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Tomate | Solanum lycopersicum

Tomate

Botanischer Name: 
Solanum lycopersicum
andere Namen: 
Paradeiser (österreichisch)
andere Namen: 
xitomatl (aztekisch)
andere Namen: 
pomodoro (itl. aus pomo d’amore - „Liebesapfel“)
andere Namen: 
tomato (engl.)
Unreife Tomaten enthalten viel giftiges Solanin.

Unreife Tomaten und den grünlich, hellen Keil der Frucht ("Stielansatz ") weder roh noch gekocht verzehren!

Gattung: /
Untergattung:
Art: Solanum lycopersicum / Tomate
Kommt in Mitteleuropa wild bzw. ausgewildert vor: NEIN!
Mittelamerika
Südamerika
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Frisch geerntete Tomatensamen vor der Gärbehandlung

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Tomatenkeimling

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Diese Jungpflanze wurde eben pikiert.

Bild 2: Frisch geerntete Tomatensamen vor der Gärbehandlung
Bild 3: Tomatenkeimling
Bild 4: Diese Jungpflanze wurde eben pikiert.
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Bild 5: Achseltrieb und Blütentrieb
Bild 6: Achseltrieb wurde ausgegeizt
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    Vor dem Frost geerntete unreife Tomaten reifen schneller nach, wenn man einen Apfel dazulegt.

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    Stabtomate als Topfpflanze

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    Gelungener Tomatenschutz in Selbstbau-Konstruktion, Lassnitzhöhe, Ö, Privatgarten 

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    Überdachte Tomatenpflanzung in Mischkultur, Kreismustergarten Neu-Ulm, Deutschland.

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    Mischkultur: Sellerie, Weißkraut, Rotkraut, Tomaten, Paprika. Kreismustergarten Neu-Ulm, Deutschland.

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    Praktisch: Tomaten in beidseitg abgeschlossene Gräben pflanzen. Den Jungpflanzen wird dadurch etwas Windschutz geboten, das Gießwasser bleibt im Wurzelbereich der Pflanzen!

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    Praktische Gießvorrichtung: Das Wasser durch Petflaschen ohne Boden rinnen lassen. Alle Blätter bleiben trocken.

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    Trocknen für den Wintervorrat

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    1982 bei Rom: San Marzano-Tomaten werden eingekocht.

Um die Jahrhundertwende vom 15. zum 16. Jhd. brachten die Spanier unter Kolumbus zusammen mit Mais, Kartoffeln, Chilischoten, Süßkartoffeln, grünen Bohnen und Kürbis   gelbe Beeren, ein Fruchtgemüse, das die Azteken „xitomatl“ nannten und als wertvolles Nahrungs- und Heilmittel schätzten, nach Europa.

In Nordeuropa hielt man die Pflanze sehr lange Zeit für eine giftige Zierpflanze, die nur wegen Ihrer Schönheit und erotischen Ausstrahlung als Liebesapfel Einzug in die heimischen Gärten hielt.

Die versuchsfreudigen, kreativen Italiener hingegen erkannten recht bald diese Bereicherung für ihre Küche und integrierten die Tomate als fixen Bestandteil in ihren Speiseplan.

Heute ist die Tomate eines das am meistverzehrte Fruchtgemüse und – wie die Azteken damals – schätzen wir sie im ausgereiften Zustand, frisch und gekocht, als wertvolles Nahrungs- und Heilmittel, …. sofern sie saisongemäß und biologisch angebaut wurde!!

  • Außerhalb der Saison greift man seiner Gesundheit zuliebe besser zu Tomatenfertigprodukten, deren Früchte während ihrer Hauptwachstumszeit reif geerntet wurden. Die Chance, dass sie mit wenig Pflanzenschutzmitteln und – vielleicht auf naturgegebenem Substrat (gesunde Erde) - gesund herangewachsen sind und  inhaltsschonend verarbeitet wurden, ist groß. Und Lycopin, das in so schmackhafter Form mitgeliefert wird, findet sich in gekochten Tomaten, falls man ihnen die Haut belässt, ohnehin mehr als in rohen! 

 

KULTIVIERUNGSANSPRÜCHE

  • Tomaten lieben einen sonnigen, dabei aber luftigen Standort. Sie mögen kein Wasser auf ihren Blättern! Auch die Nähe der ihnen verwandten Kartoffel schadet ihnen, da sie für den gleichen neuen Stamm der Kraut- und Braunfäule, der vor 10 Jahren aus den USA eingeschleppt wurde, anfällig sind. Tomaten benötigen einen humus- und nährstoffreichen, lockeren Boden an einem regengeschützten Platz (z.B. Dachvorsprung oder Tomatenhaus).
  • Für alle Tomatensorten gilt: Mitte August werden alle Triebspitzen der Tomatenpflanze zwei Blätter oberhalb des jeweiligen höchsten Fruchtstandes abgeschnitten (= "gekappt"). So werden keine neuen Früchte mehr herangebildet. Die bestehenden erhalten die ganze Pflanzenkraft und reifen leichter aus.
  • Werden Tomaten in einem Topf gehalten, muss dieser mit einem Abzugsloch versehen sein und mindestens 10 Liter Erde fassen, damit sich eine gute Ernte einstellt. Tipp: Erde mit Seramis oder Vermaculite mischen. So bleibt die Erde luftig und gut wasserführend.

„AUSGEIZEN“
Es gibt bei den Tomaten 2 unterschiedliche Wuchsformen (begrenzt wachsend und unbegrenzt wachsend) und je nachdem, welcher Wuchsform die Pflanze angehört, muss sie ausgegeizt werden oder nicht!

  1. Begrenzt wachsende Sorten
    Diese Tomatenpflanzen wachsen üppig verzweigt und strauchartig. Zu ihnen zählen die nieder bleibenden Buschtomaten und die höher wachsenden Strauchtomaten. Sie hören ab einem gewissen Entwicklungsstadium mit der Produktion von neuen Seitentrieben auf („begrenzt wachsende Sorten“). Buschtomaten und Strauchtomaten benötigen normalerweise kein Ausgeizen, erhalten aber eine Stütze und Stroh aus Mulchmaterial bzw. eine Folie als Unterlage, denn auch ihre Blätter dürfen den Boden nicht berühren. Eine Alternative ist ihre Kultur in Töpfen als Hängetomaten!
  2. Unbegrenzt wachsende Sorten
    Sie werden auch Stabtomaten genannt. Bei diesen Tomatensorten wachsen aus den Blattachseln stetig neue Seitentriebe. Aus diesem Grund ist ihr Wachstum nahezu unbegrenzt und man bezeichnet sie als „unbegrenzt wachsende Sorten“.
    Ihre Fruchtbildung profitiert vom „Ausgeizen“ (= Wegzwicken, Abkneifen) der frischen, ca. 10 cm langen Neutriebe und vom Aufleiten (Aufrichten) an dicken Schnüren oder Stäben. Daher der Name „Stabtomaten“.
    Der Ertrag starkwüchsiger Stabtomaten erhöht sich, wenn man ihnen allerdings den untersten Seitentrieb belässt, ihn auch wie den Haupttrieb nach oben zieht und anschließend wie diesen behandelt, das heißt, die aus ihm wachsenden Seitentriebe ausgeizt. Dabei aber nicht die Blütenansätze entfernen!

Wie wird ausgegeizt?
Dazu werden die aus den Blattachseln herauswachsenden Triebe, sobald sie 10 cm lang sind, an einem trockenen Sommertag, am bestens gleich morgens, händisch ausgebrochen. Aber dabei nicht die Blütenansätze entfernen!  - Man lässt die ausgegeizten Seitentriebe als Mulschschicht liegen oder verjaucht sie oder legt sie zur Vertreibung von Schadinsekten zwischen die Kohlpflanzen. 

 

 

TOMATENSORTEN für HAUSGARTEN und BALKONGARTEN

Die Sorten wurden ausgesucht nach Ertrag, Geschmack, Platzfestigkeit und Pilztoleranz (hundertprozentig pilzresistente Sorten gibt es nicht, aber einige Sorten zeigen eine bemerkenswerte Toleranz und Regenerationsfähigkeit gegenüber Phytophtera-Pilzen).

Eine Sortenbeschreibung findet sich am Ende des Artikels. Aufgelistet werden die Sorten hier nach ihrer Wuchsform und ob sie ausgegeizt werden müssen oder nicht: 

  • Ausgegeizt werden Fleischtomaten: Pflanzenhöhe ca. 1,50 m, ihre Früchte sind die größten der Tomatensorten, benötigen guten Schutz und Wärme. Sie werden in der Regel eintriebig gezogen. 
    Sorten: 'Apollo', Auriga', 'Berner Rosen', 'Brandywine', 'Marglobe', 'Marmande', 'Mezzo Forte', 'Ochsenherz Österreicher', 'Paprikaförmige', 'Pfundtomate', 'Winterkeeper'.
  • Ausgegeizt werden auch Eiförmige Tomaten: Pflanzenhöhe 1 - 3 m, mittlere Fruchtgröße. 
    Sorten: 'Amore', 'Black Gum', 'De Berao', 'Green Zebra', 'Lämpchen', 'Matina', 'Phytoresista', 'Purple Russian', 'Quadro', 'Rote Zora', 'San Marzano', 'Siberia', 'Tigerella'.
  • Mäßig ausgegeizt werden Cocktailtomaten:  Diese ca. 2 m hohen, robusten  Pflanzen können zweitriebig, wie unter "Stabtomaten" angegeben, gezogen werden. An ihnen reifen den ganzen Sommer über bis zum Frost unzählige kleine, bis zu 3 cm große, aromatische Früchte. Durch ihre mundgerechte Größe sind sie ein gesundes Naschvergnügen ohne Kleckerei! Bei Kübelpflanzung mindestens 10 l Kübel verwenden. 
    Sorten: 'Brandywine Sherry', 'Cerise Gelb', 'Cerise Rot', 'Dattelwein', 'Resi'. 
  • Nicht ausgegeizt, aber mit einer Stütze versehen werden Strauchtomaten und Busch- bzw. Topftomaten: Sie werden bis zu 80 cm  hoch, sind für eine Pflanzung in Töpfen besonders gut geeignet und müssen nicht ausgegeizt werden, sind aber dankbar für eine Stütze.
    Sorten: 'Jani', 'Kremser Perle', 'Balkonstar', 'Sibirische Frühe'.
  • Nicht ausgegeizt werden Wildtomaten: Sie sind anspruchsloser als Kulturtomaten, dabei unempfindlich gegen Kraut- und Fruchtfäule. Zu viel Düngung und Wasser führen zu übermäßiger Laubbildung und verminderter Fruchtqualität. Ihre roten oder gelben Früchte sind, je nach Sorte, 5 – 30 mm groß, säurearm und fruchtig. Sie eignen sich besonders gut, als Hängetomaten in Töpfen, Schalen oder Balkonkästengezogen zu werden. 
    Sorten: 'Golden Currant', 'Humboldtii', 'Rote Murmel', 'Small Egg'. 

 

A U S S A A T

Zeitpunkt: Ende Februar bis März

  1. Vorarbeiten: 
    • Überlegen, wie viele Pflanzen man haben möchte. Doppelt so viele Samenkörner herrichten, denn es werden nicht alle keimen und beim Pikieren gibt es auch wieder Verluste. 
    • Gefäß mit Abzugslöchern besorgen. Aussaaterde herrichten oder Erde mit Seramis bzw. Vermaculite oder Sand mischen. Zum Abdecken der Aussaat ist eine Glasscheibe (Glasdeckel?) oder Frischhaltefolie nützlich.
    • Manche GärtnerInnen  b e i z e n  die Samen kurz vor der Aussaat
      • in einem Knoblauch-Kaltwasserauszug, um Pilzkrankheiten vorzubeugen: Dazu 10 g kleingeschnittenen Knoblauch 1 Stunde lang in 100 ml zimmerwarmem Trinkwasser ziehen lassen, abseihen. Tomatensamen für 15 Minuten hineinlegen, dann abseihen und spätestens nach 12 Stunden aussäen. 
      • Zum Beizen eignet sich auch auf 30° abgekühlter Tee von Baldrian oder Kamille bzw. Schachtelhalm oder auch Kren
  2. Durchführung der Aussaat: 
    • Abzugslöcher des Gefäßes mit Steinchen luftdurchlässig abdecken. Gefäß bis 4 cm unterhalb des Randes mit Erde anfüllen.
    • Samen im 2 cm Abstand aufstreuen, 1 cm hoch mit Erde bedecken, mit Wasser benetzen.
    • Erdreich täglich mit Wasser besprühen. 
    • Bis die Keimblätter da sind, die Aussaat bei Zimmertemperatur, 18° - 20°, absonnig, aber hell  aufstellen.
    • Innerhalb von 2 Wochen zeigen sich an jedem Tomatenkeimling die beiden länglichen Keimblätter. Sobald sie sich voll entfaltet haben, das  Gefäß kühler (ca. 15°) stellen, und zwar an einen Fensterplatz, der täglich einige Stunden Sonne abbekommt. - Den Keimblättern folgen übrigens erst die richtigen, gebuchteten Tomatenblätter!

 

A U F Z U C H T  der  T O M A T E N P F L A N Z E N:

Pikieren 

Sobald sich an gesunden Pflanzen 2 gebuchtete Tomatenblättchen entfaltet haben, ist es an der Zeit, die Pflänzchen zu pikieren. Dazu setzt man sie unter Zuhilfenahme eines Limonadenlöffels einzeln in mit nährstoffreicher Erde gefüllte Töpfe von 10 cm Durchmesser, gießt gut an (nicht über die Blätter) und hält sie noch für eine Woche im Zimmer.

Abhärtung

Dann wird mit der Abhärtung begonnen, denn Tomatenpflanzen dürfen nicht vergeilen, sondern sollen gedrungen, mit kurzen Blattabständen, wachsen!
Also, wenn es draußen warm genug ist, untertags raus in die sonnige, frische Luft auf ein trockenes, geschütztes Plätzchen. Nicht verdursten lassen ... abends kommen sie wieder zurück ins Haus... u.s.w. u.s.f....bis sie ausgepflanzt werden dürfen.

Auspflanzen

Die abgehärteten Pflanzen werden frühestens ab Mitte Mai, also nach den Eisheiligen, auf ein mit reifem Kompost und Gesteinsmehl oder mit altem Mist bzw. Hornmehl, Guano und Gesteinsmehl versorgtes Beet ausgepflanzt:

  • Dazu das unterste Blattpaar entfernen. Die Tomatenpflanze tiefer als vorher und mit schrägem Wurzelballen im Abstand von 50 – 60 cm setzen. Je tiefer die Tomatenpflanze gesetzt werden kann, umso mehr zusätzliche Wurzeln (Adventivwurzeln) bildet sie, umso kräftiger wird ihr Wachstum.
  • Um Krankheiten der Tomatenpflanzen zu vermeiden, auch später immer darauf achten, dass keine Blätter den Erdboden berühren!
  • Die meisten Tomatensorten brauchen eine bis 2 m hohe Stützvorrichtung (gespannte dicke Schnüre, Spiralstäbe, gut gereinigte Holzstäbe), an der sie hochgeleitet werden.
  • Für eine Topfkultur Pflanzkübel mit mindestens 10 Liter Volumen nehmen. Nur Busch- bzw. Topftomaten kommen mit weniger Erdvolumen aus. Jeder Pflanzkübel muss ein Wasserabzugsloch haben!

 

TOMATEN in MISCHKULTUR

Gute Nachbarn

  • Sie wehren Pilzkrankheiten ab: Knoblauch, Schnittlauch, Porree, Basilikum ( + Aroma verbessernd), Borretsch, Kohl, Karfiol (= Blumenkohl), Kohlrabi, Petersilie. Die Stars der Mischkultur mit Tomate sind Sellerie und Karfiol (Blumenkohl)!
  • Diese halten Nematoden fern: Ringelblumen, Tagetes, Zinnien.
  • Diese vertreiben Blattläuse, steigern Aroma und Ertrag: Dill, Sellerie, Majoran, Kerbel.
  • Als lebende Mulchecke, die beerntet werden kann, eignen sich: Neuseeländer Spinat, niedere Kapuzinerkresse.
  • Als Trockengut-Mulchdecke bewähren sich Gartenkresse, Gelbsenf, Stroh, Grasschnitt, Brennnessel, Beinwell, ausgegeizte, gesunde Tomatentriebe (kranke werden entsorgt).

Schlechte Nachbarn

  • Sie machen der Tomate das Leben schwer: Kartoffeln, Gurken, Fenchel, Rote Rüben, Sonnenblumen, Zuckermais.

 

WEITERE  KULTURANGABEN

Wasser 

  • Zieht man geeignete Tomatensorten im Freiland, ist in niederschlagsreichen Gegenden  Regenschutz notwendig, um der Braunfäule und anderen Pilzkrankheiten vorzubeugen. – Dazu eignet sich ein Platz an geschützter, sonniger Hauswand oder ein (selbst gefertigtes) Tomatenhaus. Siehe Fotos! 
  • Man gießt nach dem Auspflanzen nur mäßig, damit die Wurzelbildung angeregt wird. Die Wurzeln vermehren sich auf ihrer Suche nach Wasser! Ab der Fruchtbildung häufiger gießen, aber nicht ertränken. Zuviel Wasser schwächt das Aroma. 
  • Die Feuchtigkeit wird gleichmäßiger im Boden gehalten, wenn der Boden zwischen den Tomatenpflanzen gemulcht wird.  
  • Die Pflanzen während der Morgenstunden in den Wurzelbereich gießen, ohne die Blätter zu benetzen! Das Wasser sollte dabei Umgebungstemperatur haben. 
    Tipps zur sanften, gezielten Bewässerung: 
    • Einen Erdwall (Gießwall) um die Tomatenpflanzen formen. 
    • Umgekehrte, verschlusslose PET-Flaschen, deren Boden man weggeschnitten hat, in den Wurzelbereich der Pflanze stecken und da hineingießen. 

Düngen

  • Wenn genügend Kalk im Boden ist, wird das Aroma der Früchte intensiviert. Rechtzeitig vor der Pflanzung Holzasche aufbringen.
  • Tomaten bei einsetzender Fruchtentwicklung wöchentlich mit verdünnter Pflanzenjauche düngen. 

Schädlinge und Krankheiten

  • Virus- und Pilzkrankheiten, wie Kraut- und Braunfäule, wird durch geeigneten, regensicheren Standort, unempfindliche Tomatensorten und geeignete Düngung vorgebeugt. Nicht in die Nähe von Kartoffeln pflanzen! Tomaten und Kartoffeln stecken sich gegenseitig mit der Kraut- und Braunfäule an.
    • Zur Pilzvorbeugung und Zellstärkung die Tomatenpflanze alle 2 Wochen mit Ant-Pilz-Tee gießen und - ausnahmsweise - besprühen. Öfters 50 ml EM auf 10 l Gießwasser geben. 
  • Blattläuse, Weiße Fliege: Mit Schmierseifenlösung die ganze Pflanze, auch die Unterseiten der Blätter, besprühen. Nicht auf der sonnenbeschienen Pflanze anwenden!   

 

Endlich ...  E R N T E  ! 

 

E R N T E  der F R Ü C H T E:

  • Tomaten sind Selbstbestäuber. Dem Fruchtansatz kann man nachhelfen, indem man die Pflanzen während der Blüte öfters sanft schüttelt.
  • Die Früchte sollten, solange es geht, ganz ausgereift geerntet werden.
  • Tomaten sollten nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden, da sie sonst sehr an Geschmack verlieren.
  • Bei bleibender Frostgefahr reißt man die gesamte Pflanze mit ihren noch unreifen Früchten aus, entfernt Wurzeln und Blätter und hängt sie im Haus im warmen Schatten kopfüber auf. Die Früchte reifen nach. Die Nähe reifer Äpfel beschleunigt den Vorgang!
  • Grüne Tomaten enthalten giftige Inhaltsstoffe wie Solanin, Tomatin und andere Alkaloide. Erst durch die Nachreifung werden diese Substanzen abgebaut. Solanin wird durch Kochen oder Braten nicht zerstört, durch milchsaure Konservierung wird es zum Teil abgebaut.

E R N T E  von  S A M E N   eigener  T O M A T E N  für die nächstjährige Aussaat:

Tomatensamen lassen sich unproblematisch gewinnen. Trocken aufbewahrt halten sie mehrere Jahre, und man kann immer wieder seine Lieblingstomate aussäen und ernten, sofern es sich dabei um eine samenechte Tomate handelt.

Nur samenechte Tomaten eignen sich für den Hobbygärtner zur Nachzucht. F1 Hypriden ergeben ungleiche Nachkommen und keine sortentypischen! Die Bezeichnung F1 Hybride ist übrigens auf dem Samensackerl vermerkt. 

Während in gentechnisch veränderten Tomaten nur ein „Resistenz-Gen“ gegen Pilzbefall eingebaut ist, haben alte Sorten ein großes Spektrum an solchen Resistenz-Genen, um sich gegen negative Einflüsse zu schützen. Durch gezielte Auslese werden sie lebendig erhalten und optimiert. Alte Sorten sind in der Regel samenechte Sorten.

Frisch geerntete Tomatensamen sollten - wie auch Gurkensamen - vor ihrer Aufbewahrung, einem Gärvorgang unterzogen werden. Ihre Samen sind nämlich von einer Schicht umgeben, die ihre Keimung im nächsten Jahr hemmen würde. Außerdem werden dabei evtl. vorhandene schädliche Pilze reduziert. 

  • So wird es gemacht:
    • Bei samenechten Sorten entnimmt man mit einem Teelöffel die Kerne der kräftigsten, gesunden Frucht des ersten Fruchtstandes der ausgewählten Sorte für die geplante Aussaat im nächsten Jahr. Es muss etwas Fruchtfleisch daran hängen bleiben.
    • Kerne + geringes, anhaftendes Fruchtfleisch werden in ein Glas gegeben und mit so viel Wasser bedeckt, dass sie sich frei bewegen können. Je nach Umgebungstemperatur (23° - 30°) lässt man sie so für 1 - 3 Tage absonnig stehen, rührt gelegentlich um und beobachtet:
      • Sobald Kerne zu Boden sinken und das Wasser leicht zu mousieren beginnt, holt man sich einen Kern heraus, spült ihn mit Wasser ab und befühlt ihn: Fühlt er sich nicht mehr glitschig an, muss man den Gärvorgang sofort beenden. Die Kerne würden sonst in diesem für sie wohligen Milieu vorzeitig auszutreiben beginnen und wären für das nächste Jahr verloren.
    • ​​​Man füllt das Glas mit den Samen drinnen mit Wasser auf, rührt um, wartet, bis die befruchteten Samen nach unten schwimmen, die tauben und Fruchtfleischreste nach oben. Diese werden mit dem Wasser langsam abgeschüttet. Zur endgültigen Reinigung spült man die "guten" Samen in einem Sieb durch. 
    • Auf einem Teller o.ä. fein ausgebreitet lässt man sie im Schatten unter gelegentlichem Verschieben bei 23° - 30° trocknen.
    • Ganz durchgetrocknet je 1 Teelöffel voll in einen mit Sortennamen und Datum beschrifteten Kaffeefilter oder in ein beschriftetes Gläschen füllen.
    • Dunkel, trocken, kühl - und mit Stolz - aufbewahren!
    • Tomatensamen bleiben übrigens bei richtiger Lagerung 3 - 6 Jahre keimfähig.

Bezugsquellen für Samen samenechter Tomaten - Damit man dann selber Samen ernten kann!

  • Tauschhandel unter FreundInnen und Bekannten.
  • Gekaufte Früchte samenechter Sorten oder gekauftes, samenechtes Tomatenpflänzchen.
  • Auch Online-Samenshops führen vereinzelt samenechte Tomaten.
    • Diesem Metier ganz verschrieben haben sich folgende Adressen:
      • Freie-Saaten (Nichtkommerzielle Gesellschaft im Dienste des Erhalts sowie der Verfügbarkeit pflanzlicher und tierscher Ressourcen im Sinne von Allgemeingut für die Allgemeinheit)
      • Kaiserstühler Samengarten (Stiftung zur Förderung der Pflanzenzucht und Bewahrung der Kulturpflanzenvielfalt in der Region Kaiserstuhl und Oberrhein) verschickt Samen aus seiner Samenliste  
      • Dreschflegel (Zusammenschluss kontrolliert ökologisch wirtschaftender Betriebe zur Saatgutvermehrung, -züchtung und -vermarktung mit Online-Shop.) 
      • ARCHE NOAH (Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt) führt neben dem im Online-Shop angebotenem Saatgut ein Sortenhandbuch, in dem registrierte ARCHE NOAH Mitglieder sowie Förderer aus der Fülle an seltenen Kulturpflanzen direkt beim Sortenarchiv bzw. bei den ErhalterInnen bestellen können. 
      • Bingenheimer Saatgut -  Das Sortiment besteht aus 100 % samenfesten Sorten. Das Saatgut wird auf ausschließlich ökologischen Flächen vermehrt.
      • Tomatenretter - Ehrenamtlicher Verein. Liste mit 160 Sorten mit Hinweisen auf Geschmack und Kulturansprüche. Versand von bis zu 5 Samentütchen gegen eine Spende nach  Selbsteinschätzung.
      • Weitere Webseiten mit gentechnikfreiem, samenfestem Saatgut
Essbare Pflanzenteile:
Früchte
Geschmack:
süßlich saftig
Geschmack:
umami
Geschmack:
herb feinwürzig
Sättigungswert:
Mittel
Aussehen

Blütenfarbe

  • gelb
    gelb

Form der einzelnen Blüte

  • Blüte mit Kelch
  • Blütenblätter glockenförmig verwachsen

Blütenstand

  • Traube

Wuchshöhe

  • bis 3 m

Blütenduft

  • ohne

Blattansatz am Stängel

  • gestielt

Stängel

  • aufsteigend niederliegend
  • rund
  • behaart
  • grün

Unterirdische Pflanzenteile

  • Flachwurzler
  • Senkerwurzeln

Frucht

  • Beere

Blattform

  • unpaarig gefiedert (imparipinnat)
    unpaarig gefiedert (imparipinnat)

Konsistenz des Blattes

  • weich
  • zerstreut behaart

Blattrand

  • ganzrandig
  • gezähnt
VERWECHSUNGSMÖGLICHKEIT MIT GIFTIGER PFLANZE
VERWECHSUNGSMÖGLICHKEIT MIT ESSBARER PFLANZE
Kultivierung
Keimfähigkeit
  • bis 6 Jahre
Vermehrung
  • Samen
  • Stecklinge
Lichtanspruch
  • Sonnig
Wasserbedarf
  • Braucht regelmäßig Wasser, sobald die Erde fühlbar abgetrocknet ist.
Bevorzugte Erde
  • humusreich
  • leicht kalkhaltig
  • durchlässig
Winterhärte
  • über +4°C
Reihenabstand
  • 50 cm
Saattiefe
  • 1 cm

Zehrer
  • Starkzehrer
Lebenszyklus
  • einjährig
Erste Ernte nach
  • 12 Wochen
  • 14 Wochen
Anbaupause
  • 3 Jahre
Kultivierungseigenschaft
  • schneckenresistent
  • laufend zu beernten
  • rasch wachsend
  • Muss verpflanzt werden
  • benötigt Stütze
Pflegeanforderungen
  • braucht Pflege
Schädlinge
  • Blattläuse
Krankheiten
  • Blattfleckenkrankheit
  • Tomatenwelke
Sorten
'Auriga'

Bis 150 cm hohe Fleischtomate mit ca. 5 cm großen, orangen Früchten; platzfest, saftig mit wunderbar würzigem, süß-säuerlichem Aroma, dabei relativ unempfindlich gegenüber Braun- und Krautfäule, gut freilandtauglich, auch für eine Kultur in Töpfen geeignet.

'Balkonstar'

Bis 70 cm hohe, unkomplizierte Busch- und Topftomate mit 40 g schweren runden, roten und leckeren Früchte in dicken Rispen. Reichtragend von Anfang August bis Anfang Oktober.

'Berner Rosen'

Rote Fleischtomate; geschmackliches Highlight.

'Brandywine Sherry'

Cocktailtomate, himbeerfarbig; wüchsige, ältere, gut gewüzte Kirschtomate aus den USA, die mehrtriebig gehalten werden kann.

'Brandywine'

Pinkfarbene Fleischtomate; großfrüchtig, dabei dünnschalig und feinfleischig mit hervorragendem Geschmack .

'Cerise Rot'

Cocktailtomate, alte, gegen Pilze besonders widerstandsfähige, freilandgeeignete Sorte aus dem Jahr 1891; Rispen mit vielen bis zu 30 g schweren, süß-aromatischen Früchten. Ernte: Anfang Aug. bis Anfang Sept.

'De Berao'

eiförmige Stabtomate, braunrot. Diese sehr wüchsige, bis 250 cm hohe, aber gegen Braun- und Krautfäule besonders robuste Sorte. Milder, säurearmer Geschmack. Später Ertrag (Ende August bis Ende Sept.).

'Fleischtomate Riesentomate Ananas'

Bis zu 1 kg schwere Fleischtomate, orange-rot-geflammt. Köstlich fruchtiger Geschmack. Trägt reichlich bis in den Herbst hinein. Saatgut: Dreschflegel.

'Green Zebra'

Eiförmige Stabtomate, 200 cm hoch. Früchte 80 g - 120 g schwer, grün–orange gestreift; hellgrünes Fleisch von feinem, erfrischendem Geschmack. Die Green-Zebra-Tomate hat im reifen Stadium zwar ein grüne Haut, enthält aber kaum Solanin. Reift spät: Mitte August bis Mitte September.

'Kremser Perle'

80 cm hohe, kompakte und unempfindliche Buschtomate, die sowohl für das Freiland als auch für eine Kultur in Töpfen geeignet ist. Sie trägt reich, früh und ausdauernd 50 g kleine, runde, feste, gleichmäßig rote Tomaten von süß-aromatischem Geschmack. Traditionelle Sorte aus Krems an der Donau, Österreich.

'Lämpchen'

Eiförmige Stabtomate; über 250 cm hoch werden, durchgefärbte, gelbe, ovale, bis 120 g schwere Früchte; robust gegen Kraut- und Knollenfäule. Späte Reife: Mitte Aug. bis Ende Sept.

'Marglobe'

Rote Fleischtomate; 2oo cm hoch, mittelgroße, fleischige, aber feste Früchte mit ausgezeichnetem, süßen, typischen Tomatengeschmack. Starkwüchsig, reich tragend, mittelspät reifend. Gegenüber Tomatenkrankheiten relativ resistende Sorte.

'Matina'

Eiförmige Stabtomate; leuchtendrot; unkomplizierte, fruchtig-süße, sehr frühe Tomate. Bis 200 cm hoch. Besonders robust gegen Braun- und Krautfäule. Freilandgeeignet.

'Paprikaförmige'

Fleischtomate, rote, bis 200 g schwere, gut schmeckende Früchte. Pflanze bis 150 cm hoch. Früher und guter Ertrag. Freilandgeeignet. Gehört zu den besonders gesunden Sortenempfehlungen.

'Paul Robeson'

Eiförmige Stabtomate; 200 cm hoch. Rotbraune bis rotschwarze, 100 g schwere Früchte; robuste russische Sorte mit süßem, aromatischem Geschmack. Mittelfrüh reifend: Anfang August bis Mitte Oktober.

'Phytoresista'

Eiförmige Stabtomate; rot. Auslese alter Sorten mit besonders hoher Resistenz gegen Kraut- und Braunfäule. Sehr guter Geschmack. Geringe Wärmeansprüche. Besonders robust.

'Resi'

Cocktailtomate, rot; die leckeren, 2 cm großen Früchtchen sitzen zu zehnt an den Rispen und reifen nacheinander ab. Besonders freilandgeeignet, da robust gegen Pilzbefall. Späte Reife.

'Rote Murmel'

Diese bis 150 cm hohe Wildtomate ist sehr robust, kälte- und nässeunempfindlich und hat eine sehr lange Ernteperiode. Die Rote Murmel ist widerstandsfähig gegen Pilze und kann sowohl im Freiland als auch auf dem Balkon kultiviert werden. Sie bringt früh und ausdauernd kleine, rote, süß-saftige Früchte.

'Rote Zora'

Eiförmige Stabtomate mit eingerollten Blättern, wächst über 250 cm hoch, besonders robust und freilandgeeignet. Himbeerrote, bis 200 g schwere Früchte von mild-süßem Geschmack.

'San Marzano'

Eiförmige Stabtomate; 200 cm hoch wachsend. Früchte dunkelrot; festes Fruchtfleisch mit wenigen Kernen; aromatische, klassische italienische Eiertomate für Soßen, Salate, Tomatenmark, Trockenfrüchte. Später Ertrag: Ende August bis Mitte Oktober.

'Sunviva'

Diese neue, samenfeste Auslese hat leuchtend gelbe Früchte, ist besonders saftig und hat ein starkes, fruchtiges Aroma. Sehr robust und für ein mehrtriebiges Ziehen geeignet. Bezugsquellen: Culinaris-Saatgut und Tomatenretter

'Tomate 232-x'

Die samenfeste, klassisch rote Fleischtomate (200g) '232-x' wurde im Freiland entwickelt, sie ist sehr widerstandsfähig gegenüber der Kraut- und Knollenfäule (phytophtora infestans) und braucht in der Regel keinen Regenschutz. Klassische Kreuzungszüchtung, sehr robuste, geringwüchsige Pflanze, Früchte für Rohgenuss und zum Kochen. Bezugsquelle

'Tomate 236-x'

Klassisch rote, saftige Salattomate mit außergewöhnlich intensivem Tomatenaroma und angenehm dünner Schale. Sowohl für Salate, als auch Frischverzehr hervorragend geeignet. Mittelfrühe Fruchtreife. Robuste Pflanze mittlerer Wüchsigkeit. Bezugsquelle

'Winterkeeper'

Orange Fleischtomate, innen rot; robust gegen Krautfäule. Ertragreiche Lagersorte, die im Herbst geerntet und für den Winter trocken eingelagert wird.

Gesundheit
Wirkung

laut Volksheilkunde:

, Früchte
, Früchte
, Früchte
, Früchte
, Früchte
, Früchte
Wann Tomate pflanzen oder säen?
Hier finden Sie einen praktischen Pflanzkalender mit den richtigen Terminen und Pflegeanweisungen.

Vorfrühling / Ende Februar bis Ende März

Samen Aussaat unter Glas
mit 1 cm Erde bedecken.

Erstfrühling / April

Samen Aussaat unter Glas mit 1 cm Erde bedecken.
Jungpflanzen pikieren Sobald sich nach den Keimblättern die ersten beiden bleibenden Tomatenblätter ausgebildet haben.

Vollfrühling / Mai

Ganze Pflanze abhärten
Jungpflanzen setzen
Nach den letzten Nachtfrösten  schräg bis zum 1. Blattpaar in die Erde geben. Tipp: Niedrige Tagetes oder Gewürztagetes dazwischen pflanzen. Wer Hohe Tagetes pflanzt, kürzt sie zu gegebener Zeit ein, lässt jedenfalls die Wurzeln in der Erde.

Frühsommer / Anfang Juni bis dritte Juni Woche

Stängel anbinden
Boden mulchen
Mit Blättern von Holunder, Beinwell, Schachtelhalm, Brennnessel und mit Grasschnitt 2 cm hoch mulchen.

Hochsommer / dritte Juni Woche bis Anfang August

Wurzelballen düngen
Mit Brennnesseljauche, Kompostjauche.

Spätsommer / Anfang August bis Ende August

Jungtriebe entfernen
und Wipfel der Tomatenpflanze Mitte August abknipsen, abschneiden.
Hochsommer
Juli
  • Früchte, roh essbar, umami, Nährwert: Mittel

    Vollreife, besonders widerstandsfähige Früchte des ersten Fruchtstandes für die Samengewinnung nutzen!

Spätsommer
August
  • Früchte, roh essbar, umami, Nährwert: Mittel

    Vollreife, besonders widerstandsfähige Früchte des ersten Fruchtstandes für die Samengewinnung nutzen!

Frühherbst
September
  • Früchte, roh essbar, umami, Nährwert: Mittel

    Vollreife, besonders widerstandsfähige Früchte des ersten Fruchtstandes für die Samengewinnung nutzen!

Vollherbst
Oktober
  • Früchte, roh essbar, umami, Nährwert: Mittel

    Vollreife, besonders widerstandsfähige Früchte des ersten Fruchtstandes für die Samengewinnung nutzen!

Spätherbst
November
  • Früchte, roh essbar, umami, Nährwert: Mittel

    Vollreife, besonders widerstandsfähige Früchte des ersten Fruchtstandes für die Samengewinnung nutzen!