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Rockenbolle | Allium sativum var. ophioscorodon

Rockenbolle

Botanischer Name: 
Allium sativum var. ophioscorodon
andere Namen: 
Schlangenknoblauch
Wirkt blutverdünnend!

Verstärkt die Wirkung von Blutverdünnern!

Kann blähen!

Stillende vermeiden Knoblauch, denn die Blähwirkung überträgt sich auf das Baby.

Unterfamilie: /
Tribus:
Gattung: /
Art: Allium sativum var. ophioscorodon / Rockenbolle
Unterart von: 
Knoblauch
Kommt in Mitteleuropa wild bzw. ausgewildert vor: NEIN!
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Noch umhüllt das Hochblatt den Blütenstand, in dem sich neben einigen unfruchtbaren Blütchen die Brutknollen entwickeln. Sie sind ebenso wie die Knolle, die sich in der Erde entwickelt, essbar.

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Der Stängel der Rockenbolle dreht sich spiralig wie eine Schlange. "Schlangenknoblauch" ist deshalb ihr zweiter Name.

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Bild 2: Noch umhüllt das Hochblatt den Blütenstand, in dem sich neben einigen unfruchtbaren Blütchen die Brutknollen entwickeln. Sie sind ebenso wie die Knolle, die sich in der Erde entwickelt, essbar.
Bild 3: Der Stängel der Rockenbolle dreht sich spiralig wie eine Schlange. "Schlangenknoblauch" ist deshalb ihr zweiter Name.

Die ROCKENBOLLE (auch ‚Rocambole’) wird wegen ihres Stängels, der sich wie eine Schlange kringelt, auch als ‚SCHLANGEN-KNOBLAUCH’ bezeichnet. Aufgrund dieser Eigenart, ihrer Genügsamkeit und Würzkraft, ist die Rockenbolle eine attraktive Pflanze nicht nur für den Küchengarten, sondern auch für die Balkongärtnerei.

Als Varietät des Knoblauchs mit jenem nahe verwandt, teilt sie mit ihm auch dessen Pflegeansprüche, seine positiven Wirkungen und seine Eigenarten, in der Erde eine Knolle und im Blütenstand Brutknöllchen zu entwickeln. Diese können entweder verspeist oder zur Vermehrung verwendet werden.

 

Vom Nutzen essbarer Lauchgewächse:

Sowohl in der Ernährung als auch in der Heilkunde wurden und werden die essbaren Lauchgewächse u. a. wegen ihrer antibakteriellen, blutgefäßschützenden, Darmparasiten abtötenden und pilzwidrigen Wirkung seit Alters so geschätzt, dass ihnen neben sättigender, heilender und aphrodisierender Wirkung auch magische Schutzwirkungen zugeschrieben wurden. Wie dem Allermannsharnisch und ganz besonders dem Knoblauch. Der war auch leichter zu ernten als die stattliche - inzwischen streng geschützte - Alpenpflanze!

Knoblauch ist neben Getreide eine der ältesten Kultur- und Heilpflanzen. Aus Asien stammend fand er seinen Weg über den vorderen Orient nach Rom, mit den Römern in das restliche Europa und später weiter in die ganze Welt.

Auf seinem Weg aus dem Orient in den Okzident hinterließ der Knoblauch nicht nur duftende Spuren, sondern auch literarische, die über seine Wirkung berichten:

  • So ist er bereits im altägyptischen Papyrus Ebers beschrieben, und es wird überliefert, dass die Ägypter Knoblauch als Stärkungsmittel aßen. Auch die Arbeiter, die die Cheopspyramide errichteten. Die Kürzung ihrer zugeteilten täglichen Knoblauchration war dann der Auslöser für den ersten bezeugten und erfolgreichen Streik der Geschichte.
  • Der Talmud empfiehlt seinen Anhängern den stetigen Genuss, denn er sättige den Körper, gebe dem Geist Klarheit, stärke die Manneskraft und vertreibe die Parasiten aus dem Darm. Die gläubigen Juden hatten sich daran zu halten und waren stets von Knoblauchduft umgeben.
  • Über den antiken griechischen Held Odysseus wird berichtet, dass er sich durch ein göttliches Geschenk, den „Schwarzen Lauch“, einer großen, wilden Knoblauchart, vor einer Verwandlung in ein Schwein schützte.
  • So nebenbei, nur um aufzuzeigen, wie lange sich die magische Schutzwirkung des Knoblauchs auch in Mitteleuropa in Gebrauch war: Noch vor 60 Jahren erhielten Kinder im Pinzgau (Land Salzburg) während einer großen, gefürchteten Scharlachepedemie eine Knoblauchzehe, von Hand eingenäht in ein kleines, weißes Leinensackerl, andächtig als Amulett um den Hals gehängt. Und es wirkte. Meistens. Die, bei denen die Wirkung versagte, heilte ein sechswöchiger Krankenhausaufenthalt. 
    Und schützt nicht Knoblauch auch vor den Angriffen der Untoten? ;)
  • Zumindest verhilft er laut Dioskurides (1. Jh.), der die antibakteriellen, blutgefäßschützenden und pilzwidrigen Inhaltsstoffe des Knoblauchs noch nicht analysieren konnte, sondern sich ganz auf die Erfahrung verließ,
    • zur Heilung bei Bissen des "tollen" Hundes, der Viper und der Hemorrhois.
      Weiters empfiehl er, dessen schriftliche Heilvorschläge seines Werks ‚De materia medica’ über das Mittelalter hinaus von größter Bedeutung blieben, den Knoblauch- frisch zerrieben mit Wein vermischt - und getrunken und / oder aufgelegt bei
    • anhaltendem Husten
    • Bandwürmern
    • Läusen und Wanzen
    • Hautausschlag, weiße Flecken, Flechten, Leberflecken, bösen Grind, Schorf und Aussatz.
    • Er mache die Stimme hell,
    • wirke harn- und wassertreibend,
    • beruhige, mit Holzasche und Weihrauch vermischt, Zahnschmerzen (Anm.: Holzasche und Weihrauch desinfizieren zusätzlich!)
    • Die Abkochung der Dolde fördere als Sitzbad die Menstruation und die Nachgeburt. Zu demselben Zweck solle er räuchert werden. (Quelle)
  • Kaiser Karl d. Große, der um das Wohl seiner Untertanen stets besorgt war, verordnete, den entgiftenden und stärkenden Knoblauch in den Gärten anzubauen. Der Knoblauch hielt Einzug in die Gärten der Gutsherren und in die Klostergärten. Fortan übernahmen haupsächlich Mönche und Nonnen die Wandergefährtenrolle des Knoblauchs und machten ihn durch Anpflanzen und Weitergeben in der gesamten Bevölkerung bekannt.
  • Paracelsus empfahl ihn zusätzlich als Mittel gegen die Pest. So gesellte der Knoblauch als Kämpfer gegen den Schwarzen Tod zu Wacholder, Bibernelle, Meisterwurz und Lavendel. Leider war ihnen sehr wenig Erfolg beschieden.
  • H e u t e  wird Knoblauch weltweit angebaut und lukullisch und schulmedizinisch genutzt. 

Zum Geruch der Lauchgewächse:

Immer noch sind sein beliebte Würze und Heilkräfte untrennbar verbunden mit dem im Westen unerwünschten Duft. Beinahe allen Lauchgewächsen haftet ein intensiver Geruch an. Auslöser dafür ist das schwefelhaltige Allicin, einer ihrer gesundheitlich wirkungsvollsten Inhaltsstoffe, der aus dem Alliin entsteht, sobald das Lauchgewächs durch Schneiden, Beißen etc. verletzt wird. Mitmenschen, die selber keinen Knoblauch konsumiert haben, empfinden diesen Duft als unangenehm. Längeres Kochen zerstört übrigens das duftende Allicin, damit aber auch einen Großteil der Heilwirkung des Knoblauchs.
Nun hat sich sogar die Wissenschaft mit seiner Vermeidung beschäftigt, nachdem die Küchen Italiens, Asiens und Österreichs auch schon ihre Tricks parat hatten.

 

Tipps zur Vermeidung des Knoblauchgeruchs des Atems 

Gleich zu Beginn: Vollständig kann er nicht neutralisiert werden kann, da die Geruchsstoffe des Knoblauchs im Zuge der Verstoffwechselung teilweise auch über die Haut abgegeben werden. Aber die Knoblauchfahne aus dem Mund kann durch verschiedene Mittelchen eingerollt werden:  

  • Nach einer Studie der Ohio State University ist Milch das beste Mittel gegen diesen Geruch. Sie neutralisiert 50 Prozent der Schwefelverbindungen im Atem.
  • Ein weiteres gutes Mittel gegen Knoblauchgeruch, das die italienische Küche oft anwendet, ist Chlorophyll, z.B. aus Petersilie, die frisch über das Knoblauchgericht gestreut wird. Auch der übliche Espresso, der die Mahlzeit beschließt, tut das Seinige in der Bekämpfung des Knoblauchgeruchs. Einige Körnchen Kardamom unterstützen ihn dabei!
  • Die asiatische Küche empfiehlt Ingwer gegen den als unangenehm empfundenen Geruch.
  • Die österreichische Küche wiederum arbeitet entweder mit Direktheit „Was es is, des is es!“ und presst noch etwas frischen Knoblauch in die fertige Speise - oder sie arbeitet psychologisch mit Schmäh: Eine köstliche Zubereitung von Rostbraten mit Knoblauch (pro Portion 2 Zehen, also nicht wenig) bekommt einen ebenso köstlichen Namen: Vanillerostbraten, heißt der Gute, obwohl kein Stäubchen Vanille an ihm ist. Wir aber sind gleich schon anders gepolt, wenn wir hören „V a n i l l e …!“ Wir strecken die Waffen, haben bereits den aphrodisierenden Duft der Vanille in der Nase und den aphrodisierenden Geschmack des Knoblauchs auf der Zunge … was danach sein wird, interessiert uns momentan nicht, sondern wir lassen uns den Vanillerostbraten einfach schmecken!

Anbau von Knoblauch

Wenn es heißt, ‚Knoblauch wird weltweit angebaut’ – auch bereits in Ihrem Garten? Er freut sich darauf, da wachsen zu dürfen und seine positiven Kräfte auf andere Pflanzen, Tiere und Menschen übertragen zu können. Er liebt es ja, beinahe überall dazwischen gesteckt zu werden, und er gibt sich sogar mit einem Balkonkasten zufrieden. Besonders hübsch macht sich hier der Schlangenknoblauch, eine Knoblauchvariation mit denselben Wirkungen wie ihre Stammart, der Knoblauch!

Knoblauch braucht lockeren, sandigen Boden und viel Wärme. Er gedeiht hervorragend in Gebieten mit regenarmen Sommern.

Knoblauch kann zu 2 verschiedenen Zeiten angebaut werden:

  1. Entweder wird er als sogenannter „Winterknoblauch“ im Herbst in die Erde gesteckt, erhält eine Mulchdecke und wächst den Winter hindurch langsam weiter. Erntreif ist er dann ab Juli.
  2. Oder er kommt als sogenannter „Frühlingsknoblauch“ im März in die Erde und wird anfangs September geerntet. Diese Zeiten decken sich mit einer Balkonsaison.

W a s kommt da eigentlich in die Erde? Wie wird Knoblauch vermehrt?

Sich selbst überlassen vermehrt sich Knoblauch auf zwei Arten:  Zum einen bildet sich in der Erde eine Knolle, die aus Tochterzwiebeln besteht, den sogenannten Zehen. Jede dieser Zehen lässt wieder eine Knoblauchpflanze entstehen. Zum anderen bildet sich, oft erst im zweiten Jahr, im Sommer, ein Stängel, der an seiner Spitze ein Paket kleiner Brutzwiebeln (‚Bulbillen’) zurechtrichtet.

Somit kann der Mensch zur Vermehrung von Knoblauch

  1. entweder die Tochterzwiebeln ("Zehen") verwenden, was schnellere Resultate liefert,
  2. oder die Brutzwiebelchen.

Manche Tochterzwiebeln ("Zehen") liefern bereits im ersten Jahr in Zehen geteilte Knollen, manche aber sogenannte "Rundlinge", Knollen, die sich – ähnlich dem „Chinesischen Knoblauch“ - nicht in Zehen aufgeteilt haben.

 

Zur Ernte der Knoblauchknollen:

Dazu gibt es eine allgemeine Regel: Man beobachtet das Laub der Pflanzen. Wenn ein Drittel des Laubes welk ist, sind die Bodenknollen erntereif. Sie werden bereits für die Küche verwendet oder für verschiedene Tinkturen, können aber auch zu Zöpfen geflochten oder als Büschel gebunden zum Trocknen aufgehängt werden.

Zur Ernte der Brutknollen / Brutzwiebelchen: Die Reife der Brutknollen / Brutzwiebelchen kann unter Umständen länger dauern, als die der Bodenknolle.

 

Kochtipp:

Beim Braten in Öl verbrennt Knoblauch leicht, wird zu dunkel und schmeckt dann richtig bitter. Also die Knoblauchscheibchen für Spaghetti, Toastbrote etc. nie zu heiß braten!

Empfohlener Artikel zur Pflanze
Essbare Pflanzenteile:
Knolle
Essbare Pflanzenteile:
alle oberirdischen Teile
Geschmack:
scharf senfartig
Geschmack:
herzhaft knoblauchig
Sättigungswert:
Mittel
Aussehen
VERWECHSUNGSMÖGLICHKEIT MIT GIFTIGER PFLANZE
VERWECHSUNGSMÖGLICHKEIT MIT ESSBARER PFLANZE
Kultivierung
Vermehrung
  • Knollen
Lichtanspruch
  • Sonnig
Wasserbedarf
  • Kommt mit Durststrecken gut zurecht.
Bevorzugte Erde
  • neutral
  • sandig
  • humos
Winterhärte
  • -12°C
Reihenabstand
  • 20 cm
Pflanztiefe
  • 5 cm
Zehrer
  • Mittelzehrer
Lebenszyklus
  • zweijährig
Anbaupause
  • 2 Jahre
Kultivierungseigenschaft
  • unkompliziert
  • wachstumsfördernd für andere Gemüse
  • Direktsaat
Pflegeanforderungen
  • einfache Pflege
Schädlinge
  • Zwiebelfliege
Krankheiten
  • Virosen
  • Zwiebelbrand
Gesundheit
Wirkung

laut Schulmedizin:

, Knolle
frische Knolle, Presssaft, Ölauszug, Pulver
, Knolle
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laut Volksheilkunde:

, Knolle
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, Knolle
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, Knolle
frische Knolle
, Knolle
frische Knolle, Tinktur

laut Hildegardmedizin:

, Knolle
"Er muss roh gegessen werden." (Hildegard)
Wann Rockenbolle pflanzen oder säen?
Hier finden Sie einen praktischen Pflanzkalender mit den richtigen Terminen und Pflegeanweisungen.

Erstfrühling / April

Boden bedecken mit Mulchmaterial.

Spätsommer / Anfang August bis Ende August

Knolle stecken
Brutknöllchen

Spätherbst / Mitte Oktober bis Ende November


Winterschutz (evtl. mit Laub) anbringen
Hochsommer
Juli
  • Knolle, essbar, herzhaft knoblauchig, Nährwert: Mittel