz, Erdkastanie, Fenchel, Gewürzfenchel, Giersch, Karotte (Möhre), Kerbel, Knollenfenchel, Kümmel, Meisterwurz, Pastinake, Petersilie, Sellerie, Süßdolde, Zuckerwurzel.
Eisenkrautgewächse:
Neuseeländer Spinat.
Fuchsschwanzgewächse:
Amarant, Gartenmelde, Guter Heinrich, Mangold, Rote Rübe, Spinat.
Geißblattgewächse:
Baldrian, Feldsalat, Rote Spornblume.
Glockenblumengewächse:
Rapunzelglockenblume
Hülsenfrüchtler:
Behaarte Süßlupine, Blaue Süßlupine, Brotklee, Buschbohne, Erbse, Feuerbohne, Gelbe Süßlupine, Kichererbse, Linse, Luzerne, Perserklee, Puffbohne, Sojabohne, Stangenbohne, Steinklee, Weiße Süßlupine, Wickenarten.
Knöterichgewächse:
Ausdauernder Spinat, Blutampfer, Buchweizen. Rhabarber, Sauerampfer, Schildampfer, Stumpfblättriger Ampfer,
Korbblütler:
Artischocke, Beifuß, Cardy, Chicoree, Eberraute, Echte Kamille, Eissalat, Endivie, Estragon, Gewürz-Tagetes, Haferwurzel, Kopfsalat, Löwenzahn, Niedrige Tagetes, Pflücksalat, Radicchio, Ringelblume, Schnittsalat, Schwarzwurzel, Sonnenblume, Speise-Chrysantheme, Süßkraut, Topinambur, Wermut, Zichorie, Zuckerhut.
Kreuzblütengewächse:
Blaukraut (Rotkohl), Brokkoli, Brunnenkresse, Chinakohl, Ewiger Kohl, Gartenkresse, Grünkohl, Karfiol (Blumenkohl), Kohlrabi, Kohlrübe, Kren (Meerrettich), Ölrettich, Pakchoi, Radieschen, Raps, Rettich, Rosenkohl, Rucola, Senf, Speiserübe, Weißkraut (Weißkohl), Wirsing.
Kürbisgewächse:
Gurke, Kürbis, Melone, Zucchini.
Leingewächse:
Lein
Lippenblütler:
Basilikum, Bergbohnenkraut, Echte Katzenminze, Knollenziest, Lavendel, Majoran, Minzearten, Oreganoarten, Rosmarin, Salbeiarten, Sommerbohnenkraut, Thymian, Ysop, Zitronenmelisse.
Malvengewächse:
Eibisch, Gemüsemalve, Mauretanische Malve, Wilde Malve.
Nachtschattengewächse:
Andenbeere, Chili, Kartoffel, Melanzani (Aubergine), Paprika, Tabak, Tomate.
Portulakgewächse:
Portulak
Raublattgewächse:
Beinwell, Borretsch, Phacelia.
Rautengewächse:
Weinraute
Rosengewächse:
Erdbeere, Pimpinelle.
Sauergrasgewächse:
Erdmandel
Spargelgewächse:
Schopfige Traubenhyazinthe, Spargel.
Süßgräser:
Dinkel, Gerste, Hafer, Hirse, Mais, Roggen, Weizen, Zitronengras.
Starkzehrer – Mittelzehrer - Schwachzehrer
Einteilung wichtiger Gemüsepflanzen nach ihrem Stickstoffbedarf
| Starkzehrer | Mittelzehrer | Schwachzehrer |
|---|---|---|
| Blumenkohl | Amarant | Barbarakraut |
| Chili | Andenbeere | Buschbohne |
| Chinakohl | Blutampfer | Erbse |
| Gurken | Chicorée | Erdbeere |
| Kartoffel | Chinakohl | Erdkastanie |
| Knollensellerie | Dicke Bohne | Feldsalat |
| Kürbis | Endivie | Gartenkresse |
| Lauch (Porree) | Erdbeere | Gartenmelde |
| Mais | Fenchel | Haferwurzel |
| Melanzani (Aubergine) | Feuerbohne | Herbstrübe (Stoppelrübe) |
| Melone | Karotte (Möhre) | Kerbelrübe |
| Pak Choi | Kohlrabi | Kräuter |
| Paprika | Knoblauch | Mairübchen (Stielmus) |
| Rosenkohl | Knollenfenchel | Mangold |
| Rotkraut (Blaukraut) | Knollenziest | Nachtkerze |
| Stangensellerie | Kohlrabi | Portulak |
| Tomaten | Lauch | Radieschen |
| Weißkraut (Weißkohl) | Liebstöckel | Rucola |
| Zucchini | Pastinake | Sibirischer Portulak |
| Petersilie | Spinat | |
| Radicchio | Topinambur | |
| Rettich | Winterpostelein | |
| Rote Rübe | ||
| Salatarten | ||
| Schwarzwurzel | ||
| Stangenbohne | ||
| Wurzelpetersilie |
||
| Zichorie | ||
| Zuckerhut | ||
| Zuckerwurzel | ||
| Zwiebel |
Tiefwurzler – Flachwurzler
Im besten Fall wachsen bei einer Mischkultur Tiefwurzler und Flachwurzler als Partnerpflanzen auf 1 Beet. Die Nährstoffe des Bodens werden optimal ausgenützt, der Boden wird von den Wurzeln gelockert. Besonders bei der Hauptkultur auch den Fruchtwechsel beachten!
Tiefwurzler:
Ackerbohne
Bohne
Chili
Dicke Bohne
Endivie
Karotte
Kürbis
Lauch
Mais (tief und flach)
Mangold
Paprika
Pastinak
Rote Rübe
Sonnenblume
Tomate
Weißkohl
Wirsing
Flachwurzler:
Erbse
Feldsalat
Gurke
Kartoffel
Kohlrabi
Kopfsalat
Küchenzwiebel
Mais (flach und tief)
Radieschen
Schalotte
Spinat
Zuckermelone
Bodenpflege und Gründüngungspflanzen
Bodenpflege durch Kompost, Gründüngung, Mulchen und durch weitere organische Düngergaben
Ein garer Gartenboden besitzt ein gutes Wasserhaltevermögen, ist gut durchlüftet und nicht verdichtet. Positiv auf die Fruchtbarkeit wirken sich ein hoher Humusanteil und eine krümelige Struktur aus. Dies wird durch geeignete Bodenbearbeitung, organische Düngung und Mulchen erreicht.
Im Garten bieten Kompostierung, Gründüngung und Mulchen ideale Möglichkeiten, einen geschlossenen Nährstoffkreislauf einzuhalten. Dabei holen sich die Pflanzen die Nährstoffe, die als Kompost, Gründüngung oder verrottetes Mulchmaterial eingebracht wurden, aus dem Boden zurück. Der hohe Gehalt an Humus in der Erde unterstützt das Bodenleben, und die darin enthaltenen Nährstoffe ermöglichen ein kräftiges Pflanzenwachstum.
Bodenpflege im Herbst
Nur bei schweren Böden empfiehlt sich ein Umstechen. Es sollte dies im Herbst geschehen, um mit Hilfe des Frostes eine bessere Bodengare zu erzielen. Wird erst nach den ersten Frösten umgestochen, erfrieren dabei auch die zu Tage beförderten Schneckeneier!
Eine auf dem Boden verbleibende Gründüngung bindet die im Boden vorhandenen, auswaschungsgefährdeten Nährstoffe und liefert den Bodenorganismen zeitig im Frühjahr Nahrung.
Boden ohne Gründüngung wird mit stickstoffarmem Mulchmaterial (Laub, Stroh) bedeckt. Wird der Boden ständig bedeckt gehalten, bleibt das Bodenleben aktiv, der Regen verursacht keine größeren Auswaschungen und es findet eine ständige, sanfte Mobilisierung der Nährstoffe statt.
Bodenpflege im Frühjahr
Sobald sich nach dem Winter der Gartenboden wieder erwärmt hat, und die Erde nicht mehr an den Gummistiefeln kleben bleibt, werden die Beete für die geplanten Aussaaten und Bepflanzungen vorbereitet.
Nach Bodenlockerung durch Ziehhacke, Spitzblatthacke, Sauzahn oder Grubber mit anschließendem Einrechen (Einharken) der Düngergabe aus Kompost und Hornspänen und Glattziehen der Erde mit dem Rechen (Harke) kann gesät und gepflanzt werden. Es schadet aber auch nicht, wenn das frisch gemachte Beet noch einige Tage liegen bleibt.
- Durchschnittliche Düngergabe pro m²:
4 Liter reifer Kompost + und 60 g Hornspäne- Starkzehrer erhalten, nachdem sie gut angewachsen sind, pro Pflanze eine Zusatzdüngung mit Hornmehl oder Pflanzenjauchen.
- Erscheint es nach einer Bodenuntersuchung notwendig, Spurenelemente zu geben, erfolgt dies durch Zugabe von wenig Holzasche (= Kalidünger für Erdbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren) und vor allem durch Zugabe von Gesteinsmehlen (basische Urgesteinsmehle wie Diabas und Basalt. Sie enthalten u.a. Kieselsäure in Silikatform). Fehlt es an Kalk, bietet sich Kalkstickstoff an. Kalkstickstoff hält auch Schnecken fern!
Welche Pflanzen eignen sich als GRÜNDÜNGUNG ?
Auch bei Gründüngungspflanzen, muss die Fruchtfolge, also ihre Pflanzenfamilie, beachtet werden! Gleich, ob sie das ganze Beet bedecken oder ob sie als Untersaat bzw. zwischen den Hauptkulturen angebaut werden:
- Auf Kohlrabi und den übrigen Kohlarten dürfen zum Beispiel weder Senf noch Ölrettich oder Rübsen als Gründüngung folgen. Sie gehören zur gleichen Familie und verbreiten die gefürchtete Kohlhernie.
- Empfehlenswert jedoch sind Senf und Ölrettich als Gründüngung vor einem Anbau von Rote Beete, Zuckerrübe, Spinat, Mangold, da sie die Rübenälchen bekämpfen, die die genannten Gemüsearten gerne befallen.
- Um Fruchtfolgekrankheiten zu vermeiden, ist weiters darauf zu achten, dass Leguminosen (Hülsenfrüchtler) auf derselben Fläche höchstens alle drei Jahre eingesät werden. Leguminosen haben den großen Vorteil, dass sie den Boden mit Stickstoff versorgen, denn sie können mit Hilfe von Knöllchenbakterien in ihren Wurzeln Stickstoff binden. Dieser gebundene Stickstoff wird bei ihrer Verrottung pflanzenverfügbar.
- TIPP:
Die Fruchtfolge können Sie außer Acht lassen, wenn Sie sich für die Phazelie (Phacelia, Bienenfreund, Büschelschön) entscheiden. Die bienenfreundliche, schöne, aber unkomplizierte Pflanze eigent sich als Gründüngung besonders gut, denn sie zählt zu einer Familie, der keine Gemüsearten angehören. Nach der Phazelie kann jede Gemüseart angebaut werden! Die Kräuter Borretsch, Beinwell, Hundszunge, Ochsenzunge und Vergissmeinnicht jedoch nicht, denn sie sind mit der Phazelie verwandt.- Weitere Vorteile der Phazelie (Bienenfreund):
- Ihre feingliedrigen Blätter führen außerdem zu einer sehr guten Bodenbeschattung und wirksamen Unkrautunterdrückung.
- Die ganze Pflanze lockert und düngt das Erdreich: Mit ihrem dichten Wurzelsystem nutzt sie nämlich die Nährstoffvorräte im Boden gut aus und gibt sie nach Verrottung wieder an die oberen Bodenschichten zurück.
- Dazu lässt man sie über den Winter auf dem Beet stehen. Bei Temperaturen unter minus 5° erfriert die Pflanze und legt sich über den Boden, wo sie im Frühjahr oberflächlich eingearbeitet wird. Die hohen Mengen organischen Materials, die im Boden verbleiben, erhöhen den Humusgehalt und damit die Ertragfähigkeit auch von leichteren Böden!
- Weitere Vorteile der Phazelie (Bienenfreund):
- Weitere Gründüngungspflanzen:
Spinat: Kann beerntet werden, erfriert.
Buchweizen: Wärmeliebend, kann beerntet werden, Bienenweide, erfriert.
Sonnenblume: Besonders tiefes Wurzelsystem, jedoch langsame Entwicklung, erfriert.
Steinklee: Hülsenfrüchtler (Leguminose), tiefe Durchwurzelung, wird von Wühlmäusen gemieden, mehrjährig, erfriert nicht. Gut für Baumscheiben und Beerensträucher. Auf Gemüsebeeten wird er im Herbst ausgerissen und als wertvoller Mulch liegen gelassen.
Winterroggen: Zweijährig, als herbstliche Nachsaat geeignet, erfriert nicht, im Frühjahr zeitig grün oberflächlich einarbeiten.
Zottelwicke: Hülsenfrüchtler (Leguminose), mehrjährig, erfriert nicht, anspruchslos.
Süßlupinen: Hülsenfrüchtler (Leguminose), gedeihen auf saurem Boden, können gegebenenfalls beerntet werden, erfrieren, einjährig.
Ackerbohne (Puffbohnen-Sorte): Hülsenfrüchtler (Leguminose), einjährig, kann gegebenenfalls beerntet werden, liebt kühle Temperaturen, schon ab Februar anzubauen, erfriert aber bei Temperaturen unter minus 5°.
Infos über mögliche Mulchmaterialien finden Sie hier!
Schutzpflanzen und Partnerpflanzen
Beipflanzungen bzw. Unterpflanzungen von Schutzpflanzen und ihre Wirkung auf Partnerpflanzen
Duft- und Wurzelausscheidungen gewisser Pflanzen halten Schädlinge und manche Krankheiten ihrer speziellen Partnerpflanzen fern, sobald sie nebeneinander gepflanzt werden. (Als Alternative kann man mit den Schutzpflanzen Kräuterbrühen ansetzen und die Partnerpflanzen damit vorbeugend gießen oder man legt Zweige davon zwischen die zu schützenden Pflanzen.)
Schutzpflanzen und ihre erfahrungsgemäßen Wirkungen auf ihre Partnerpflanzen und den Boden:
Basilikum
bei Gurken und Tomaten: Lockt Insekten zur Blütenbestäubung an, reduziert Mehltau.
bei Tomaten, Gurken, Kohl: Wehrt die Weiße Fliege ab.
Bienenfreund:
bei allen Pflanzen: Lockt Bienen zur Blütenbestäubung in das Beet, hält den Boden gesund, liefert Gründünger
Bohnen
bei Kohlarten, Himbeeren, Brombeeren: Ihre Wurzeln reichern den Boden mit düngendem Stickstoff an.
Bohnenkraut
bei Bohnen, auch bei Puffbohnen: Wehrt die Schwarze Bohnenlaus ab und liefert das ideale Bohnengewürz.
Borretsch
bei Gurken: Lockt Insekten zur Blütenbestäubung an, liefert gurkige Würze.
bei Kürbissen einschließlich Zucchini: Lockt Insekten zur Bestäubung an.
Brennnessel
bei Obstbäumen und Beerensträuchern, die bereits ein starkes Wurzelsystem entwickelt haben: Hält Läuse fern, liefert Material für Mulch und Jauche.
Dill
bei Gurke, Karotte, Kohl, Roter Rübe: Fördert ihre Keimfähigkeit, hält durch Duftstoffe Schädlinge ab, liefert das ideale Gurkengewürz.
Eberraute
bei Kohlarten: Hält durch ihre Duftstoffe Kohlweißlinge ab.
Erbsen
bei Beerensträuckern, Tomaten: Ihre Wurzeln reichern den Boden mit düngendem Stickstoff an.
Feldsalat
bei Lauch und Stangenbohnen: Wirkt durch Beschattung des Bodens wachstumsfördernd.
Gewöhnliche Schafgarbe
bei Heidelbeeren: Steigert ihre Fruchtbarkeit.
Hafer
bei Puffbohnen: Hält die Schwarze Bohnenlaus fern.
Kapuzinerkresse
bei Obstbäumen: Hält sie frei von Läusen.
Karotte
bei Zwiebelarten und Lauch: Hält Zwiebelfliegen und Lauchmotten fern.
Kartoffel
bei Boden: Kartoffeln hinterlassen einen krümeligen Boden.
Kerbel
bei Salatarten: Vertreibt Ameisen und hält Blattläuse sowie Schnecken fern.
Knoblaucharten
bei Erdbeeren, Rosen, Salatarten, Tomaten: Tötet Bakterien und Pilze, vor allem Grauschimmel.
Kohlarten
bei Sellerie: Schutz gegen Sellerierost
bei Tomaten: Reduziert Blattflecken.
Kren (=Meerrettich)
bei Kirsche: Wirkt gegen Monilia (Pilzerkrankung).
bei Pfirsich: Wirkt gegen Kräuselkrankheit (Pilzerkrankung).
bei Kartoffeln: Krenblätter halten Kartoffelkäfer fern.
Kresse
bei Radieschen: Erdflöhe befallen nur die Kresse, Radieschen entwickeln mehr Aroma.
bei Mairübchen: Erdflöhe befallen die Kresse und verschonen die Mairübchen.
Kümmel
bei Kartoffeln: Intensiviert deren Geschmack.
Lauch
bei Karotte: Schutz vor der Möhrenfliege
bei Erdbeeren: Schützt vor Grauschimmel.
Lauch wirkt sich außerdem günstig auf die Bodenstruktur aus.
Lavendel
bei Rosen: Vertreibt Ameisen und verringert somit die Ausbreitung der Blattläuse.
Rainfarn
bei Beerensträuchern: Hält die Sträucher gesund, wenn man ihn öfters schneidet und das Schnittgut liegen lässt.
Rettich
bei Lauch: Hält die Lauchmotte fern.
Ringelblume
bei Kartoffeln: Hält Nematoden (Wurzelälchen) und Drahtwürmer fern, fördert die Bodengesundheit.
bei Kohl: Hält Nematoden (Wurzelälchen) und Drahtwürmer fern, fördert die Bodengesundheit.
bei Tomaten: Hält Nematoden (Wurzelälchen) und Drahtwürmer fern, fördert die Bodengesundheit.
Salatarten
bei Mairübchen: Hält Erdflöhe fern.
bei Radieschen: Hält Erdflöhe fern.
bei Rettich: Hält Erdflöhe fern.
Salbei
bei Kohl: Vertreibt Erdflöhe, Kohlweißlinge, Kohleulen, Kohlfliegen; dadurch keine oder zumindest weniger Raupen.
Sauerkirschen
bei Schwarzen Johannisbeeren: Halten sich gegenseitig gesund und fruchtbar.
Schalotte
bei Erdbeere: Wirkt gegen Pilzkrankheiten und Spinnmilben.
Sellerie
bei Kohl: Schutz vor Erdflöhen, Kohlweißlingen, Kohleulen, Kohlfliegen, Raupen.
Senf
bei Beerensträuchern und Gemüse, jedoch keinesfalls bei Kohlarten: Erhöht die Fruchtbarkeit durch Beschattung und durch das Einarbeiten seiner Blattmasse in den Boden, fördert allerdings die Kohlhernie.
Süßlupinen
bei Beerensträuchern und Obstbäumen: Ihre Wurzeln reichern den Boden mit Stickstoff (Dünger!) an.
Tagetes
dienen als Köderpflanzen für Schnecken, ihr Duft hält die Weiße Fliege ab, ihre Wurzeln halten den Boden gesund, vor allem die der Patula-Arten,
bei Erdbeere: Tötet Nematoden (Wurzelälchen), hält die Weiße Fliege ab.
bei Kartoffel: Tötet Nematoden (Wurzelälchen), hält die Weiße Fliege ab.
bei Kohl: Tötet Nematoden (Wurzelälchen), hält die Weiße Fliege ab.
bei Tomate: Tötet Nematoden (Wurzelälchen), hält die Weiße Fliege ab.
Tomate
bei Kohl: Hält Kohlweißlinge ab.
Vergissmeinnicht
bei Himbeeren: Verringert den Madenbefall durch den Himbeerkäfer.
Wermut
bei Schwarzer Johannisbeere: Schützt vor Säulchenrost. Wermut benötigt zum Gedeihen allerdings einen sonnigen Platz und sandige Erde.
bei Lauch: Vertreibt die Lauchmotte.
Wickenarten
bei Sonnenblumen: Kletternde Wicken versorgen Sonnenblumen mit Stickstoff, Sonnenblumen lockern den Boden tiefgründig.
bei Beerensträuchern: Ihre Wurzeln reichern den Boden mit Stickstoff (Dünger!) an.
Wurmfarn
bei Himbeeren: Verringert den Madenbefall durch den Himbeerkäfer.
Zwiebelarten
bei Erdbeere: Wirkt gegen Pilzkrankheiten und Spinnmilben.
bei Karotte: Reduziert die Möhrenfliege, wirkt gegen Pilzkrankheiten und Spinnmilben.
FOLGLICH PASSEN BESONDERS GUT ZUSAMMEN:
- Beerensträucher und Bienenfreund, Gartenkresse, Knoblauchrauke, Niedrige Kapuzinerkresse, Rainfarn (wuchert), Ringelblumen, Süßlupinen, Wicken, Senf.
- Bienenfreund und alle Pflanzen
- Bohnenarten (sowie Dicke Bohne) und Bohnenkraut (Sommerbohnenkraut und Bergbohnenkraut)
- Brombeeren und Buschbohnen, Süßlupinen, Wicken, Senf
- Dicke Bohne und Sommerbohnenkraut, Bergbohnenkraut, Hafer
- Erdbeeren und Knoblauch, Lauch, Niedrige Tagetes, Schalotte, Zwiebel
- Feldsalat und Lauch, Stangenbohnen, Feuerbohnen
- Gurken und Basilikum, Borretsch, Dill
- Heidelbeeren und Gewöhnliche Schafgarbe
- Himbeeren und Buschbohnen, Knoblauch, Ringelblumen, Vergissmeinnicht
- Karotte und Dill, Lauch, Schalotte, Zwiebel
- Kartoffeln und Kren (=Meerrettich), Kümmel, Ringelblume, Niedrige Tagetes
- Kirsche und Kren (=Meerrettich)
- Kohlarten und Basilikum, Dill, Eberraute, Knollensellerie, Ringelblume, Salbei, Stangensellerie, Niedrige Tagetes, Tomate
- Kürbisarten (einschließlich Zucchini) und Borretsch
- Laucharten und Feldsalat, Sommerrettich, Wermut, Winterrettich
- Mairübchen und Kerbel, Salatarten
- Obstbäume (sofern sie bereits ein großes Wurzelsystem entwickelt haben) und Brennnessel, Kapuzinerkresse, ansonsten: Bienenfreund, Borretsch
- Pfirsich und Kren (=Meerrettich)
- Radieschen und Gartenkresse, Kerbel, Salatarten
- Rettiche und Kerbel, Lauch, Salatarten
- Rosenarten und Knoblauch, Lavendel
- Rote Rübe und Dill
- Salatarten und Kerbel, Knoblauch,
- Schwarze Johannisbeere (auf sonnigem Standort) und Wermut
- Sonnenblumen und Wicken
- Stangenbohnen (einschließlich Feuerbohnen) und Feldsalat, Sommerbohnenkraut, Bergbohnenkraut
- Tomaten und Basilikum, Knoblauch, Kohlarten, Niedrige Tagetes, Ringelblume,
- Zwiebelarten und Erdbeere, Karotte
TIPPS:
Sie finden auf WILDFIND bei den einzelnen Pflanzenportraits noch mehr gute Nachbarpflanzen und auch die schlechten Nachbarpflanzen vermerkt!
Erweiterte Mischkultur-Kombinationen im Gemüse- und Obstbau finden Sie h i e r !
Basiswissen über Mischkultur kann hier aufgetankt werden!
Es gibt auch Blumen, die einem Gemüsegarten besonders guttun. Welche das sind, wird h i e r verraten!
Sehr praktisch ist ein Mischkultur-Rotationsplan, der hier zu finden ist!
Mischkultur-Blumen im Gemüsebeet
Blumen beleben Gemüsebeete, die in Mischkultur angelegt sind! Sie sind nicht nur eine optische und lukullische Bereicherung, , sondern stärken durch ihren Geruch und ihre Wurzelausscheidungen benachbartes Gemüse, lockern mit tiefen Wurzeln das Erdreich, spendieren Stickstoffdünger und locken mit ihren Blüten Insekten in den Garten, die auf Suche nach Nektar auch Gemüseblüten (Tomaten, Kürbisse, Gurken, Andenbeeren ...) bestäuben.
Diese besonderen Blütenpflanzen werden als bunte Tupfer zwischen das Gemüse gesetzt und als Beetumrandung eingesetzt. Die hohen Blüher stehen am besten am nördlichen Ende des Beetes.
Zu den Mischkultur-Blumen zählen
folgende einjährige Blüher:
Bienenfreund
Jungfer im Grünen
Kamillen
Kornblumen
Mohn
Niedere Kapuzinerkresse
Niedrige Tagetes für Bodengesundheit
Ringelblumen für Bodengesundheit
Sommerbohnenkraut
Sonnenblumen
Süßlupinen, Stickstoffsammler
Wicken, Stickstoffsammler
Ziertabak
Nützliche mehrjährige Blüher sind:
Bärwurz
Bergbohnenkraut
Eberraute
Echte Katzenminze
Garten-Katzenminzen
Große Fetthenne
Herzgespann
Lavendel
Meisterwurz
Oreganoarten
Poleiminze
Rote Garten-Fetthenne
Salbeiarten
Thymianarten
Tripmadam
Weinraute
Ysop
Auch einige wuchernde Pflanzen sind Freunde des Gemüses!
Eine versteckte Gartenecke bleibt den Wucherern vorbehalten, die die Insekten – und z. T. auch uns – nähren und viel Blattmasse zum Mulchen und für Pflanzenjauchen liefern:
Brennnessel
Beinwell
Rainfarn
Mischkultur-Kombinationen im Gemüse- und Obstbau
BASISWISSEN zum Thema "MISCHKULTUR" können Sie sich hier aneignen!
Welche BLUMEN dem Gemüsegarten GUTTUN, finden Sie hier !
Hier finden Sie, WAS PFLANZEN an ihren Nachbarn BEWIRKEN können!
Und nun folgen Aufzählungen von erprobten PFLANZENKOMBINATIONEN DER MISCHKULTUR im Gemüse- und Obstbau:
- BEWÄHRTE, GUTE NACHBARN, DIE SICH GEGENSEITIG FÖRDERN, SIND
IM GEMÜSEBAU:
Bienenfreund + alle Fruchtpflanzen
Bohnen + Bohnenkraut (Sommerbohnenkraut und Bergbohnenkraut), Kohlarten
Dicke Bohnen + Bohnenkraut, Hafer, Kartoffeln, Sonnenblumen (jedoch nicht im Wurzelbereich von Kartoffeln)
Feldsalat + Lauch, Stangenbohnen, Feuerbohnen
Gartenkresse + Radieschen
Gurken + Basilikum, Borretsch, Dill, Knoblauch
Karotten (Möhren) + Lauch, Radieschen, Zwiebelarten, Dill, Lauch
Kartoffeln + Dicke Bohnen, Kren (Meerrettich), Kümmel, Niedrige Tagetes, Ringelblumen
Knoblauch + Erdbeeren, Gurken, Tomaten
Kohlarten + Basilikum, Bohnen, Dill, Eberraute, Niedrige Tagetes, Ringelblumen, Salbei, Sellerie, Tomaten
Kürbisarten (einschließlich Zucchini) + Borretsch
Lauch + Karotten, Feldsalat, Sommerrettich, Wermut, Winterrettich
Mairübchen + Kerbel, Salatarten
Petersilie + Tomaten, Zwiebeln
Radieschen, Rettiche + Gartenkresse, Karotten, Kerbel, Lauch, Salatarten
Rote Bete + Dill
Salatarten + Kerbel, Knoblauch, Lauch, Rettiche
Sellerie + Kohlarten, Zwiebel
Stangenbohnen (einschließlich Feuerbohnen) + Feldsalat, Sommerbohnenkraut, Bergbohnenkraut
Tomaten + Basilikum, Knoblauch, Kohlarten, Niedrige Tagetes, Ringelblume
Zwiebel + Karotten (Möhren), Salat, Sellerie, Erdbeeren
IM OBSTBAU:
Beerensträucher + Bienenfreund, Buschbohnen, Dicke Bohnen, Erbsen, Gartenkresse, Knoblauchrauke, Niedrige Kapuzinerkresse, Rainfarn (wuchert), Ringelblumen, Süßlupinen, Wicken, Senf,
Brombeeren + Buschbohnen, Süßlupinen, Wicken, Senf
Erdbeeren + Knoblauch, Lauch, Niedrige Tagetes, Schalotte, Zwiebel
Heidelbeere + Gewöhnliche Schafgarbe
Himbeeren + Buschbohnen, Feldsalat, Knoblauch, Maiglöckchen, Ringelblumen, Vergissmeinnicht, Wurmfarn
Johannisbeeren + Jostabeeren, Stachelbeeren
Kirsche + Kren (=Meerrettich)
Obstbäume + Bienenfreund, Borretsch
Obstbäume (sofern sie bereits ein großes Wurzelsystem entwickelt haben) + Brennnessel, Kapuzinerkresse
Pfirsich + Kren (=Meerrettich)
Rosenarten + Knoblauch, Lavendel
Schwarze Johannisbeeren, die auf sonnigem Standort stehen + Sauerkirsche, Wermut (liebt Sonne!!)
- SCHLECHTE NACHBARN, DIE SICH GEGENSEITIG HEMMEN:
Beerensträucher + Apfelbäume, Nadelbäume, Rosen
Bohnen + Erbsen, Zwiebel
Erbsen + Bohnen, Tomaten, Zwiebel
Fenchel + Kohlarten, Tomaten
Gurken + Kartoffeln, Radieschen, Rettiche, Tomaten
Karotten (Möhren) + Rote Rüben, Gurken
Kartoffeln + Gurken, Kürbis, Sellerie, Tomaten, Rote Bete
Kohlarten + Laucharten, Kohlarten, Zwiebelarten
Kopfsalat + Sellerie, Petersilie
Lauch + Tomaten
Mais + Sellerie
Mangold + Sellerie, Rote Bete
Petersilie + Sellerie, Salat
Radieschen, Rettiche + Gurken, Tomaten
Rote Bete + Karotten, Kartoffeln, Laucharten, Mangold, Spinat, Tomaten
Sellerie + Erbsen, Kartoffeln, Mangold, Mais, Petersilie
Tomaten + Erbsen, Fenchel, Gurken, Kartoffeln, Lauch, Rettiche, Rote Bete
Zwiebel + Bohnen, Erbsen, Kohlarten, Laucharten
TIPPS:
- Die Liste der guten und schlechten Nachbarn ausdrucken und in das Samenkistchen legen, sodass man sie bei der Bestellung des Gartens immer gleich zur Hand hat.
- Auf WILDFIND sind bei den einzelnen Pflanzenportraits weitere gute und schlechte Nachbarpflanzen vermerkt!
- Wuchernde Partnerpflanzen, wie Brennnessel, Rainfarn, Wurmfarn, öfters zurückschneiden, verjauchen und als Dünger verwenden! Wie Pflanzenjauchen gemacht und angewendet werden, wird h i e r verraten!
FOLGENDE BEWÄHRTE KOMBINATIONEN EIGNEN SICH FÜR MISCHKULTUR !
Auch GartenanfängerInnen werden ihre Freude damit haben, gelingen doch diese Mischkulturen sowohl in großen als auch in kleinen Beeten, auch in ausreichend großen Pflanzenbehältern.
:)
Kohlrabi, Salat, Radieschen und Kresse
Man sät oder pflanzt sie am besten im März (aber auch später) in abwechselnden Reihen in ein Beet. Alle wachsen schnell und das Beet ist bald wieder frei.
Erdbeeren und Knoblauch oder Schnittlauch
Der Knoblauch wirkt vorbeugend gegen Pilzerkrankungen und fördert die Gesundheit der Erdbeeren. Außerdem schützt Knoblauch auch vor Wühlmäusen.
Buschbohnen und Bohnenkraut
Das Kraut wehrt die schwarze Bohnenlaus ab. Und in der Küche verwertet man beide sowieso zusammen.
Gurken und Dill
Auch sie werden in der Küche zusammen verwertet. Aber das ist nicht alles: Dill beschattet die Gurken ein wenig und wächst neben Gurken prima. Man pflanzt die Gurken in die Mitte eines Erdringes, der etwas Windschutz bietet und das Wasser sammelt. Dill wird auf den Ring gesät.
Möhren und Zwiebeln oder Lauch
Eine klassische Mischkultur, denn Möhren und Zwiebeln bzw. Lauch vertreiben sich gegenseitig die Möhrenfliege bzw. die Zwiebelfliege.
Tomaten, Petersilie, Schnittsellerie und niedrig bleibende Kapuzinerkresse
Sie fördern sich gegenseitig im Wachstum. Die Kapuzinerkresse wird als Bodendecker verwendet, da Tomaten stets gleichbleibende Feuchtigkeit verlangen.
Kartoffeln, Dicke Bohnen, Bohnenkraut, Kümmel und niedrig bleibende Kapuzinerkresse
Dicke Bohnen und Kräuter verwendet man als Randbepflanzung. Dicke Bohnen spendieren düngenden Stickstoff, Bohnenkraut wehrt Bohnenläuse ab, Kapuzinerkresse fördert das Wachstum der Kartoffeln, Kümmel verstärkt deren Geschmack.
Erbsen, Pflücksalat, Radieschen + Gartenkresse, Mangold, Kerbel (in Folgesaaten), Petersilie.
In die abgeernteten Reihen der Erbsen und Radieschen + Gartenkresse werden Spinat und Feldsalat gesät.
Zusätzlich zu all diesen Varianten verwenden wir im Gemüsegarten gern Tagetes (aus der Patulagruppe oder Gewürztagetes) und Ringelblumen als Lückenfüller oder Randbepflanzung.
Erstmal sehen die Beete dadurch schön bunt aus und dann vertreiben diese Blumen die schädlichen Wurzelälchen, halten den Boden gesund und bereichern die Speisen als Deko und Würze. Die Ringelblume ist zudem für den Menschen eine freundliche Heilerin! Tagetes sind zudem eine der Lieblingsspeisen der Nacktschnecken und können zusätzlich als Schneckenfangpflanzen genutzt werden.
BEISPIEL einer MISCHKULTUR-KOMBINATION auf einem 120 cm breiten Beet:
Kresse + Radieschen - Grünkohl + Knollensellerie - Kopfsalat + Kerbel - Grünkohl + Knollensellerie - Buschbohnen + Bohnenkraut
Erklärung:
An den linken Rand werden in einer Reihe abwechselnd Kresse + im nötigen Saatabstand Radieschen gesät,
an den rechten Rand kommen als Horstsaat Buschbohnen + dazwischen Sommerbohnenkrautsamen,
die Mittelreihe wird abwechselnd aus Kopfsalatpflanzen + Kerbelsaat gebildet,
links und rechts davon jeweils eine Reihe aus abwechselnd Knollenselleriepflanzen und Grünkohlpflanzen.
Im Verlauf der Ernten entsteht viel Platz für den Grünkohl:
Abgeerntete Kresse und Radieschen machen Grünkohlpflänzchen Platz, die abwechselnd mit Knollensellerie gepflanzt worden waren. Nach und nach werden auch Kopfsalat und Buschbohnen geerntet und die Hauptkultur (Sellerie, der bis Ende Oktober geerntet wird, und der überwinternde Grünkohl) erhält immer mehr Platz.
Ein weiteres BEISPIEL einer MISCHKULTUR-KOMBINATION finden Sie hier!